Naturdorf Eickhof : Neue Wege für Paddler

Bei Paddlern ist die Warnow sehr beliebt. Um die Natur zu entlasten, setzt sich Brit Abeln (links) für ein Wasserwanderleitkonzept ein, von dem im Idealfall die ganze Region touristisch profitieren soll.
Bei Paddlern ist die Warnow sehr beliebt. Um die Natur zu entlasten, setzt sich Brit Abeln (links) für ein Wasserwanderleitkonzept ein, von dem im Idealfall die ganze Region touristisch profitieren soll.

Durch ein Wasserwanderleitkonzept soll das Warnowdurchbruchstal entlastet werden

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10. Juni 2016, 05:00 Uhr

Als Strecke für Paddler ist die Warnow besonders beliebt. Was für die Region positiv ist, wirkt sich jedoch negativ auf die Natur aus. Besonders für das Naturschutzgebiet Warnow-Durchbruchstal hat der Wassertourismus auf die Dauer negative Konsequenzen. Vor allem an den Sonnabenden sei dieser Abschnitt der Warnow so stark frequentiert, dass regelrechte Staus entstehen, berichtet Brit Abeln, Betreiberin des Naturdorfs Eickhof. Das führe zunehmend zu einem Konflikt zwischen dem Naturschutz und den Paddlern. So würde es vor allem für bereits vom Aussterben bedrohte Arten, wie beispielsweise die Flussmuschel, brenzlig, sagt Abeln.

Um Abhilfe zu schaffen, hat der Naturpark Sternberger Seenlandschaft das Bützower Institut Biota, das sich mit ökologischer Forschung und Planung beschäftigt, beauftragt, ein „Informations- und Leitsystem für Wasserwanderer an der Warnow“ auszuarbeiten. „Es geht darum, eine Umleitung hinzubekommen und dadurch die Konzentration von Paddlern im Warnow-Durchbruchstal abzuschwächen“, erklärt Brit Abeln.

Kern des Konzeptes ist eine Vernetzung der touristischen Potenziale in der Region. Das beziehe sich sowohl auf die Wasserwege als auch auf Wander-, Rad- und vielleicht sogar Reitwege, sagt Abeln. Eine andere Komponente ist die Verknüpfung verschiedener touristischer Anlaufpunkte in der Region. So haben sich neben dem Naturdorf Eickhof unter anderem auch der Reiterhof Klein Raden, die Pfarrscheune Zernin und die Klosterschänke Rühn für eine Kooperation ausgesprochen. „Das soll dann auch gezielt vermarktet werden“, sagt Brit Abeln.

Eine Idee, die derzeit geprüft wird, ist eine Paddel-Wander-Genuss-Tour. Ablauf: Touristen können auf der Warnow vom Naturdorf Eickhof lospaddeln, im Anschluss auf alten Landwegen wandern und schließlich auf dem Pfarrhof Zernin mit ihren Kanus anlegen und dort etwas essen. „Das wäre auch übertragbar auf Bützow“, sagt Brit Abeln.

Die Warnowstadt nimmt in dem Konzept eine besondere Stellung ein. Grund dafür ist „die Brückenfunktion zwischen der Stadt Bützow mit IC-Bahnhof und Anbindung an den Fernwanderweg und den südlich angrenzenden Naturpark“, wordurch ein besonderes touristisches Potenzial entstehe.

Wann und wie das Wasserwanderleitkonzept umgesetzt werden soll, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch in den Sternen. Das liegt auch an den vielen ungeklärten Fragen. So soll das Projekt zwar über Leader-Mittel finanziert werden, in welcher Größenordnung sich die Kosten dafür am Ende bewegen, sei aber nicht abzuschätzen, sagt Bützows Hauptamtsleiter Frank Endjer. Um die Wassertouristen überhaupt umleiten zu können, fehlen zudem auch noch einige Ausstiegsmöglichkeiten entlang der Warnow. „Die Ideen dahinter sind alle sehr gut. Sie in die Tat umzusetzen wird aber sicher ein sehr langwieriger Prozess“, so Frank Endjer.

Brit Abeln steht voll hinter dem Projekt, stellte es bereits in den Gemeinden vor und steht in Kontakt mit anderen touristischen Anbietern der Region. „So etwas muss von unten entwickelt werden“, sagt sie.

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