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Bützower Zeitung

24. Oktober 2017 | 06:11 Uhr

bützow : Neue Saison für die Fahrradgarage

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Unter der Trägerschaft des dfb werden gebrauchte Drahtesel wieder flott gemacht und an Asylbewerber übergeben

Kaum hat Achmed sein neues Fahrrad an die Hand bekommen, ist er schon nicht mehr zu sehen. Ausgelassen kurvt der Zehnjährige damit herum, dreht erstmal eine Testrunde. Dass er jetzt so mobil ist, hat Achmed einer großzügigen Spende zu verdanken. „Ein Kollege von mir hat das Rad im An- und Verkauf erstanden und uns dann zur Verfügung gestellt“, berichtet Alfred Jakobs. Der Bützower engagiert sich in der Fahrradwerkstatt, die der demokratische Frauenbund (dfb) zur Integration von Flüchtlingen eingerichtet hat.

Gestern hatte die Garage, die als kleine Schrauberwerkstatt genutzt wird, zum ersten Mal in dieser Saison geöffnet. Bis zum 31. Dezember werden dort immer mittwochs ab 14 Uhr Fahrräder flott gemacht, die dann an Asylbewerber übergeben werden. Gemeinsam mit Hans-Jürgen Wolff kümmert sich Alfred Jakobs darum, dass die Räder fahrtauglich sind. Dabei setzen sie aber auch auf die Mitarbeit der Asylbewerber. Alfred Jakobs: „Wir wollen sie schon dazu anleiten, sich selbst auch beim Schrauben zu beteiligen.“ Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr habe bereits gezeigt, dass viele darin sehr geschickt sind.

Während schon die erste Runde des Projektes – 2015 lief die Fahrradgarage noch unter anderer Trägerschaft – auf großes Interesse gestoßen ist, hat sich daran bis heute nichts geändert. Dieses Jahr seien sie sogar schon vor dem offiziellen Start fünf Fahrräder losgeworden, erzählt Hans-Jürgen Wolff. „Die Nachfrage ist sehr groß“, sagt auch Alfred Jakobs.

Um diese auch bedienen zu können, sind die beiden auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung angewiesen. Wer ein gebrauchtes Fahrrad übrig hat, das mit wenig Aufwand fahrtüchtig gemacht werden kann, kann es direkt vor Ort abgeben. „Wir haben immer einen gewissen Grundstock an Schläuchen, Sätteln und anderen Teilen für die Reparatur da“, sagt Alfred Jakobs. Finanziert werden diese Materialien über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, die der dfb im Vorfeld beantragt hat.

Die Garage sei aber nicht ausschließlich als Werkstatt, sondern auch als genereller Treffpunkt zu betrachten, sagt Gisela Hein vom dfb. So sei zum Beispiel auch angedacht, mit den Asylbewerbern die hiesigen Verkehrsschilder und -regeln durchzugehen. Eine Maßnahme, die durchaus sinnvoll ist, wie auch Alfred Jakobs hervorhebt: „Vor allem viele Frauen haben noch nie auf einem Fahrrad gesessen.“ Denkbar sei auch, eine Radtour zu organisieren oder zum Ende des Sommers mal den Grill anzuschmeißen.


Wer ein Fahrrad spenden möchte, kann das entweder mittwochs ab 14 Uhr oder nach Absprache unter Telefon 038461/20 82 in der Fahrradgarage abgeben.

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