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Bützower Zeitung

21. November 2017 | 02:03 Uhr

Schwaan : Neue Pläne für die „Börse“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Stadt hat einen Investor für das historische Haus neben der Kunstmühle gefunden

von
erstellt am 17.Okt.2017 | 09:00 Uhr

Lange Zeit galt die ehemalige Gaststätte „Zur Börse“, in der schon die Mitglieder der Künstlerkolonie zu ihrer Zeit gastierten, als Problemfall. Das Haus, das seit der Wende der Stadt Schwaan gehörte, ist eines der ältesten Gebäude und steht unter Denkmalschutz. Die damit einhergehenden strengen Richtlinien schreckten viele Investoren ab. Doch nun hat sich mit Norbert Kleinitz ein neuer Eigentümer gefunden, der sich der Aufgabe der Sanierung gewachsen sieht. Kein Wunder, denn als Geschäftsführer seines Holz- und Dachbaubetriebes versteht er etwas vom Handwerk. Was passiert also nun mit der „Börse“?

„Im Prinzip wollen wir äußerlich den Charakter der Börse beibehalten und ihn an die nebenstehende Kunstmühle angleichen“, erklärt Norbert Kleinitz. Es werde keine großen Umgestaltungen im Dach und an der Fassade geben. „Das Gebäude soll sich am Ende der Sanierung gut ins Stadtbild einfügen.“

Trotzdem steht für den Investor auch die Wirtschaftlichkeit im Fokus und so gibt es auch schon Pläne für eine Neunutzung der Innenräume. Insgesamt sollen sechs Mietwohnungen im Erd-, Mittel- und Dachgeschoss entstehen. Die zwei Wohnungen im Erdgeschoss sollen zudem rollstuhlgerecht gestaltet werden. „Die Wohnungen sind zwar nicht für Senioren gedacht, aber für Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, sollten es gute Optionen werden“, sagt Norbert Kleinitz.

Noch in der Überlegung sei es außerdem, aus den Bereichen im Dachgeschoss Atelierwohnungen für Künstler zu machen. Auch mit dem Gedanken, Balkone nach hinten raus anzufügen, spiele man.

An Attraktivität gewinnen die Mietwohnungen auch dadurch, dass die Parkanlage hinter dem Gebäude ebenso neugestaltet wird. „Zwei alte Anbauten dort werden abgerissen. Stattdessen könnte dort ein neues Treppenhaus entstehen, da das alte im Gebäudeinneren von Schwammbefall zu sehr beschädigt ist.“

Aktuell befinde man sich noch in der Grundrissplanung und sei ebenso offen für Vorschläge. „Die Gemeinde hat bei der Neugestaltung der Börse Mitspracherecht“, äußert sich Bürgermeister Mathias Schauer (UWS). Dem pflichtet auch Norbert Kleinitz bei. Man halte sich bis Ende der Planungen alle Optionen offen. Die Sanierungsphase werde voraussichtlich im Herbst 2018 beginnen, da erstmal baurechtliche Angelegenheiten zu klären seien und ein Bauantrag gestellt werden müsse.

Im Vorfeld gab es einige Überlegungen, mit der „Börse“ zu den Wurzeln zurückzukehren und erneut eine Gaststätte dort unterzubringen. „Diesen Plan haben wir wieder verworfen. Schwaan ist mit Gaststätten bereits gut versorgt“, erklärt Mathias Schauer. Genauso lassen sich andere Änderungen wie der Durchbruch in der oberen Etage, um das Haus mit der Kunstmühle zu verbinden, nicht realisieren. „Baurechtlich wäre das bei zwei unterschiedlichen Eigentümern zu schwierig“, sagt Norbert Kleinitz. Außerdem gebe es hohe Auflagen vom Denkmalschutz, die man nicht außer Acht lassen könne. „Da muss man immer Kompromisse finden.“

Für den Bürgermeister ist die Erfahrung des Investors in der Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz ein großer Vorteil für die Sanierung der „Börse“. „Wir sind sehr froh, dass seine Firma sich mit Denkmalschutz auskennt. Noch dazu ist es ein Investor hier aus der Region, der die Kunst und die Stadt mit einbeziehen will“, so Mathias Schauer.

„Ich finde, Schwaan ist eine kleine, wachsende Stadt mit guter Lage. Mir ist vor allem daran gelegen, das Haus mit seinem Charakter zu erhalten. Nur die Vermietbarkeit sollte ebenso nicht zu kurz kommen“, sagt Norbert Kleinitz.

Der neue Eigentümer sieht viel Arbeit vor sich und will es von Anfang an gründlich angehen. Doch mit der Sanierung der „Börse“ könnte demnächst einer der letzten Altbauten in Schwaan auf Vordermann gebracht und gleichzeitig der kulturelle Aspekt beibehalten werden. Bürgermeister und Investor blicken optimistisch in die Zukunft.

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