Bützow : Neue Namen im Ehrenbuch der Stadt

Ein Blick auf die Ehrenurkunde, die mit dem Eintrag ins Ehrenbuch verbunden ist: Wolfgang Koch, Bürgermeister Christian Grüschow und Margrid Zikarsky (v.l.n.r.).
Ein Blick auf die Ehrenurkunde, die mit dem Eintrag ins Ehrenbuch verbunden ist: Wolfgang Koch, Bürgermeister Christian Grüschow und Margrid Zikarsky (v.l.n.r.).

Margrid Zikarsky, Gudrun Radziwolek und Wolfgang Koch erhalten besondere Würdigung ihrer Lebensleistung für ihre Heimatstadt

23-11367640_23-66108348_1416395129.JPG von
14. Januar 2018, 21:00 Uhr

Im Ehrenbuch der Stadt Bützow stehen drei weitere Namen. Auch wenn der dritte eigenständige Schriftzug noch fehlt, denn beim Neujahrsempfang waren nur zwei der drei geehrten Einwohner dabei. Nach einem Jahr Pause – vor zwölf Monaten konnten sich die Stadtvertreter auf keine Namen einigen – können nun neue Kapitel ins Ehrenbuch hinzugefügt werden.

Sie sei mächtig aufgeregt gewesen. Die Knie hätten gezittert, als sie auf die Bühne gerufen wurde, erzählt Margrid Zikarsky. Dabei kennt es die Bützowerin, auf der Bühne zu stehen, Menschen zu unterhalten. Dennoch war dieser Augenblick schon etwas Besonderes für sie. „Es hat gut getan, für das, was ich alles mache, in diesem Rahmen gewürdigt zu werden.“ Und Margird Zikarsky macht eine ganze Menge. Sie ist mit die treibende Kraft im Fremdenverkehrsverein Bützow und Umgebung, sie ist Mitglied im Klosterverein, im Lesezirkel, sie ist Autorin von Geschichten und Gedichten, sie ist Bindeglied zwischen plattdeutschen Gruppen in Bützow und anderen Städten, zählte Stadtpräsident Mathias Wolschon in seiner Laudatio auf. „Margrid Zikarsky ist ein Gewinn für die Stadt und die umliegenden Gemeinden.“ Mit großer Freude würden Senioren ihren musikalischen Programmen und Gedichten lauschen. Auch in der Kommunalpolitik mischt Margrid Zikarsky mit. Seit zwölf Jahren ist sie die Assistenz des blinden Stadtvertreter Wolfgang Wehrmann (EB) und zugleich ist sie selbst sachkundige Einwohnerin im Sozialausschuss. Margrid Zikarsky: „Es hat mich gefreut, dass ich nach der Ehrung viele Glückwünsche bekommen habe. Doch ich mache ja nicht alles alleine. Viele haben einen Anteil daran.“

Spuren hinterlassen hat auch Wolfgang Koch. Der wurde mit dem Eintrag in das Ehrenbuch völlig überrascht, wie er gegenüber SVZ einräumt. Gewürdigt wird Kochs jahrzehntelanges Engagement im Handballsport. „Bereits seit den 1980er-Jahren trainierte Wolfgang Koch unter anderem die 1. Männermannschaft des TSV Bützow sowie diverse Kinder- und Jugendmannschaften“, so Bürgermeister Christian Grüschow. Nach weiteren Stationen als Coach seit 2003 in Loitz und Güstrow kehrte der Bützower 2014 noch einmal zu seinem TSV zurück. Zu dem Verein, bei dem er 1966 mit dem Handballsport begonnen hatte, wie Wolfgang Koch im Gespräch mit SVZ erzählt.

Doch nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern wurden die Fähigkeiten des Bützowers geschätzt. Fast 20 Jahre begleitete er die deutsche Handballnationalmannschaft der Gehörlosen zunächst als Co-, dann als Cheftrainer bei den unterschiedlichsten Meisterschaften. Seine Teams holten unter anderem bei Europameisterschaften zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Viermal führte Wolfgang Koch die Nationalmannschaft bei der Deaflympics, den olympischen Spielen für Gehörlose, auf das Handballparkett. Dreimal kehrte sein Team mit einer Bronzemedaille zurück. Im vergangenen Jahr reichte Koch nach einem wieder sehr guten 4. Platz im türkischen Samsun den Trainerstab an seinen Nachfolger weiter. Nach mehr als 51 Jahren hat Wolfgang Koch dem Handballsport ade gesagt. „Mein letzte Spiel habe ich am 28. Juli vergangenen Jahres mit meinen Jungs vom TSV bestritten. Seit dem habe ich die Handballhalle nicht wieder betreten“, sagt Wolfgang Koch. „Wenn Schluss ist ist Schluss.“

Für Gudrun Radziwolek endete im vergangenen Jahr ebenfalls ein wichtiger Lebensabschnitt. Die engagierte Pädagogin ging in den Ruhestand. 30 Jahre lang war sie als Schulleiterin in Bützow tätig, zuletzt an der Käthe-Kollwitz-Schule. Eine so lange Zeit ist schon ungewöhnlich, heißt es in der Begründung. Gudrun Radziwolek habe an verschiedenen Standorten in Bützow und mit wechselnden Kollegien, bedingt durch das Zusammenlegen von Schulen immer wieder die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungsarbeit geschaffen. Damit habe sie wesentlich dazu beigetragen, Bützow als familienfreundlichen Standort zu profilieren und auszubauen. Sie entwickelte mit ihren Kollegen neue Konzepte, etablierte zum Beispiel das produktive Lernen an der Regionalen Schule und förderte die Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben der Region. Das führte zum Beispiel zur Ausbildungsmesse, die nun regelmäßig stattfindet. Auch ehrenamtlich engagiert sich Gudrun Radziwolek im Bündnis für Familien und im Bündnis „Eine Blume für Bützow“.

Aus persönlichen Gründen konnte Gudrun Radziwolek am Neujahrsempfang nicht teilnehmen. „Den Eintrag werden wir nachholen“, sagt Stadtpräsident Mathias Wolschon.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen