bützow : Neue Geschichten up Platt

Klaus-Dieter Kaie hält sein zweites Buch mit Geschichten in niederdeutscher Sprache in den Händen. Für die Besucher der Lesung gestern im Krummen Haus war es die Premierenvorstellung.
Klaus-Dieter Kaie hält sein zweites Buch mit Geschichten in niederdeutscher Sprache in den Händen. Für die Besucher der Lesung gestern im Krummen Haus war es die Premierenvorstellung.

Klaus-Dieter Kaie aus Klein Sien hat sein zweites Buch „Noch ein bäten Plattdütsch“ herausgebracht / Gestern Lesung im Krummen Haus

svz.de von
21. Januar 2016, 10:00 Uhr

Klaus-Dieter Kaie schaut kurz auf die Uhr. Noch bleiben ein paar Minuten bis zum Beginn seiner Lesung im Krummen Haus. Das Publikum wartet schon gespannt. Genauso wächst bei dem Klein Siener die Anspannung. „Die Aufregung, das gehört einfach dazu“, sagt Kaie. Zumal es eine besondere Lesung ist. Denn er stellt sein zweites Buch unter dem Titel „Noch ein bäten Plattdütsch“ vor. Erst seit zwei Tagen hält er die gedruckte Ausgabe selbst in der Hand. Es sind einmal mehr „Biläwnisse und Vertellers, ook tau ’n Smüstern un tau ’n Högen“.

In der Geschichte vom letzten Examen beschreibt Klaus-Dieter Kaie zum Beispiel den Tag einer Zeugnisausgabe und dann das abendliche Abschlussfest. Der DJ überrascht dabei die Absolventen zu später Stunde mit der „letzten Prüfung“ – die Schüler sollen einen Walzer tanzen. Und da kommen die Schüler anfangs ganz schön in Schwierigkeiten.

Es sind aber nicht nur Schulthemen, die der pensionierte Lehrer verarbeitet, sondern ebenso aus dem privaten Umfeld oder Geschichten aus der Gemeinde. Der Anspruch ist dabei immer derselbe: Klaus-Dieter Kaie möchte die plattdeutsche Sprache, eines der wichtigsten Kulturgüter Mecklenburgs, erhalten. Deshalb hat er mittlerweile schon sein sechstes Buch für Lehrer, eine „Handreiche für den Unterricht“ auf Plattdeutsch herausgegeben. Dabei seien ihm auch neue Geschichten eingefallen. „Und deshalb dachte ich mir, ich könnte zu meinem ersten Buch ,So’n bäten Plattdütsch’ eine Fortsetzung machen“, erzählt der Hobbyautor.

Bei der gestrigen Lesung zeigte Klaus-Dieter Kaie auch seine Vielseitigkeit, als er zur Gitarre griff und Lieder up Platt vortrug – auch das nicht zum ersten Mal.

Seit mehr als zehn Jahren gehört er zu den Plattsnackern in Satow. „Als ich anfing waren wir elf, zwölf Mitglieder“, erzählt Klaus-Dieter Kaie. Doch es wurden immer weniger, bis sie nur noch drei Männer waren, alle über 70 Jahre alt. Mittlerweile seien sie allerdings wieder zwölf Mitstreiter, die Vorträge halten, Theater und Sketche spielen. Was den Klein Siener besonders freut: „Es sind alles jüngere Mitstreiter, einige auch um die 40.“

Das Motto der Satower Plattsnacker sei ganz einfach: Das Leben sei ernst genug. Also bringen sie die Leute zum Lachen oder auch zum Nachdenken. Er selbst habe zum Beispiel das Lied „Wir sind die Sänger aus Finsterwalde“ einfach umgeschrieben in „Wie sind Plattsnacker un kamen ut Satow“. Damit beginnen sie ihr Programm.

Und dass die Pflege der niederdeutschen Sprache schon ihre positiven Effekte zeigt, werde bei den Programmen der Satower Plattsnacker deutlich. „Wir treten auch mit Kindern auf“, erklärt Kaie. Denn seine „Handreichungen für den Unterricht“ werden auch in der Satower Schule eingesetzt.

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