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Bützower Zeitung

21. November 2017 | 20:39 Uhr

Neue Einnahmen organisieren

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erstellt am 02.Jan.2011 | 07:17 Uhr

Bützow | Seit Ende August ist Sebastian Constien Bürgermeister von Bützow und leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Bützow-Land. Über seinen Einstieg als Verwaltungschef und über Aufgaben im Jahr 2011 sprach Redakteur Ralf Badenschier mit dem 31-Jährigen.

Herr Constien, Sie sind etwas mehr als 100 Tage im Amt. Wie war der Start? Was haben Sie sich leichter, was schwieriger vorgestellt?

Sebastian Constien: Es ist eigentlich alles so gelaufen, wie ich es mir schon vorgestellt habe. Insgesamt beruht die Zusammenarbeit mit den Stadtvertretern auf einem gesunden Klima. Die Begegnungen und die Diskussionen werden auf einer sachlichen Ebene geführt. Es ist nicht zu erkennen, dass Fraktionen zielgerichtet gegeneinander arbeiten oder gegen die Verwaltung.

In das Tagesgeschäft habe ich mich, glaube ich, gut reingefunden. Das liegt natürlich auch an der Unterstützung der Mitarbeiter. Ich habe gleich zum Anfang alle Mitarbeiter zusammengeholt, ihnen gesagt, wo ich hin will, was langfristig geplant ist. Dann folgten Einzelgespräche.

In diesem Jahr steht der Umzug der Verwaltung von der Bahnhofstraße ins Rathaus an. Wann ist es soweit? Ist das Rathaus dann auch mal Sonnabends geöffnet, wie Sie während der Wahl angekündigt haben?

Vor der Verwaltung stehen gleich zwei große Herausforderungen. Zum einen geht es um die Einführung der so genannten doppelten Haushaltsführung. Da müssen noch eine Menge Daten erfasst werden, und das neben dem Alltagsgeschäft.

Zugleich wollen wir bis zum 30. Juni ein Konzept auf dem Tisch haben, wie der Umzug realisiert werden kann. Der Umzug selbst soll dann bis zum Jahresende abgeschlossen sein, wird also erst 2012 tatsächlich wirksam.

Ob wir dann auch am Sonnabend Sprechzeiten anbieten, das müssen wir ausprobieren, müssen uns die Fallzahlen anschauen. Auf jeden Fall wollen wir Voraussetzungen schaffen, dass dann per Internet bestimmte Anträge heruntergeladen werden können, sodass der Weg ins Rathaus erspart bleibt. Ich weiß, dass mit dem Alter die Mobilität eingeschränkt ist. Schon heute nutzen etliche Bürger die Möglichkeit, per E-Mail Anfragen zu stellen. Die werden natürlich - nicht von mir allein - alle beantwortet.

Worauf schauen Sie in der noch kurzen Zeit seit ihrem Amtsantritt zurück?

Sehr erfreulich war die Übergabe des Fördermittelbescheides zum Ausbau der Warnow-Klinik, die Sanierung des alten Schlauchturmes der Feuerwehr und des Kirchendaches. Besonders gefreut hat mich auch der Erfolg des Klostervereins aus Rühn bei der diesjährigen Verleihung des Landesspielstättenpreises. Es ist außerdem gut, dass es nun doch noch eine schnelle Entscheidung zur Behelfsbrücke gegeben hat, sie jetzt gebaut wird. Es sind aber auch viele Kleinigkeiten, die Freude bereiten. Die Fußballer oder die Handballer des TSV, die Arbeit der vielen Vereine. Die Vereinslandschaft stimmt. Es gibt vieles, was funktioniert, aber es geht auch immer noch alles ein wenig besser.

Im aktuellen Haushaltsentwurf klafft eine Lücke von knapp 800 000 Euro? Wie und wo wollen Sie sparen? Stichworte wie Personal, Krummes Haus, Bauhof und Stadtsanierung fallen da immer wieder?

Es gibt Gespräche mit Kollegen, die Möglichkeit den vorzeitigen Ruhestand in Anspruch zu nehmen. Außerdem könnte man Aufgaben anders verteilen. Bei der Gebäudereinigung. Gehen Mitarbeiter in den Ruhestand, können wir diese Aufgaben über Fremdfirmen realisieren.

Ein großer Bereich ist der der freiwilligen Leistungen. Zum Krummen Haus: Wir haben jetzt eine Lenkungsgruppe u.a. aus Ehrenamtlern und Stadtvertretern. Es gab eine erste Runde. Wir müssen stärker an der Vermarktung des Krummen Hauses arbeiten. Es geht nicht nur darum, an den Kosten zu sparen, sonder vielmehr darum, zusätzliche Einnahmen zu erschließen. Fördermittel einwerben, Veranstaltungen noch attraktiver gestalten. Es geht auch um Öffnungszeiten. Die Lenkungsgruppe hat dabei nicht nur das Krumme Haus im Blick, sondern auch die Reformierte Kirche.

Stichwort Bauhof: Die jetzige Besetzung bleibt. Wir haben sogar für die Zeit des Winterdienstes bis März jemand zusätzlich befristet eingestellt. Natürlich haben wir auch hier die Kosten im Blick, festgestellt, dass der Bauhof bisher u.a. bei der Straßenreinigung gewisse Leistungen erbracht hat, für die er gar nicht zuständig ist. Das wird es nicht mehr geben.

Stichwort Stadtsanierung: An der GOS führt kein Weg vorbei. Wichtig ist die Form der Zusammenarbeit. Wir müssen den Treuhänder- und den Verwaltungsvertrag auf ihre Inhalte hin überprüfen, klar festschreiben, wer für was zuständig ist. Wir müssen mehr kommunizieren, einzelne Aufgaben genau zuweisen. Er geht darum, die Arbeit effizienter zu gestalten.

Wir bleiben auch daran, Häuser an Interessenten zu veräußern. Wir haben schon sieben verkauft, allein in den drei Monaten, in den ich im Amt bin.

Brücken und Straßen sorgen immer wieder für Diskussionen?

Zur Brücke am Aalfang habe ich ja schon etwas gesagt. Ich bin froh, dass da gebaut wird, und die Arbeiten schon recht weit sind. Den Neubau der Elefantenbrücke werden wir wohl zurückstellen müssen, angesichts der Situation in der Gartenstraße. Die hat Vorrang. Schließlich ist das die Zufahrt für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei.

Zur Schloßstraße: Ich wäre dafür, dort etwas zu machen. Denn es geht darum, es vor allem den älteren Menschen gerecht zumachen. Doch dafür müssten rund 20 000 Euro im Haushalt eingestellt werden. Unter dem Aspekt, dass die Straße in Folgejahren noch einmal verändert wird, bleibt natürlich die Frage, ob das Sinn macht. Wir haben jetzt beim Winterdienst extra so geschoben, dass der Weg über die Bushaltestelle führt. Die Leute sind dennoch auf der Straße gelaufen.

Stadtvertreter forderten mehrfach, die Entscheidung zum Aus des Behördenstandortes am Schlossplatz nicht einfach hinzunehmen?

Uns bleibt gegenwärtig nichts weiter übrig, darüber unseren Unmut zu äußern. Es handelt sich nach wie vor nur um eine Einigung im Koalitionsausschuss. Es gibt noch keine Kabinettsentscheidung, gegen die wir rechtlich vorgehen können.

Wann kommt die? Gibt es dann noch eine Chance für Bützow?

Fragen Sie Herrn Backhaus.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aufgaben, die 2011 für Bützow realisiert werden sollten oder müssen?

Dazu gehört der Umzug ins Rathaus, die Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes, die Einführung der doppelten Haushaltsführung. Außerdem muss es uns gelingen, das Bützower Land noch besser touristisch zu vermarkten und die Sanierung unserer Brücken.

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