Rosenower nehmen an der Aktion "Offener Garten" teil : Naturnaher Garten eine Wohlfühloase

Aufgelockert wird die Gartenlandschaft durch Teiche, die als Biotop für verschiedenste Kleintiere dienen. Ines Engelbrecht (2)
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Aufgelockert wird die Gartenlandschaft durch Teiche, die als Biotop für verschiedenste Kleintiere dienen. Ines Engelbrecht (2)

Der Garten von Monika und Wilfried Behnke aus Rosenow ist eine Oase zum Wohlfühlen. An diesem Wochenende sind alle Interessenten dorthin eingeladen. Sie nehmen an der Aktion "Offener Garten" teil.

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03. Mai 2013, 11:13 Uhr

Rosenow | Buschwindröschen, Leberblümchen, Narzissen, Lerchensporn und Kaiserkronen stecken ihre weißen, gelben und roten Blütenköpfe in die Frühlingssonne im Garten von Monika und Wilfried Behnke. Die Rosenower beteiligen sich dieses Jahr nicht nur zum dritten Mal an der landesweiten Aktion "Offene Gärten MV", der Erfolg der vergangenen Jahre - 2012 besuchten etwa 1000 Garteninteressierte den Behnkeschen Garten - macht ihnen Mut, ihre grüne Oase über das Aktionswochenende hinaus an weiteren Tagen zu öffnen. Los geht es an diesem Wochenende. Die 7500 Quadratmeter Fläche teilen sich das Haus, Pflanzen und ein 330 Quadratmeter großer Schwimmteich. Die Pflanzenwelt rundum wächst noch etwas verhalten, angesichts der vergangenen Wetterlage. Ganz relaxt scheinen es die Teichfrösche zu sehen. Sechs von ihnen liegen unbeweglich am Teichrand in der Sonne. Als Behnkes vor 20 Jahren begannen, in Rosenow zu bauen, befanden sich an der Stelle Ackerland und alte Obstbäume. Sieben von ihnen stehen auf ihrem Grundstück und tragen Kirschen und Äpfel.

Von der Tierwelt schnell als Biotop entdeckt

Der Teich wurde erst vor sieben Jahren angelegt und wurde schnell von der frei lebenden Tierwelt als Biotop entdeckt. "Wir konnten neben den Fröschen auch einen Eisvogel beobachten, seltener einen Reiher" erzählt die Gartenfreundin. Um das Grundstück herum wurde ein zehn Meter breiter Schutzstreifen aus heimischen Gehölzen und Bäumen angelegt. Hartriegel, Mahonie, Heckenrosen, Feuerdorn, Birken, Hasel und Weiden sind nur einige der Holzgewächse. Wege führen unter dem Zweigedach entlang, das nun bald Blätter trägt und den Wanderer unsichtbar macht. Sträucher und Bäume, darunter Blumenbewuchs als Bodendecker, wie rotblühende Erdbeere, vermitteln Parkcharakter. "Das war auch so gewollt. Wir bezeichnen ihn als Park mit Wandelgängen", sagt der Hausherr.

In verschiedensten Parkecken finden sich Sitzgelegenheiten, wie eine ehemalige Türschwelle aus Granit. Neben jeder Bank gibt es einen Kunststoffbehälter, in dem sich eine Bankauflage befindet. An einer Rankhilfe klettert eine dreijährige Kiwipflanze empor. Die kleinen Früchte werden frisch genossen und schmecken vorzüglich als Marmelade, wie die 60 -Jährige erzählt. An einer anderen Ecke des Grundstücks befand sich eine feuchte Stelle. Hier wurde ein kleiner Naturteich angelegt, den Molche, Frösche, Wasserläufer und Libellen längst für sich entdeckt haben. Auch hier lädt eine Bank zum Verweilen ein.

Ein kleines Stück Mecklenburg hat sich Wilfried Behnke dazu geholt, indem er ein ausgedientes altes Koppelzaunfeld vor ein Gebüsch installierte. Gleich nebenan kann man dem Hühnervolk zuschauen. Sie haben hier ein großzügiges Zuhause gefunden, sowie ein Dackel-Jack-Russelmixhund, der den Fuchs fernhalten soll. Durch die Hühner sind frische Eier garantiert.

Überhaupt nutzen Monika und Wilfried Behnke ausschließlich ihren Gemüse-Selbstanbau. Vom Lindenbaum, aus dem Kräutergarten und den Wildkräutern werden Blätter und Früchte für Tees geerntet. "Unkraut gibt es nicht, es sind alles Kräuter, die in der heimischen Küche Verwendung finden. Girsch, Veilchen, Löwenzahn und Bärlauch als Salat schmecken gut und sind gesund.

Zwiebeln und Kartoffeln sind bereits in der Erde. Auch im Kräuterbeet schauen die ersten grünen Blättchen durch das Erdreich. Jedes Kräutlein hat ein Bestimmungsschild, zugeschnitten aus Stein. Pfefferminze, Salbei, Melisse, Schnittlauch, Liebstöckel, Frauenmantel sind Kräuter die in Stauden ins Beet gesetzt wurden, an deren Rand sich gelbviolett blühende Hornveilchen ausgesät haben. Erstmals bietet Monika Behnke im September eine Kräuterwanderung an. Im Gewächshaus stehen pikierte Zinnien-, Stiefmütterchen- und Asternpflänzchen in Blumentöpfen, die später ins Freiland gesetzt werden.

In vielen kleinen Details zeigt sich die künstlerische Hand des Hausherren. Ein ausrangiertes Holz eines früheren Milchbocks hielt ebenso Einzug im Garten, wie ein Stück Koppelzaun aus Holz oder ein Teilstück eines von innen ausgebrannten Pappelstamms, der nun schwarz konserviert ist. Einige größere Komposthaufen hat Wilfried Behnke angelegt. Den Kompost benötigt er für den schweren Lehmboden. Oder die Hausfrau mischt ihn mit etwas Garten- und Blumenerde für die Pflanztöpfe. Etliche Pflanztöpfe mit heimischen Freilandpflanzen stehen schon für den Gartentag parat und können käuflich erworben werden. Monika Behnke genießt gerne mit ihrem Mann die Ecken in ihrer Wohlfühloase, in der vieles so wachsen darf wie es möchte.

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