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Jubiläum in Eickhof : Naturdorf hat noch viel Potenzial

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Brit Abeln betreibt seit zehn Jahren das Eickhofer Unternehmen und wünscht sich eine bessere Ausweisung der Wasserwanderwege

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Seit zehn Jahren betreibt Brit Abeln das Naturdorf in Eickhof. In dieser Zeit gab es Höhen, aber auch einige Tiefen. Zur Osterzeit 2006 begann sie hier – damals noch mit einem Partner – anlässlich einer deutschen Meisterschaft auf einer Kanurennstrecke. „Das war das erste, was wir hier gemacht haben“, erinnert sich die Unternehmerin.

Die Gemeinde hatte zu dieser Zeit den Wasserwanderplatz als eigenes Projekt betrieben, verpachtete schließlich an Abeln und ihren Partner, der den Betrieb 2010 verließ. Gemeinsam öffneten sie die Herberge und einen Kanuverleih. Finanziert über Fördermittel und Co-Finanzierung entstand das Bettenhaus.

Von Beginn an lag der Schwerpunkt auf Gruppenreisen. Das Naturdorf ist Anlaufpunkt für Firmen, Schulklassen oder Vereine. Aber auch Tagesgäste begrüßt sie hier. Doch wirtschaftlich ist das Überleben eine Herausforderung für die Pächterin.

Mitte Mai bis Ende September ist Hauptsaison. „Da sind wir fast ausgebucht. – Man muss aber auch sehr viel dafür machen“, so die Betreiberin. Das ganze Jahr über rühre sie die Werbetrommel und nutze soziale Medien, um das Naturdorf bekannter zu machen. „Wir haben auch eine Vor- und Nachsaison“, fügt sie an, wünscht sich aber vor allem in der Woche mehr Übernachtungen. Deshalb seien auch Ferienlager ein wichtiges Standbein des Naturdorfes. „Ich habe ganz ganz viele Stammgäste“, berichtet Abeln. „Es ist schon eine sehr befriedigende Arbeit“, werde sie für ihre Mühen belohnt. Auf ihr Team sei immer verlass und auch in Eickhof sei sie vom ersten Tag an aufgenommen worden. „Das ist hier eine schöne Atmosphäre“, sagt sie.

Dabei kam die 46-Jährige eher durch Zufall zu dem Naturdorf. „Wir sind hier sehr oft durchgepaddelt und haben gesagt: Das wäre es doch!“ Der Zufall half schließlich, dass sie Nägel mit Köpfen machte, als die Gemeinde nach einem Pächter suchte.

So recht zum Feiern ist Brit Abeln nach zehn Jahren Naturdorf noch nicht zu Mute. Mit der Gemeinde gab es oftmals Probleme. Fehlgeleitete Kommunikation, meint die 46-Jährige, die lange kämpfte sich als privatwirtschaftliches Unternehmen von der Gemeinde abzugrenzen. Inzwischen sei die Verständigung deutlich besser geworden, aber: „Wir hätten weiter sein können“, bedauert sie.

Für die Zukunft hat sie sich einiges vorgenommen und möchte zum Beispiel eine bessere Infrastruktur für Paddler schaffen. „Ich möchte die Sache weiter Richtung Bützow entwickeln“, verrät Abeln. Damit könne sie zusätzlich eine Alternative bieten, wenn das Warnowtal aufgrund von Niedrigwasser gesperrt werde.

Erste Kooperationen, um diese Vision voranzutreiben, ging sie bereits ein. Wasserwanderer können beispielsweise das Kloster besuchen oder in Zernin Halt machen. Ohne vorherige Planung geht das derzeit jedoch nicht. Der Wasserwanderweg ist bisher nicht ausgewiesen. Abeln hofft, die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinden wortwörtlich für ihr Wasserwanderleitkonzept ins Boot zu holen. „Das muss von unten entwickelt werden“, appelliert sie. Bisher seien die Rückmeldungen nicht sehr vielversprechend. „Das ist einfach eine andere Zielgruppe.“ Abeln wünscht sich, dass die Angebote gezielter auf Wasserwanderer zugeschnitten werden. Darüber hinaus hofft sie, eine weitere Aussatzstelle, beispielsweise in Zernin, zu realisieren.

Am Naturdorf selbst will sie ebenfalls anpacken und unter anderem die schwierige Parkplatzsituation lösen. „Ich denke, dass das Naturdorf ein wichtiger Faktor für die Region ist. Es hat aber noch Entwicklungspotenzial.“

Am Freitag, 15. April, startet die Saison im Naturdorf Eickhof mit dem traditionellen Anpaddeln. Ab 14 Uhr wird dann auch die Warnow „aufgeräumt“. Helfer sind eingeladen mitzuhelfen und bekommen dafür ein Kanu gestellt.

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