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Hilfsprojekt : Nähmaschinen aus Bützow surren bald in Afrika

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Verein „Bützower für Gambia“ startet neues Projekt: Eine Nähwerkstatt für das Partnerdorf Labakoreh

Freitag wird im Hamburger Hafen ein Container beladen. Dann gehen auch Hilfsgüter des Vereins „Bützower für Gambia“ mit auf die Reise nach Schwarz-Afrika. In Labakoreh, dem Partnerdorf des Vereins, wird die Fracht schon sehnsüchtig erwartet. Denn dann kann ein Projekt fortgesetzt werden, das kürzlich startete – eine Nähwerkstatt.

Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen, erzählt Vereinsvorsitzende Monika Thomsen. Sie sowie weitere Mitglieder und Freunde des Bützower Vereins weilten gerade wieder in Gambia. Hilfe zur Selbsthilfe – das ist es, was die Vereinsmitglieder den Menschen in dem kleinsten Land Afrika, mit auf den Weg geben wollen. Und die haben es verstanden.

Erst vor wenigen Wochen begann in Labakoreh die erste Etappe des Projektes „Nähwerkstatt“. „Wir haben auf dem Gelände unserer Schule ein neues Gebäude errichtet“, erzählt Thomsen. Kies und Zement wurden angefahren. Dann haben sechs Einheimische daraus Hohlblocksteine gegossen. „Die waren innerhalb von drei Tagen trocken“, so die Vereinschefin. Aus den Steinen bauten die Arbeiter dann das Gebäude – zehn mal fünf Meter groß. Das Besondere: „Wir haben auch eine Solaranlage installiert. Der Strom, der damit gewonnen wird, soll mindestens zwei elektrische Nähmaschinen und die Lampen, die wir auch installiert haben, antreiben“, erklärt Monika Thomsen.

Ab August sollen acht bis zehn Jugendliche und junge Erwachse, Frauen wie Männer, in eineinhalb Jahren zu Nähern ausgebildet werden. „Wir haben schon einen Näher gefunden, der im August als Ausbilder starten wird“, so Thomsen. Er bekommt einen Lohn von 50 Euro im Monat. Knapp 50 Prozent eines Jahresgehaltes sind bereits durch zwei Spenden abgedeckt. „Da sind wir natürlich auf weitere Förderer angewiesen“, sagt die Güstrowerin, die viele Jahrzehnte in Bützow als Erzieherin in einem Kindergarten tätig war.

Die Azubis werden aber nicht nur das Nähen lernen, sondern auch schon konkret für die Menschen in Labakoreh Kleidung anfertigen. „Zum Beispiel die Schulkleidung für die Mädchen und Jungen in unserer Schule. Unser Verein bezahlt ja seit Jahren mit Spenden die drei Lehrer und die drei Küchenfrauen. Die Eltern müssen die Schulkleidung bezahlen“, erklärt Thomsen. Und so kann die Nähwerkstatt auch eigene Einnahmen generieren, um beispielsweise Material zu kaufen.

Viele Menschen aus Bützow, Güstrow, Laage und der Region haben mit dafür gesorgt, dass die Ausbildung möglich wird. Nach einem Bericht in der SVZ im vergangenen Jahr hatte der Verein viele Nähmaschinen als Spende erhalten. „18 sind es insgesamt, elektrische aber auch mechanische. Gerade die mechanischen Nähmaschinen sind wichtig, da wir im Dorf keinen Strom haben“, erklärt Monika Thomsen. Die Nähmaschinen und weitere Spenden gehen Freitag von Hamburg aus in einem Container auf die Reise nach Labakoreh.

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erstellt am 11.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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