Schependorf : Musik im Gutshaus

Wollen Veranstaltungen im Gutshaus Schependorf etablieren: Silke Pietsch (rechts) und Hans Rademacher laden als nächstes zum Konzert mit der Klezmer-Band Mischpoke ein.
Wollen Veranstaltungen im Gutshaus Schependorf etablieren: Silke Pietsch (rechts) und Hans Rademacher laden als nächstes zum Konzert mit der Klezmer-Band Mischpoke ein.

Klezmer-Band spielt diesmal im alten Saal.

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09. August 2019, 12:00 Uhr

Nur in der Stadt wohnen, das gefiel dem Ehepaar Silke Pietsch und Hans Rademacher vor vielen Jahren nicht mehr. Die Physiotherapeutin und Heilpraktikerin, in Bremen geboren, und der Lehrer, der in Marl das Licht der Welt erblickte, fanden auf dem Immobilienmarkt das Gutshaus Schependorf. Ein Haus in Seenähe konnten sie sich nicht leisten.

Mit einem anderen Paar kauften sie das Gutshaus vor 16 Jahren, dann zerbrach die Freundschaft. Seit langem gehört es nun dem Ehepaar, knapp 7000 Quadratmeter Grundstück inklusive. Kamerunschafe sind ihre Rasenmäher. Und das Dorf mit seinen rund drei Dutzend Einwohnern wird zunehmend ihr Lebensmittelpunkt.

Sie haben durchgehalten. Das war nicht immer einfach, denn das bedeutete jede Menge Arbeit. Zwischendurch wurde ihnen eines Tages klar: Noch ein Winter, und das unter Denkmalschutz stehende Haus fällt zusammen. Einen langen Atem muss haben, wer solch eine Projekt angeht. „Und möglichst wenig Ahnung – oder Naivität“, sagt Silke Pietsch mit einem Lachen. Dennoch komme nur voran, wer der Wirklichkeit die Hand gebe. „Wie schön, dass Ihr etwas macht“, sagte mal ein Dorfbewohner dem Ehepaar. Später erfuhr Silke Pietsch, dass es von alters her heißt, ein Dorf gehe ohne ein Gutshaus zugrunde.

„Das große, schöne Gutshaus will belebt werden“, sagt Silke Pietsch. „Wir öffnen die Türen, teilen diesen Ort mit anderen Menschen.“

Zunächst beim „Schlösserherbst“ und vor zwei Jahren zeigten sie im alten Saal „Tomorrow“. Einen Film, den sich 70 Interessierte ansahen. Es folgten „Wohnzimmerkonzerte“ und im vergangenen Jahr ein Konzert mit der Klezmer-Band „Mischpoke“.

In diesem Jahr haben Silke Pietsch und Hans Rademacher erstmals eine kleine Konzertreihe auf die Beine gestellt. Im April spielte „herje.mine“ aus Leipzig Klezmer, im Juni spielte das Jazztrio W/H/L, bestehend aus Matthäus Winnitzki (Piano), John Hughes (Kontrabass) und Björn Lücker (Schlagzeug) Stücke von Thelonious Monk.

Das Gutshaus soll sich als Veranstaltungs-Ort etablieren, es solle eine Adresse für gute Musik werden. Silke Pietsch spielt selbst Klavier, hat einen Blüthner-Flügel. Und in der Baumgartener Kirche hat sie auch schon mal Orgel gespielt.

Wer also Interesse an Jazz und Klezmer-Musik hat, ist in Schependorf gern gesehen. Die nächste Gelegenheit dazu besteht am Sonnabend, 17. August, dann tritt um 20 Uhr „Mischpoke“ aus Hamburg mit seinem Programm „Di Eyne Welt“ auf und spielt Klezmer-Musik. Seit der Wiederbelebung dieser Musik in den USA wird damit „jiddische“ Musik bezeichnet. Kontakt und Karten für das Konzert gibt es unter Telefon 0172/547 04 51 und ra_piet@gut-schependorf.de.

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