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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 06:37 Uhr

Schwaan : Münzen als Zeugen der Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In einer wissenschaftlichen Arbeit liefert Hans-Jürgen Bramow Einblicke in die Prägestätte, die es im 17. Jahrhundert in Schwaan gab

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Für die einen sind sie nur ein Zahlungsmittel, für andere wichtige Dokumente der Zeitgeschichte: Münzen. Hans-Jürgen Bramows Interesse an den Geldstücken ist so ausgeprägt, dass er sogar ein Buch über sie schrieb. Das Interesse des Schwaaners gilt dabei vor allem der herzoglichen Münzstätte, die es im 17. Jahrhundert in Schwaan gegeben hat. „Durch Kontakte zum deutschen Münzhandel erfuhr ich, dass es diese herzogliche Münzstätte auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses gab. Viel Material war dazu allerdings nicht zu finden“, erzählt Hans-Jürgen Bramow.

Nachdem eine Nachfrage beim Schwaaner Ortschronisten Fritz Luckmann ergab, dass ihm eine Münzprägung in Schwaan nicht bekannt war, reifte der Gedanke, etwas mehr darüber herauszufinden und die Erkenntnisse aufzuschreiben. Recherchiert hat Hans-Jürgen Bramow zunächst in den Numismatischen Heften, einer Reihe von Fachzeitschriften, die sich mit der Münzprägung beschäftigen. „Darin habe ich einen Beitrag über Schwaan gefunden, aber es war nicht sehr viel.“

Die überschaubare Informationslage weckte schließlich Hans-Jürgen Bramows Entdeckergeist. So begab er sich zum Beispiel ins Münzkabinett des Staatlichen Museums in Schwerin, nahm Kontakt mit dem deutschen Münzhandel und verschiedenen Museen in ganz Deutschland und Dänemark auf. „Ich musste ja herausfinden, welche Münzen im Umlauf sind. Dafür bin ich dann auch mit privaten Sammlern zusammengekommen“, erzählt der Schwaaner. Die Suche nach Hinweisen auf die Münzprägung in Schwaan war am Ende durchaus erfolgreich: Dabei sind nicht nur verschollen geglaubte Münzen wieder aufgetaucht, sondern auch völlig neue Münzvarianten entdeckt worden. Hans-Jürgen Bramow hatte am Ende so viel Stoff, dass er knapp 100 Seiten schreiben konnte.

Eine Aufgabe, die ihm nicht schwerfällt, wie er erzählt. „Ich habe früher am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik gearbeitet und war deshalb mit dem wissenschaftlichen Arbeiten vertraut“, erzählt Bramow. Und so nutzte der Rentner die Wintermonate dazu, die Erkenntnisse aus seinen Recherchen sauber gegliedert niederzuschreiben.

Herausgekommen ist dabei ein Werk, das die Numismatik mit der Historie in Beziehung setzt. So gibt Bramow zu Beginn seiner Ausführungen zunächst einen Abriss über die geschichtlichen Grundlagen des Herzogtums Mecklenburg-Güstrow und stellt den technischen Stand der Münzprägung im 17. Jahrhundert dar. Auf Basis dieses Grundwissens widmen sich drei Kapitel ausgiebig der Münzstätte Schwaan. Der Fließtext wird ergänzt durch zahlreiche Tabellen und einen umfangreichen Anhang, in dem die Münzen aus Schwaan und ihr heutiger Verbleib erfasst sind.

In geschichtlichen Fragen hat sich Hans-Jürgen Bramow von Dr. Steffen Stuth, Leiter des Kulturhistorischen Museums Rostock, Unterstützung geholt. „Er hat es noch einmal durchgesehen und war begeistert.“ Bramow selbst steht seiner Arbeit eher bescheiden gegenüber, freut sich aber, dass er „sowohl in der Geschichte der Stadt Schwaan als auch der Regionalgeschichte des Herzogtums Mecklenburg-Güstrow eine Lücke schließen konnte“.

Erscheinen wird Hans-Jürgen Bramows Buch voraussichtlich Ende des dritten Quartals, herausgegeben wird es im Eigenverlag. „Ich werde wahrscheinlich 300 Exemplare drucken lassen.“ Spätestens dann ist das Projekt, das über den Schwaaner Kulturförderverein gefördert wird, komplett abgeschlossen. Langweilig wird es Hans-Jürgen Bramow danach aber auch nicht: Ein neues Projekt, das sich wieder um ein Stück Geschichte dreht, habe er jetzt schon im Auge.

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