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Gnemern: Kradfahrer machen Ärger : Motorenlärm im Naturschutzgebiet

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Der Verwalter der Gutsverwaltung Gnemern KG Benedikt von Busse ist verärgert über Kradfahrer, die im "Grünen Rad" ihr Hobby frönen. Verbotsschilder sollen jetzt ein Stoppzeichen setzen.

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erstellt am 04.Okt.2012 | 06:34 Uhr

Gnemern | "Ich bin mittlerweile richtig wütend", sagt Benedikt von Busse. Er ist Verwalter der Gutsverwaltung Gnemern KG und beobachtet seit Monaten immer wieder Motorradfahrer, die illegal durch das Naturschutzgebiet "Grünes Rad" preschen. Einen hat er bereits erwischt, es aber bei einer Ermahnung belassen. Doch jetzt sei das Maß voll. Die Kradfahrer müssen jetzt mit Anzeigen rechnen, kündigt von Busse an.

Die Gesellschaft bewirtschaftet rund um Gnemern etwa 600 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, hinzu kommen rund 25 Hektar Wald diesseits der Beke, die sich durch das Naturschutzgebiet Grünes Rad schlängelt. Benedikt von Busse ist seit März 2011 für die Familie von Meerheimb, die mittlerweile auch das Schloss Gnemern wieder erworben hat, als Verwalter tätig. "Und von Anfang an musste ich immer wieder Jugendliche beobachten, die direkt hier vor meiner Haustür vorbei und dann ins Naturschutzgebiet fahren. Vor allem an den Wochenenden, aber auch nachmittags in der Woche kommen sie hierher und fahren direkt auf den Wanderwegen durch die wunderschöne Landschaft", erzählt von Busse. Einige seien mit Krädern unterwegs, andere kommen aber auch mit richtig schweren Maschinen. "Die sind bis hin nach Klein Sien zu hören. Die meisten sind außerdem ohne Nummernschild und Helm unterwegs." Sie sollen nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung kommen, sondern auch aus Bützow, sei ihm gesagt worden.

Das Grüne Rad ist ein beliebtes Erholungsgebiet für Naturfreunde, regelmäßig finden geführte Wanderungen statt. Es gibt seltene Vogelarten und Rotwild. "Doch durch das illegale Befahren gehen die Wege kaputt, Tiere werden verscheucht", ist von Busse verärgert. Von Ruhe im Naturschutzgebiet kann an solchen Tagen keine Rede sein. Auch geht es für die Kradfahrer schon mal querfeldein über die Äcker. "Die neue Saat ist dann kurz und klein."

Einmal habe er einen Jugendlichen aus dem Dorf erwischt. "Ihm war die Kette abgesprungen, das Moped fuhr nicht mehr. Ich habe ihn ermahnt", erzählt der Verwalter. Doch geholfen habe das nicht. Kurze Zeit später habe er ihn wieder fahren gesehen. Generell sei es aber schwer, dem illegalen Kradfahrern ein Stopp zu setzen. "Man erwischt sie nicht." Deshalb hat sich Benedikt von Busse jetzt Verbotsschilder besorgt. Die werde er an den Zufahrtswegen aufstellen. Wenn auch die missachtet werden, werde er Anzeige erstatten. Denn dem illegalen Treiben möchte er nicht mehr tatenlos zusehen. Von anderen Landwirten und Jagdpächter sei er darin bestärkt worden, die sich wie von Busse über die Wilderei im "Grünen Rad" ärgern.

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