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Bernitt : Moisaller Schmuckstück Leben eingehaucht

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Züricher Bohrunternehmer mit amerikanischen Wurzeln lässt Gutshaus strahlen und unterstützt Betriebe vor Ort. Offene Türen am 1. Mai

Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, die der gebürtige Amerikaner Bill Schlunegger noch nicht gesehen hat. Viele sind ihm davon sicher auch ans Herz gewachsen. Doch ein Ort hat es neben seinem Wohnsitz Zürich ganz weit nach oben auf die Liste geschafft: Moisall. Dort hat der Öl-Bohrmaschinenunternehmer nicht nur einen Firmensitz seiner Drillquest GmbH eingerichtet, sondern auch dem alten Gutshaus wieder Leben eingehaucht. Eher nebenbei entdeckte er das alte Haus mit dicken Rissen und bröckelndem Putz. Es liegt direkt auf der anderen Straßenseite des Drillquest-Betriebsgeländes. „Er hat sich in das Haus verliebt, es hat eine gute Verkehrsanbindung. Es sollte damals Familiensitz werden, aber das hat nicht ganz geklappt“, erklärt Heinz Kuttler. Er ist Geschäftsführer des Gutshauses Moisall und der Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Gutshaus.

Hausherr Schlunegger ist oft unterwegs und reist kreuz und quer um den Globus. „Deshalb klappt es nicht so ganz mit dem Familiensitz. Aber er verbringt so viel Zeit wie möglich hier in Moisall“, versichert Kuttler. Und auch die anderen Familienmitglieder genießen den Charme des alten Hauses, das in den vergangenen Jahren deutlich an Glanz gewonnen hat.

2006 hat Bill Schlunegger das Anwesen gekauft und ein Jahr später mit dem Umbau begonnen. „Davor hatte sich bereits ein Investor am Objekt versucht, aber dann doch schnell aufgegeben“, weiß Kuttler. Aber das ist so ganz und gar nicht der Stil des neuen Hausherren. Denn was der sich vornimmt, das setzt er auch um. „Wir machen eben nur alles Stück für Stück“, meint Kuttler und gibt sich bescheiden. Doch dafür gibt es keinen Grund. Denn alles, was bisher restauriert und renoviert wurde, kann sich sehen lassen: In vielen der über 25 Zimmer des Hauses wurden die alten Dielen aufgearbeitet, die alten Fenster zweifach verglast, die dicken Ölfarbschichten auf den Türen abgeschliffen und die vorhandenen Stuckarbeiten an den Decken ausgebessert – zum größten Teil mit Firmen aus der Umgebung.

Zauber des Hauses bewahren

Und bei der Einrichtung der Zimmer und Säle wurde viel Wert auf ein stimmiges Gesamtbild gelegt. „Viele Sachen kommen aus Antiquariaten “, erklärt Heinz Kuttler und tritt unter den großen Lüster im Festsaal. Der imposante Kronleuchter mit viel Prismenbehang in verschiedenen Formen wurde vor etlichen Jahrzehnten von Hand gefertigt. Er ist nicht der einzige im Haus. Bei den Möbeln ist die Palette breit gefächert: von original Chippendale Möbeln im Hochzeitszimmer bis hin zur marmornen Kaminumrandung aus Malaysia ist alles vertreten. „Es muss eben passen und der Zauber des Gutshauses darf nicht verloren gehen“, betont Kuttler. An manchen Stellen ist dann auch Platz für Details, die den jetzigen Hausherren widerspiegeln: „Das sind Teile der Bohrelemente. Die sind aus Stahl und dienen jetzt als Wandbeleuchtung“, erklärt Kuttler, legt den Schalter um und aus Dutzenden kleinen Löchern strahlt das Licht in den Saal.

Dieser wird aber nicht nur von den Bewohnern des Hauses, sondern auch von Gästen gern genutzt. „Wir vermieten für Feierlichkeiten und hatten schon einige Hochzeitsgesellschaften hier. Es dient aber nur zur Erhaltung des Hauses. Wir wollen am Ende bei Plus-Minus-Null rauskommen. Das reicht“, erläutert der Geschäftsführer. Zudem müsse so ein Haus regelmäßig mit Leben erfüllt werden. Und das soll es auch morgen, am 1. Mai. Dann werden im Gutshaus Moisall die Türen von 13 bis 17 Uhr für das Gutshaus-Café geöffnet. „Mal schauen, wie es anläuft. Vielleicht machen wir das dann öfter und noch ein bisschen mehr“, sagt Heinz Kuttler mit Blick in die Zukunft.

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