Katamaran in Bützow : Mit „Warnowlöper“ nach Rostock

Vom Rastplatz unterhalb der Warnowbrücke aus startete gestern der „Warnowlöper“ zu seiner Jungfernfahrt in Richtung Rostock.
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Vom Rastplatz unterhalb der Warnowbrücke aus startete gestern der „Warnowlöper“ zu seiner Jungfernfahrt in Richtung Rostock.

Zum ersten Mal startete gestern der Katamaran zu einer Fahrt auf der Warnow bis in die Hansestadt. Uni fertigt Verträglichkeitsstudie

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27. September 2017, 05:00 Uhr

„Ich möchte das Boot noch fahren sehen.“ Dieser legendäre Satz stammt vom ehemaligen Bürgermeister der Stadt Schwaan, Peter Faix. Seit nunmehr fünf Jahren fährt ein Boot auf der Warnow zwischen Bützow und Schwaan. Zunächst ein Kutter mit Außenbordmotor, seit drei Jahren nun ein Katamaran mit Elektromotor. Doch Peter Faix hatte eine andere Vision. Er wollte Schiffe auf der Warnow schippern sehen, die – wie bis 1974 – wieder bis nach Rostock fahren. Gestern war es endlich soweit. Zum ersten Mal machte sich der „Warnowlöper“ der Warnow-Tourismus GmbH auf den Weg in die Hansestadt. Es wird vorerst auch die einzige Fahrt bleiben. Jedoch könnte sie zugleich die Erfüllung des Traums von der Schifffahrt auf der Warnow von Bützow über Schwaan bis nach Rostock ein Stück näher bringen.

Das Befahren der Warnow bis vor die Tore der Hansestadt, bis zur Mühlendammschleuse, wurde bisher immer abgelehnt, weil der Fluss zugleich Trinkwassereinzugsgebiet für die Hansestadt Rostock ist. Deshalb gibt es nur ganz wenige Ausnahmeregelungen. Doch bereits vor zwei Jahren hatten die Städte Bützow und Schwaan eine Machbarkeitsstudie für das Befahren der Warnow bis nach Rostock angestrebt, um die sanfte touristische Erschließung der Warnow voranzutreiben.

Seitdem wurden immer wieder Gespräche mit verschiedenen Behörden geführt. „Wir als GmbH haben im vergangenen Jahr nun einen Antrag beim Landkreis und beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock gestellt“, sagt Renee Recke, Geschäftsführer der Warnow-Tourismus GmbH, in der auch die beiden Städte mit Gesellschafter sind. Nun sei die GmbH aufgefordert, eine Verträglichkeitsprüfung vorzulegen. „Für diese Studie arbeiten wir mit der Uni Rostock zusammen, die bereits entsprechende Untersuchungen für den 16 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bützow und Schwaan durchgeführt hat“, so Renee Recke. Nicht nur Mitarbeiter der Uni Rostock stiegen gestern mit ins Boot, sondern unter anderem auch Vertreter der Unteren Wasserschutzbehörde des Landkreises Rostock, Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt sowie Rostocks Bausenator Holger Matthäus, ebenso die Wasserschutzpolizei. Die Gäste sollten einfach einen Eindruck bekommen und sich auch die Flora und Fauna genauer anschauen. Für diese eine Fahrt gab es extra eine Sondergenehmigung.

Rund 23 Kilometer legte der „Warnowlöper“ zurück. Es ist der Anfang eines langen Genehmigungsprozesses. Renee Recke rechnet damit, dass frühestens 2019 mit regelmäßigen touristischen Fahrten zwischen Schwaan und Rostock begonnen werden kann. „Wir benötigen ja dann auch ein zweites Boot“, sagt der Geschäftsführer. Denn er sieht keine durchgängige Fahrt zwischen Bützow über Schwaan bis nach Rostock. Diese Fahrten seien zu lang. Es gehe um kürzere Routen, wie die zwischen Bützow und Schwaan sowie dann die von Schwaan nach Rostock.

Nach knapp dreieinhalb Stunden legte der „Warnowlöper“ in Rostock an. Es sei eine gute Gelegenheit gewesen, sich kennenzulernen und auch Meinungen auszutauschen, resümierte Renee Recke. „So haben wir künftig alle das gleiche Verständnis, wenn wir darüber reden.“

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