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Krabbelfrühstück in Schwaan : Mit Kohldampf und Volldampf

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Jeden Mittwoch kommen junge Eltern mit ihren Kleinen ins Pfarrhaus

Am Tisch geht es ordentlich zu, die Brötchen werden geschmiert und verputzt. Ein paar Meter weiter hingegen wird gewuselt, getobt und gespielt. Jeden Mittwoch findet im Schwaaner Pfarrhaus das Krabbelfrühstück statt. Anfangs wird gemeinsam gesungen, dann wird gefrühstückt – und dann heißt es insbesondere für die Kleinen: freie Fahrt.

Etwa 20 Mütter gehören der munteren Runde an. Laut Gemeindepädagogin Mareen Voss reist eine Mutti sogar aus Rühn an. Die meisten kommen aber aus Schwaan und Umgebung.

Die Idee entstand im September des vergangenen Jahres auf Initiative von Mareen Voss. Seinerzeit leitete sie nämlich bereits den Mini-Gottesdienst für Kinder bis sechs Jahre. „Da gab es sehr viel Zulauf“, blickt die Gemeindepädagogin zurück. „Da habe ich mir gedacht: Es muss doch auch etwas geben, wo die ,frisch Geschlüpften‘ sich tummeln können.“

Auf die Idee des Krabbelfrühstücks brachte Mareen Voss schließlich eine Kollegin aus Tessin, die ein solches Angebot bereits anbot. Voss schrieb Gemeindemitglieder mit Kindern im entsprechenden Alter an und lud sie ein. Doch die Resonanz ließ zu wünschen übrig, sodass die Gruppe vorerst einschlief. Ein zweiter Anlauf wurde im Dezember gestartet. Dabei wurde auch Sylvie Grigoleit angeschrieben, die sofort Feuer und Flamme für das Projekt war. „Und sie kennt alle jungen Muttis“, sagt Mareen Voss. Also wurde gemeinsam die Werbetrommel gerührt – mit Erfolg.

Seit Anfang des Jahres findet nun jeden Mittwoch ab 9.30 Uhr im Pfarrhaus dieser offene Treff statt. „Das Krabbelfrühstück ist für jeden offen“, betont Mareen Voss. Zumal es ein vergleichbares Angebot in Schwaan nicht gebe. Der Großteil der Besucher sind Mütter. Aber auch ein Vater kommt regelmäßig.

Das Augenmerk liegt laut Mareen Voss auf den Eltern. „Man soll an den gedeckten Tisch kommen und sich zu allem austauschen, was junge Eltern interessiert.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei der gedeckte Tisch. Denn es handelt sich bei dem Angebot nicht um ein Mitbring-Frühstück. Alles ist bereits angerichtet. Dafür wird lediglich eine Spende erbeten. Seit Mareen Voss kürzlich selbst Mutter einer Tochter ist, hilft auch ihre Mutter Marion bei der Gruppe mit. Sie kauft mit ein und deckt den Tisch.

Bis das Krabbelfrühstück wie jetzt eine feste Größe geworden ist, dauerte es ein wenig. Mareen Voss glaubt, den Grund zu kennen. „Die Kirche ist für viele eine hohe Schwelle, das Frühstück findet ja im Pfarrhaus statt.“ Die Gemeindepädagogin betont, dass keine Missionierung erfolge. „Das Pfarrhaus soll als offener Ort erlebt werden, der allen Zuflucht bietet.“

Das Konzept des wöchentlichen Treffens soll unbedingt beibehalten werden. Denn viele der Besucher befinden sich in Elternzeit. Fände das Krabbelfrühstück monatlich statt, kämen alle auch nur zwölf Mal zusammen, so Voss. „Und wegen Krankheit, Urlaub etc. vermutlich sogar weniger, da entsteht gar keine richtige Bindung.“

Auch wenn sich das Angebot an Eltern mit Kinder bis zwei Jahre richtet, sind oft ältere mit dabei. „Manchmal ist es schwierig, die Kinder unterzubringen“, so Mareen Voss. Und dann kommen sie eben mit und rocken laut der Gemeindepädagogin die Bude.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 08:00 Uhr

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