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Bröbberow : Mit Kasperle die kleine Heidi retten

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Puppenbühne der Landespolizei war zu Gast in der Freien Schule / Kindern wichtige Themen auf spielerische Weise näherbringen

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Die Überraschung war gelungen. „Die Puppenbühne der Landespolizei stattete uns einen Besuch ab, um den Kindern ein sehr wichtiges Thema näher zu bringen“, sagt Katharina Drewes, Leiterin der Freien Schule Bröbberow. Es ging um die Frage, wie sich Kinder Fremden gegenüber verhalten sollen. Seit vielen Jahren sind Beamte der Polizei im Land unterwegs, um in spielerischer Form die Mädchen und Jungen für solche und andere Themen zu sensibilisieren (siehe Hintergrund).

In Bröbberow begrüßte Polizist Guido die Vorschüler sowie Schüler der Klassen 1 und 2 im Mehrzweckraum, erzählt die Schulleiterin. Am Anfang stand die Frage: Was ist überhaupt ein Fremder? Polizist Guido erklärte: „Das ist jemand, der mir nicht bekannt ist, oder der nicht zu meiner Familie gehört.“ Er erklärte den Kindern, dass sie sich einen Sicherheitskreis vorstellen sollen, in den die Kinder ihre Familie und eine vertraute Person hineinlassen, nicht jedoch einen Fremden. „Auch ich bin ein Fremder, obwohl ich eine Uniform trage“, sagte der erfahrene Beamte. Deshalb gebe es Verhaltensregeln gegenüber Fremden. Denn man wisse nie, ob sie gute oder schlechte Absichten haben.

Was das bedeutet, wurde dann in einem Theaterstück demonstriert. Hauptpersonen in dem Puppenspiel waren Heidi aus der ersten Klasse und ihrer Oma, die auf einem Spielplatz eine nagelneue Wippe entdecken. Als das Mädchen sie sogleich ausprobieren möchte, bemerkt Heidi, dass es ohne Partner keinen Spaß macht. Aber Oma kann nicht wippen, sie hat es im Kreuz und will lieber das Essen vorbereiten. Als die Enkelin ihr versichert, auf dem Spielplatz zu warten, bis ihre Freunde kommen und vor allem mit niemandem mitzugehen, kehrt die Großmutter beruhigt ins Haus zurück. Aber dann kommt ein Mann des Weges und bemerkt das Mädchen. Zunächst etwas verunsichert, beginnt Heidi dem Mann zu vertrauen. Denn er wippt mit ihr. Die Versuchung mitzugehen, als der Fremde dann noch ein großes Eis verspricht, ist für das Mädchen zu groß. Unterdessen will Oma ihre Enkelin abholen, findet sie aber nicht. Verzweifelt ruft sie die Polizei. Auch der Kasperle sucht... „Unsere Kinder gaben ihm wertvolle Hinweise und beschrieben den Mann, mit dem Heidi weggegangen war“, schildert Katharina Drewes. Am Ende geht die Geschichte natürlich für die kleine Heidi gut aus, sie läuft dem Mann weg und wieder nach Hause.

Was die Geschichte mit dem wahren Leben zu tun hat? Sehr viel. Auch das gehört zum Auftritt der Puppenbühne dazu. Der Polizist Guido wertete das Theaterstück mit den Kindern aus. Die Erkenntnis daraus ist zum Beispiel: „Ob Fremde ein Eis, Spielzeug oder Geld anbieten, vielleicht auch die Hilfe beim Suchen von Tieren erfragen, niemals dürfen Kinder es annehmen und mitgehen, egal wie verlockend es scheint.“ Entscheidend, sehr wichtig und im Prinzip die einzige Reaktion kann nur sein, dass die Kinder deutlich und laut sagen: „Lassen Sie mich in Ruhe!“. So können die Mädchen und Jungen auch anderen vorbeigehenden Erwachsenen anzeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist und dass sie Hilfe benötigen.

„Zusammen übten die Kinder den Abwehrsatz. Auch wurde ihnen vermittelt, unbedingt einem Erwachsenen ihres Vertrauens Bescheid über derartige Vorfälle zu geben. Nun sind wir gut gerüstet und vorbereitet, nur für den Fall der Fälle“, so Katharina Drewes.

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