zur Navigation springen
Bützower Zeitung

20. November 2017 | 08:55 Uhr

Dreetz : Mit „Jochen“ zum Löscheinsatz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Auf dem Dorffest in Dreetz wurde das neue Einsatzfahrzeug der Freiwillige Feuerwehr getauft / Im Gedenken an ehemaligen Wehrführer

von
erstellt am 31.Jul.2017 | 09:00 Uhr

Die elf Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Dreetz rücken ab sofort mit „Jochen“ zum Einsatz aus. Auf diesen Namen wurde das neue Einsatzfahrzeug auf dem Dorffest am zurückliegenden Wochenende getauft – im Gedenken und zur Ehre eines langjährigen Kameraden.

„Wenn wir jetzt ein wasserführendes Fahrzeug haben, dann muss es auch einen Namen haben“, begründet Bürgermeister Gunter Brietzke die Taufe des brandneuen Tragkraftspritzenfahrzeuges. Dabei haben sich die Mitglieder der Wehr ihre Gedanken. „Wir wollten einen Namen, der mit der Geschichte unserer Wehr zu tun hat, aber auch einen Namen, mit dem wir selbst noch etwas verbinden“, sagt Wehrführer Matthias Dietze.

Immerhin hat die Freiwillige Feuerwehr Dreetz schon eine lange Geschichte. Gegründet wurde sie mit der Aufsiedlung des Dorfes im Jahr 1934, erzählt Gunter Brietzke. Die erste Handspritze sei mit Menschenkraft gezogen worden oder von sechs Pferden. Ein weiteres wichtiges Datum falle ins Jahr 1975. Seinerzeit hätten sich die Feuerwehren Peetsch und Zibühl der Dreetzer Wehr angeschlossen, so der Bürgermeister. Das bisherige Fahrzeug war 43 Jahre alt, erhielten die Dreetzer 1998 von der Partnerwehr aus Neuenkruge (Niedersachsen). Gunter Brietzke nutze die Taufe dazu, sich bei den älteren und Ehrenmitgliedern der Wehr zu bedanken, die die Wehr in „schwierigen Zeiten“, als es nicht so viele Einsatzkräfte gab, am Leben erhalten hätten.

In den zurückliegenden Monaten und Jahren habe sich die Situation verbessert. Deshalb war es der Gemeindevertretung auch wichtig, mit dem Kauf des neuen Einsatzfahrzeuges ein Zeichen zu setzen. „Wir schimpfen ja manchmal auf den Kreis. Doch in diesem Falle muss ich sagen, ohne die Hilfe des Landkreises wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Gunter Brietzke. Immerhin kamen von dort 35 000 Euro Fördermittel. Insgesamt investierte die Gemeinde 85 000 Euro. „Deshalb gilt der Dank Ihnen allen, denn es sind schließlich auch Ihre Steuergelder“, wandte sich der Bürgermeister an die Einwohner von Dreetz.

Die Taufe des Fahrzeuges selbst wurde standesgemäß mit einem Glas Sekt vollzogen. Das zerschellte aber nicht am Einsatzfahrzeug, sondern ersatzweise auf einer Schaufel, die der Wehrführer bereithielt. Mit einem Wasserstrahl aus der Kübelspritze wurde dann der Schriftzug am neuen Fahrzeug freigelegt. „Jochen“ war da zu lesen.

„Er erinnert an den langjährigen Wehrführer Jochen Harms(†)“, sagt Matthias Dietze. Bis 1992 stand er an der Spitze der Wehr. Seit 1963, sagt Bürgermeister Gunter Brietzke, also fast 40 Jahre. „Jochen Harms hat viel für die Feuerwehr getan und ist auch uns jüngeren noch ein Begriff“, sagt Matthias Dietze.

Nach der Taufe konnten die Einwohner das neue Fahrzeug genau unter die Lupe nehmen. Es führt 800 Liter Löschwasser mit sich. Die Kameraden machen die Luke auf und haben per Schnellangriff Wasser vor Ort. Dies ist wichtig, denn die ersten Minuten zählen bei einem Brand. Bislang musste ein Löschteich gesucht werden. Damit öffnet sich ein neues Kapitel der über 80-jährigen Geschichte der Dreetzer Wehr. Und das wurde natürlich gefeiert. „Wir haben keinen Dorfverein, dafür aber die Feuerwehr“, sagt Gunter Brietzke. Die zieht gemeinsam mit weiteren Einwohnern die Fäden auch beim alljährlichen Dorffest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen