Bützow : Mit Falschparkern lässt sich reden

Kaum haben die Politessen in Bützow Feierabend wird geparkt, wie es den Autofahrern passt? Klaus Rambow vom Ordnungsamt sieht die Lage entspannt.
Kaum haben die Politessen in Bützow Feierabend wird geparkt, wie es den Autofahrern passt? Klaus Rambow vom Ordnungsamt sieht die Lage entspannt.

Ordnungsamt begegnet Problematik diplomatisch

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29. März 2016, 08:00 Uhr

Falschparker erregen immer wieder die Gemüter – da ist Bützow keine Ausnahme. Doch in den vergangenen Monaten nahmen sich einige Verkehrsteilnehmer wohl sehr viel heraus, weshalb Stadtvertreterin Gudrun Lidzba (CDU) das Thema in der jüngsten Sitzung des Gremiums auf den Tisch brachte.

Sie ärgerte sich über besonders dreiste Falschparker. So würden am Gänsemarkt auf der Freifläche, die eigentlich Fußgänger zum Verweilen auf den dort befindlichen Bänken einladen soll, oft Fahrzeuge abgestellt. Während der Zeiten, in denen die Politessen hier kontrollieren, sei alles in Ordnung, fügte sie an. Aber kaum, dass diese in den Feierabend gingen, stünden hier unerlaubt Fahrzeuge vor den dortigen Geschäften. Am Hafen ein ähnliches Bild: Hier stellten Anwohner oftmals ihre Autos auf den Gehweg.

Nicht nur Stadtpräsident Mathias Wolschon teilte ihre Meinung. Ihm sei von Bürgern mehrfach mitgeteilt worden: „In Bützow herrscht Wild West.“

„Das stört mich sehr, weil es die Stadt Bützow viel Geld gekostet hat“, erklärte Lidzba. Dabei bezog sie sich auf die in jüngerer Zeit sanierten Flächen und schlug vor, über Poller nachzudenken, um die Sitzflächen zu schützen. „Damit wir das, was wir schon gemacht haben, so schön bewahren.“

Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) gab auf der Sitzung zu: „Das ist ein Problem.“ Er wolle die Politessen flexibler einsetzen und die Polizei stärker einbinden, um der Problematik zu begegnen. Es müssten verstärkt Sanktionen gegen die Falschparker ausgesprochen werden. Denn durch das ständige Befahren würden die Gehwege beschädigt.

Das Ordnungsamt ist diesbezüglich inzwischen einen großen Schritt weiter. „Aus unserer Sicht ist es kein sehr großes Problem“, sagt Klaus Rambow vom Ordnungsamt im Bützower Rathaus.

„Beim Bäcker (am Gänsemarkt; Anm. d. Redaktion) befindet sich eine Ruhezone“, erklärt Rambow. Die Fahrzeuge würden über den abgesenkten Bordstein, der dort wegen eines Schwerbehindertenparkplatzes nötig ist, auf die Fläche fahren. „Das ist aber keine Zufahrt“, fügt er an.

Mit den Geschäftsinhabern habe das Ordnungsamt Kontakt aufgenommen und die Sachlage besprochen. „Die Politessen haben vermehrt kontrolliert“, so Rambow weiter. Dennoch habe er Verständnis, dass hier Be- und Entladen werde. „Irgendwo müssen die Leute ja Entladen können“, sagt Rambow. Verboten sei das in der Ruhezone grundsätzlich nicht. „Dass ab und zu jemand sein Auto dort abstellt, können wir nicht verhindern.“

Darüber hinaus werde sich das Problem bald von allein lösen, erklärt Klaus Rambow. Denn die Stadt habe die Genehmigung erteilt, dass in den warmen Monaten im Außenbereich des Bäckers wieder Sitzgelegenheiten aufgestellt werden dürfen.

Wenn die Politessen ihren Dienst beenden gebe es zudem noch die Polizei. „Die greift dann auch ein“, macht Rambow deutlich. Die Beamten würden Verkehrsdelikte, wie das unerlaubte Parken auf Behindertenparkplätzen, aufnehmen und zur Bearbeitung an das Ordnungsamt weitergeben. „Das ist schon immer so gewesen. “

Ähnlich entspannt sieht er die Situation am Hafen: „Dort haben zeitweise Anwohner geparkt. Das ist auch geahndet worden.“

Doch auch hier habe das Ordnungsamt den Kontakt zu den Betroffenen gesucht und das Problem so aus der Welt geschafft. Seither seien keine Verstöße mehr festgestellt worden. „Gespräche führen ist immer eine bessere Option“, sagt Klaus Rambow.

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