Video-Ferien für Jugendliche aus MV : Mit der Videokamera im Naturcamp

<strong>Jonas steht hinter der Kamera</strong> und filmt eine Szene in einem Richterzimmer. Die Richterin redet mit Georg, Tony, Samanta und Celestine. (v. l) Sie verkörpern einen Afro-Amerikaner, einen Jugendlichen, eine Försterin und eine Japanerin. (v. l) <fotos>Katja Grabowski (4)</fotos>
Jonas steht hinter der Kamera und filmt eine Szene in einem Richterzimmer. Die Richterin redet mit Georg, Tony, Samanta und Celestine. (v. l) Sie verkörpern einen Afro-Amerikaner, einen Jugendlichen, eine Försterin und eine Japanerin. (v. l) Katja Grabowski (4)

Im Naturdorf Eickhof begannen vor einer Woche die Videoferien für Jugendliche aus MV. Die 10- bis 16-Jährigen drehten einen Kurzfilm. "Die Umwelt klagt an - die zwölf Geschworenen" lautet der Titel des Films.

svz.de von
09. Juli 2012, 11:20 Uhr

Eickhof | Ein großer Saal ist Drehort für eine Szene in einem Richterzimmer. Drei Kameras sind auf vier Hobby-Nachwuchsschauspieler gerichtet, die gerade ihre letzte Trockenprobe absolvieren. Wild diskutieren sie miteinander, sind aufgebracht. "Georg, du musst mit Akzent reden. Denk daran, du bist Afro-Amerikaner und kannst dich nicht so deutlich ausdrücken", lenkt Pädagogin Yvonne Gradtke ein.

Im Naturdorf Eickhof begannen vor einer Woche die Videoferien für dreizehn Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern. Die 10- bis 16-Jährigen drehten bis letzten Samstag einen Kurzfilm. Das Projekt wird durch Aktion Mensch mitfinanziert, die Technik durch Wolfgang Ehlers vom Bützower Fotoklub "Nordlicht" zu Verfügung gestellt. "Die Umwelt klagt an - die zwölf Geschworenen" lautet der Titel des zirka fünfzehnminütigen Films. Yvonne Gradtke und Saskia Pohl von der AWO Güstrow sind zusammen mit Sebastian Brandt, der Mann für die Technik, die Betreuer vor Ort. Das Besondere an der Geschichte ist, dass es kein Drehbuch gibt. "Wir haben uns vorher zusammen Gedanken gemacht. Die Grundidee ist, dass es sechs Tiere und sechs Menschen gibt. Die Texte der Nachwuchsschauspieler sind alle improvisiert", erklärt Saskia Pohl. Die 29-jährige Soziologin ergänzt weiterhin: " Die Geschichte hat ein offenes Ende. Der Film soll einen Denkanstoß bieten, wie das eigene Verhalten mit und zu der Umwelt ist. Es betrifft jeden Menschen aller Nationen. Das Globale wird auch im Film wiedergegeben." Die sechs Jungs und sieben Mädchen haben sich ihre Rollen selbst ausgesucht. " Es ist uns wichtig, dass sie sich damit identifizieren können", sagt die Jugendsozialarbeiterin Yvonne Gradtke. Im Hintergrund überprüft Brandt noch einmal die Einstellungen der Kameras. Manchmal dauert es, bis eine Szenensequenz fertig gedreht ist. Die Jugendlichen haben einen hohen Anspruch an sich selbst. "Man kann ein Gut haben, aber man kann auch ein Besser haben", wiederholt Gradtke die Worte einer Jugendlichen. "Kamera an und Action!", ruft Jessica Schmidt ihren Darstellerkollegen zu. Die Szene im Richterzimmer wird abgedreht. "Und Schnitt!", ruft sie wieder laut und die Szene ist im Kasten. Es wird geklatscht. Der Drehtag ist für heute beendet, am nächsten Tag geht es weiter.

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