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Langen Trechow : Mit dem eigenen Käse zum Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Nicole Deinl aus Langen Trechow hat jetzt eine eigene Marke, den „Weißen Trechower“. Produktion wächst Stück für Stück

von
erstellt am 18.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Um ihren Traum von der eigenen Käserei zu verwirklichen, hatte Nicole Deinl aus Langen Trechow einen festen Plan. Mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne wollte sie das Geld für das nötige Equipment zusammenbekommen und professionell in Produktion gehen. Doch es kam alles anders. Die anvisierte Summe kam nicht zusammen, alles stand wieder bei Null. Ihren Traum aufgegeben hat die 46-Jährige aber dennoch nicht. Mittlerweile hat sie ihre eigene Käsemarke, den „Weißen Trechower“. Geklappt hat das durch monatelange harte Arbeit und die Umstellung ihrer Arbeitsabläufe, sagt sie. „Außerdem habe ich, nachdem die Kampagne zu Ende war, auch viele Sachspenden bekommen, was mir sehr geholfen hat“, sagt Nicole Deinl.

Das Scheitern der Kampagne sei für sie zunächst ein großer Schock gewesen, sie sei in ein tiefes Loch gefallen, erzählt Nicole Deinl. „Aber aufgeben ist nicht meins, deswegen habe ich weitergemacht und mir Stück für Stück alles erarbeitet. Dadurch hat aber auch alles länger gedauert als geplant.“ Der größte Meilenstein für die Langen Trechowerin war der Moment, als es hieß, dass sie ihren Käse offiziell als eigene Marke verkaufen kann. „Ich habe ihn im April in ein Labor geschickt. Das war sehr aufregend. Als dann die Nachricht kam, dass der Käse komplett in Ordnung ist, war ich richtig stolz.“ Für ihr kleines Unternehmen sei das ein Riesenschritt gewesen, da sie ihren Käse dann auch außerhalb ihres Hofes verkaufen konnte.

So ist Nicole Deinl in den vergangenen Monaten auf vielen Märkten in der ganzen Region und darüber hinaus gewesen und hat ihren Käse unter die Leute gebracht. Mit den Einnahmen konnte sie sich nach und nach technische Geräte kaufen, die ihr Produktion und Verkauf erleichtern. Besonders glücklich ist Nicole Deinl über ihre neue Käsetheke. „Vorher hatte ich keine, bin teilweise mit einem Kühlschrank zu den Märkten gefahren. Mit der Theke kann ich den Käse nun aber ansprechend präsentieren. Das ist auch etwas, worauf viele Kunden großen Wert legen“, sagt sie.

Neben dem Käse verkauft Nicole Deinl auch Seifen und Salben, die ebenfalls auf der Basis von Ziegenmilch entstehen. Genau wie bei der Käseproduktion legt die Langen Trechowerin großen Wert darauf, dass die Inhaltsstoffe hunderprozentig natürlich sind. Ihr Credo: „Ich möchte vor allen Dingen helfen. Das war schon immer meine Anspruch.“ Ihr Hauptkundenstamm bei den Seifen und Salben seien vor allem Eltern, die ihren Babys keine chemischen Produkte zumuten wollen und Patienten mit Hautkrankheiten jeglicher Art. „Aber auch meine Haarseifen sind der Renner.“ Produkte wie diese verkauft die 46-Jährige über ihren Onlineshop – in ganz Deutschland und darüber hinaus.

Auch die vielen Arbeitsstunden, die Nicole Deinl in ihre Käseproduktion investiert, tragen Früchte. „Um die Märkte muss ich mich schon gar nicht mehr selbst kümmern, viele kommen von sich aus auf mich zu.“ Der Verkauf sei zwar nicht immer durchgehend gleich gut, aber es zeige sich deutlich, dass die Nachfrage da ist. Daher hat die fünffache Mutter, die bei der Arbeit von ihren Kindern unterstützt wird, auch ihre Herde komplett neu aufgestellt.

„Ich habe in Zusammenarbeit mit der Uni Hannover die Behandlung und Betreuung der Tiere systematisch umgestellt. Die ganze Versorgung ist jetzt anders, sie bekommen andere Medikamente und alles wird differenzierter kontrolliert“, erklärt Nicole Deinl. Auch die Zahl der Tiere ist deutlich gestiegen. „Ich hatte erst sechs Muttertiere. Jetzt ist die ganze Herde saniert, ich habe alle, die keine Nutztiere waren, verkaufen können und habe so aufgestockt, dass ich jetzt zwölf Muttertiere habe. So kann ich nächstes Jahr mit der doppelten Milchmenge agieren.“

Dass ihre Arbeit sich so entwickelt, ist für Nicole Deinl ein Segen. „Es ging zuerst so schleppend, dass ich zwischendurch schon an den Punkt kam, an dem ich über das Aufhören nachdachte. Aber dann kamen die Anrufe. Da wusste ich, es kommt ins Rollen, jetzt musst du weitermachen.“ Ein großer Antrieb seien auch ihre Kinder, die immer wieder sagen, wie stolz sie auf die Käserei sind. „Sie sagen mir immer, dass mein Käse einfach der weltbeste ist.“

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