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4. Mecklenburger Schafschurfest in Lohmen : Mit 600 Schafen mitten durchs Dorf

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Ein Spektakel für Lohmen und die zahlreichen Besucher: Bei dem 4. Mecklenburger Schafschurfest - dem größten seiner Art im Land - wurden am Sonnabend 600 Tiere von den Schafscherern erwartet.

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erstellt am 23.Apr.2012 | 12:10 Uhr

Lohmen | Professionell trieben Schäfermeister Rico Nöller und Lohmens Wollkönigin Paula I. Sonnabend unter Fanfarenklängen die riesige Schafherde auf den Lohmener Dorfplatz. Kein Wunder, ist doch die 23-jährige Paula Eckert ebenfalls gelernte Schäferin. Bei der Festscheune wurden die 600 Tiere schon von den Schafscherern erwartet, die den ganzen Tag Knochenarbeit leisteten und die Tiere von ihrem Winterfell befreiten. Ein Spektakel für Lohmen und die zahlreichen Besucher, die sich zum 4. Mecklenburger Schafschurfest - dem größten seiner Art im Land - aufgemacht hatten.

Keine Romantik, sondern knallharte Arbeit

Das Bild ist reizvoll: Der Schäfer, der mit seiner Herde durch die weite mecklenburgische Landschaft in den Sonnenuntergang zieht. Doch diese Romantik trügt. "Es ist knallharte Arbeit, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr", weiß Wollkönigin Paula Eckert, die mit ihrer Mutter eine Herde mit 550 Tieren hat. "Dennoch liebe ich Schafe und wollte immer schon Schäferin werden." Sie wünscht sich jedoch, dass das "regionale Produkt Schaf" von der Bevölkerung noch mehr geschätzt und angenommen wird. "Schafe bringen Fleisch, Wolle und Milch. Wir haben sie hier vor Ort und müssen sie nicht aus Neuseeland importieren", sagt sie. Die 250 Mitglieder des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes MV halten zurzeit etwa 30 000 Mutterschafe. 60 Berufsschäfer sind hier organisiert.

So auch Rico Nöller aus Suckwitz, acht Jahre hintereinander Meister im Landeshüten. Durch das Lohmener Schafschurfest erhofft er sich mehr Anerkennung für seinen Berufsstand. "Das ist Werbung für uns Schäfer und die Tiere", sagt der 43-Jährige. Er wünscht sich mehr Unterstützung von der Politik, speziell auch Fördermittel. "Schließlich sind Schafe auch Landschaftspfleger." Das wirtschaftliche Überleben sei für Schäfer nicht einfach. "Schafe gibt es bei uns nur noch, weil sich einige Idealisten finden", sagt Rico Nöller. "Für mich gibt es nichts anderes. Ich bin schon mit Schafen und Hunden aufgewachsen."

"Unser Schafschurfest soll das Image des Schafes und auch den Beruf des Schäfers aufwerten", sagt Lohmens Bürgermeister Bernd Dikau. Jedes Jahr lockt das Spektakel zahlreiche Besucher in die kleine Gemeinde. Ein noch größeres Fest plant Lohmen zum 785-jährigen Dorfjubiläum, das vom 1. bis 3. Juni zusammen mit dem 85-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Lohmen gefeiert wird. In der Festscheune wird Sonnabendabend ein Film zum Jubiläum sowie eine Fotoausstellung der Feuerwehr gezeigt.

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