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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 23:29 Uhr

steinhagen : Ministerin zu Gast

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bützower Bildungsverein bittet Sozialministerin Birgit Hesse zum Gespräch / Kommunale Vereine hoffen auf Unterstützung vom Land

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 18:14 Uhr

Der Berufsbildungsverein Bützow im Fokus der Landespolitik: Arbeits- und Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) war gestern zu Gast in den Steinhagener Räumlichkeiten. Im Gespräch mit Peter Müller, Geschäftsführer des Vereins, und Jens Lahl, Geschäftsführer des Güstrower Bildungshauses, erhielt sie einen Eindruck über die Arbeit der Einrichtungen. Müller und Lahl erhoffen sich Unterstützung seitens der Ministerin für ihre Projekte zur Vermittlung von Arbeitslosen der Altersgruppe „50 plus“ und für die Unterstützung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.

„Wir dürfen unsere Leute, die in ihrem Leben fleißig gearbeitet haben, nicht vergessen“, sagt Müller. Im Programm „Top für Job“, eine Initiative des Jobcenters und des BilSE-Instituts, erhielten Arbeitslose älteren Semesters Unterstützung, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Aus finanziellen Gründen lief das Programm aus. Das Bedürfnis nach Unterstützung bleibe jedoch. „Ausgelaufene Bundesprojekte werden wir nicht ersetzen“, sagt Dr. Antje Draheim, Abteilungsleiterin für den Bereich Arbeit im Ministerium. Dass eine Nachfrage der Generation 50 plus vorhanden sei, wisse die Abteilungsleiterin. Dem entgegenzuhalten sei jedoch das Programm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“. In diesem sollen mithilfe der örtlichen Jobcenter Menschen wieder am Arbeitsmarkt teilnehmen können. Dennoch sei der Abteilungsleiterin bewusst, dass sich das Programm vordergründig an Personen richte, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkung besonderer Förderung bedürfen. „Das Teilhabeprogramm ist ein gleitender Übergang zur Rente“, so Draheim. Der Förderbereich für Personen ab 50 Jahren sei somit noch ausbaubar.

Im Güstrower Bildungshaus erhalten vor allem junge Menschen unter 25 Jahren spezielle Förderung. Hier werden hauptsächlich Jugendliche betreut, die aus einem sozial schwachen Umfeld kommen und auf keine familiäre Unterstützung hoffe können. „Wir müssen die Jugendlichen auch im privaten Bereich unterstützen. Erst müssen sie in die Gesellschaft vermittelt werden und dann in das Berufsleben“, sagt Lahl. Dies gelte auch für Flüchtlinge.

Im Bildungshaus kommen Flüchtlinge mit deutschen Jugendlichen in den Fördermaßnahmen zusammen. „Wir lassen die Flüchtlinge nicht nur unter sich“, sagt Lahl. Dadurch sollen bewusst Hemmnisse abgebaut und Vorurteilen entgegengewirkt werden. „Integration ist keine Einbahnstraße. Wir müssen schauen, wie wir vor Ort den Prozess voranbringen können“, sagt Birgit Hesse.

In den Maßnahmen des Bildungsvereins in Steinhagen und im Güstrower Bildungshaus lernen Jugendliche, unerheblich welche Nationalität sie haben, Disziplin und eignen sich handwerkliche Fachkenntnisse an. „Wir müssen bei jedem einzelnen eine Potenzialanalyse mache, damit wir wissen, wo wir den Menschen abholen können“, sagt Müller. Gerade im Handwerk mangele es an Nachwuchs. Mit der Unterstützung der Vereine solle sowohl den Jugendlichen als auch dem Handwerk eine Chance geboten werden.

Um der Ministerin einen besseren Eindruck über die Arbeit des Bildungsvereins zu vermitteln, führte Müller sie im Anschluss des Gesprächs auf dem Gelände herum. Neben den Unterkünften standen dabei vor allem die Werkstätten im Vordergrund. Nach dem Besuch der Ministerin bleibe offen, wie und wann das Ministerium den Bützower Bildungsverein und das Güstrower Bildungshaus unterstützen werden.

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