zur Navigation springen
Bützower Zeitung

17. Dezember 2017 | 05:29 Uhr

Bützow : Milchwerk verdoppelt Kapazitäten

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

15 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die Erweiterung des Standortes

von
erstellt am 19.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Das Bützower Dauermilchwerk im Vierburgweg kennt beinahe jeder Warnowstädter. Doch was hinter dem weißen Eingangstor passiert, wissen die wenigsten. Bisher hielt sich das Unternehmen aus der Öffentlichkeit fern. Dabei stehen die Chancen gut, dass beim Einkauf im örtlichen Supermarkt immer mal wieder ein Produkt im Einkaufswagen landet, dessen Zutaten aus Bützow stammen.

2009 übernahm die Almil AG mit Hauptsitz in Oberursel im Taunus das Werk in Bützow. Zunächst war hier nur ein Umschlagsplatz geplant. Doch bei einer Besichtigung war Geschäftsführer Tilen Verhovsek schnell davon überzeugt, dass in Bützow deutlich mehr möglich ist. „Hier ist praktisch schon in den 1970er-Jahren ein
Betrieb entstanden mit sinnvollem Aufbau“, sagt er. Die Trocken-, Nass- sowie ein Hochhygienebereich seien bereits vorgegeben gewesen.


Produktion läuft rund um die Uhr

Nun wird hier seit mehreren Jahren aus Rohmilch in Sprüh- und Walzentrocknung Pulver hergestellt – 45  000 Tonnen im Jahr, „die wir innerhalb der EU an Industriekunden liefern“, so Verhovsek. Die Verfahren seien recht speziell. „Wir versuchen uns ein wenig im Nischenbereich zu bewegen“, erklärt der Prokurist.

Die Rohmilch stammt aus der Region. „Wir sind aber nicht direkter Vertragspartner der Betriebe“, sagt Werksleiter Gerold Harms. Abmachungen hinsichtlich Preisen würden über die Auftraggeber der Almil AG laufen. „Wir sind aber bestrebt, eigene Milchlieferanten aus der Region ins Boot zu holen“, so Harms.

Im Bützower Milchwerk wird die Rohmilch zu pastorisierten Produkten und Sahne hergestellt, erklärt Verhovsek. Die Sahne geht als Nebenprodukt in ein Werk nach Niedersachsen und wird zu Butter weiterverarbeitet. Das Pulver, beispielsweise Magermilch- oder Vollmilchpulver, landet zu 50 bis 60 Prozent in der Süßwarenindustrie. Die Tafel Schokolade, wahrscheinlicher aber ein Kaffee-Getränk aus dem Kühlfach oder auch Eis und Milchbrötchen werden mit Bützower Milchpulver hergestellt. Aber: „Wir sind ein reiner Industrielieferant“, betont der Geschäftsführer, dass selbst keine verzehrfertigen Produkte hergestellt werden.

Im Drei-Schichten-System wird hier täglich 24 Stunden und sieben Tage die Woche produziert. „Heute haben wir am Standort 73 Mitarbeiter“, berichtet Verhovsek. Das Unternehmen bildet darüber hinaus den eigenen Nachwuchs aus. So können sich Interessierte in Bützow zum Milchtechnologen, zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik, oder zum milchwirtschaftlichen Laborant ausbilden lassen.

Der Anteil an Exportware ist sehr groß. In diesem Bereich kommt der Aktiengesellschaft die eigene Flotte an Tankzügen und Silofahrzeugen zugute. Damit kann ohne Verpackungsaufwand beispielsweise an große Schokoladenproduzenten geliefert werden. Regelmäßige Abnehmer im Ausland sind Produzenten in Ägypten, Kuba, auf den Phillipinen, im Libanon oder China. „Dort haben wir uns relativ gut etabliert“, sagt Verhovsek.


Verarbeitungsmenge wird verdoppelt

In diesem Jahr will sich das Unternehmen am Standort Bützow noch einmal stark vergrößern. Derzeit reichen die Kapazitäten, um jährlich 200 Millionen Kilogramm Rohmilch zu verarbeiten.

„Ende dieses Jahres und bis 2017 erweitern wir das Werk“, so Verhovsek. Danach soll sich die Kapazität verdoppeln, damit 400 Millionen Kilogram weiterverarbeitet werden können. Geplant sind weitere Betriebsräume, ein großer Vorverdampfer sowie zwei weitere Türme für die Trocknung. Insgesamt 15 Millionen Euro werden dafür investiert. „Personell wird das sicher auch zu weiteren Einstellungen führen“, so Verhovsek.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen