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Heute Zwangsräumung : Mietnomade wütet in Bützow

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Vermieter schockiert: Mietwohnung in der Bützower Wallstraße ist völlig zerstört / Zwangsräumung stand heute an

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2015 | 19:20 Uhr

Fauliger Geruch schlägt einem beim Öffnen der Wohnungstür entgegen. Schon auf den ersten Blick ist klar, dass hier etwas nicht stimmt. Die Türklingel und der Briefkasten sind demoliert und im Flur der Wohnung in der 1. Wallstraße 27 zeichnet sich ein Bild der Verwüstung. Doch eingebrochen wurde hier nicht – der ehemalige Mieter hat die Wohnung mit all ihren Installationen kurz und klein geschlagen. Er wollte nicht zahlen. Die Zwangsräumung stand unmittelbar bevor. Ein Mietnomade. Mitten in Bützow.

„Anfangs kam mir Robert Müller* ganz vernünftig vor. Er ist alleine eingezogen – hat sich sogar das Bad neu gefliest. Doch dann kam die Miete nur sporadisch. Dreimal in 15 Monaten“, erinnert sich Vermieter Torsten Schmidt*. Alles reden half nicht und so strebte Schmidt vor rund drei Monaten eine Räumungsklage an. Der Gerichtsvollzieher war für heute angemeldet, doch dazu sollte es nicht kommen. Von den aufmerksamen Nachbarn habe Torsten Schmidt, der mehrere Wohnungen in Bützow vermietet, gehört, dass sein Mieter bereits kurz vor Weihnachten ausgezogen sei.

„Letzte Woche habe ich beschlossen nach dem Rechten zu sehen. Irgendwie kam mir das gleich alles komisch vor, aber was mich hinter der Tür erwarten würde, habe ich nicht geahnt“, sagt der Vermieter. Im Wohnzimmer wurde der alte Kachelofen rausgerissen, der Herd ist völlig demoliert – vom Rest der Einbauküche ist nichts geblieben – Türen wurden aus den Zargen gerissen, die Fliesen sind von den Wänden gekloppt und Farbe klebt an Böden und Wänden.

„Ich bin stocksauer und werde natürlich auch Anzeige erstatten“, ist Torsten Schmidt entschlossen. Die Kosten für die Instandsetzung schätzt der erfahrende Vermieter auf rund 10 000 Euro. „Darauf werde ich wohl sitzen bleiben“, sagt Schmidt.

Warum Robert Müller die Wohnung verwüstet hat, ahnt Torsten Schmidt: „Es ist seine Rache für die Räumungsklage. Einer der Nachbarn hat gehört, wie Robert Müller zu einem Kumpel gesagt hat, dass das die Strafe dafür sei.“

Nun bleibt dem Vermieter nur, die Schäden zu beseitigen. Die Schlösser hat er bereits ausgetauscht. In vier bis fünf Monaten hofft er, die Wohnung wieder vermieten zu können. „Ich bin jetzt aber auf jeden Fall hellhörig geworden und werde mich über künftige Mieter genau informieren – mit einer Auskunft vom vorherigen Vermieter beispielsweise“, ist Torsten Schmidt nun schlauer.

Das rät auch Lutz Heinecke, Präsident des Landes verbandes Haus und Grund in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich kann nur raten, am Anfang vorsichtig zu sein und sich Vormieter-Bescheinigungen, Einkommens-Nachweise und  Schufa-Auskünfte zeigen zu lassen“, sagt Heinecke. Sollte der Mieter dann dennoch mindestens zwei Monatsmieten im Rückstand sein, rät der Experte zur fristlosen Kündigung und das sofort.

*Namen der Redaktion bekannt

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