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Ein Jahr Mindestlohn : Menschen im Landkreis profitieren

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zieht eine positive Bilanz

Ein Jahr nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zieht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für den Landkreis Rostock eine positive Bilanz. „Zum ersten Mal haben alle Beschäftigten einen festen Lohnsockel unter den Füßen – von der Küchenhilfe bis zur Verkäuferin“, sagt NGG-Geschäftsführer MV Jörg Dahms.

Vom „Schreckgespenst Mindestlohn“, vor dem die Arbeitgeber auch im Landkreis Rostock gewarnt hätten, sei nichts übrig geblieben. Der Mindestlohn sei weder Konjunktur-Bremse noch Job-Killer.

Die NGG legte dazu jetzt eine aktuelle Analyse vor, die das renommierte Pestel-Institut (Hannover) im Auftrag der Gewerkschaft gemacht hat. Die Wissenschaftler werteten dabei auch die Beschäftigungssituation im Landkreis Rostock aus. „Anstatt Servicekräfte oder Küchenpersonal zu entlassen, haben Hotels, Pensionen, Restaurants und Gaststätten neue Kräfte eingestellt. Insgesamt arbeiteten dort im Juni vergangenen Jahres 4330 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – und damit 2,7 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres, als es den Mindestlohn noch nicht gab“, sagt Dahms.

Nach Angaben der NGG hat der Mindestlohn zudem dazu geführt, dass etliche Arbeitgeber aus Mini-Jobs reguläre Stellen gemacht haben. Das gelte nicht nur für die Gastro-Branche. Die Arbeitslosigkeit habe im „Mindestlohn-Jahr 2015“ abgenommen: Im Dezember waren rund 8250 Menschen im Landkreis ohne Beschäftigung – und damit 11,4 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Auch die Beschäftigtenzahl insgesamt habe sich mit dem gesetzlichen Mindestlohn positiv entwickelt: Im Sommer des vergangenen Jahres gab es im Landkreis 661 Menschen mehr, die einen Job hatten, als im Sommer 2014.

Dabei hat auch der Staat vom Mindestlohn profitiert. „Im Juni vergangenen Jahres gab es im Kreis Rostock 628 Aufstocker weniger – ein Rückgang um 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Menschen sind nicht länger auf die ‚Stütze vom Staat‘ angewiesen“, so Jörg Dahms.

Das Lohn-Plus habe zudem dem Landkreis eine höhere Kaufkraft beschert, von der insbesondere auch die heimische Wirtschaft profitiert habe.


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