Leistungsvergleich in Tempzin : „Melken macht Spaß“

Junge Mutti und Melkerin: Franziska Paradies aus Warin mit ihrem schlafenden Sohn Phill Fünning auf dem Arm.
Junge Mutti und Melkerin: Franziska Paradies aus Warin mit ihrem schlafenden Sohn Phill Fünning auf dem Arm.

Franziska Paradies, Cindy Czoch und Daniel Wöhler gehören zu den Teilnehmern beim Leistungsvergleich mit Berufskollegen in Tempzin

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22. Februar 2018, 20:30 Uhr

Sie sind begeistert von ihrem Beruf: Franziska Paradies, Cindy Czoch und Daniel Wöhler gehören zu den Teilnehmern beim Leistungsvergleich der Melker vom Kontrollverein Güstrow, der kommende Woche in Tempzin zwischen Brüel und Warin stattfindet. Vorab trafen sie sich mit anderen Teilnehmern am Wettkampfort, am Melkkarussell der Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf in Tempzin. Mit von der Partie sind auch Melker von der Agrofarm Lüssow und aus dem Hoppenrader Betriebsteil der Agargenossenschaft Jürgenshagen.

„Ich liebe meinen Beruf“, schwärmte die 23-jährige Franziska Paradies aus Warin. Die Arbeit sei abwechslungsreich. Nicht nur das Melken, auch die Kälber. Schon als Kind war Franziska durch ihre Schwester Bianka, die auch in der Landwirtschaft gelernt hat, im Kuhstall. Gleich nach Schulabschluss hat sie Tierwirtin gelernt und zunächst in Plauerhagen gearbeitet. Jetzt ist die junge Mutter im Betrieb Jens Lötter in Baumgarten tätig. Ihr kleiner Sohn Phill Fünnig schlief in ihrem Arm, als sie sich in Tempzin mit anderen Melkern traf.

„Melken macht Spaß“, sagte Cindy Czoch aus Tempzin. Zunächst hatte die 18-Jährige eine Lehre als Köchin begonnen. Ihr Lehrbetrieb kam in Schwierigkeiten. Die junge Frau wechselte den Beruf, machte ein Praktikum in dem Betrieb, wo ihr Opa arbeitet - die Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf. Hier ist sie im zweiten Lehrjahr und nimmt das erste Mal an einem Melkerwettbewerb teil. Dabei hat sie ebenso Heimvorteil wie Daniel Wöhler, der bereits zum 17. Mal bei einem Leistungsvergleich dabei ist: „Man sieht andere Kollegen, kommt ins Quatschen“, freut er sich schon auf den Wettbewerb.

Der ist zugleich ein Erfahrungsaustausch und die billigste Methode, eine Weiterbildung zu machen, sagt Angelika Fraß vom Landeskontrollverband für Leistungs- und Qualitätsprüfung. Bereits zum 25. Mal lädt der Kontrollverein Güstrow zum Leistungsmelken ein.

Für Torsten Schrein, den Chef der Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf, ist der Wettbewerb auch wichtig, um die Branche nach außen zu präsentieren. Man könne so den Verbrauchern zeigen, wie viel Arbeit geleistet wird, um Milch zu produzieren. Und das in einer erneut äußerst angespannten Situation für die Milchbauern. Er sei tief enttäuscht, sagt Schrein. Der Milchpreis befindet sich wieder einmal im freien Fall. Nur drei Monate waren die Milchpreise auskömmlich für die Bauern, nach zwei Krisenjahren. 39 Cent pro Liter zahlte die Ostseemolkerei Wismar. Jetzt liege der Preis bei 32 Cent. Wenn die 30-Cent-Marke erreicht wird, würden wieder Bauern aufgeben, befürchtet Schrein. „Die nächste Milchkrise ist in Aussicht. Das ist eine Katastrophe“, fügt er hinzu. In der Vergangenheit habe sein Betrieb die Verluste aus der Milchproduktion durch Erlöse aus dem Ackerbau ausgeglichen. Bei schlechten und mäßigen Ernteerträgen sei das zuletzt nicht einmal möglich gewesen.

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