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Bützower Zeitung

21. November 2017 | 15:11 Uhr

Qualitz : Mein hölzerner Beschützer

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Allerhandverein startet ein neues Projekt: „Schutzbefohlen“ thematisiert die Kraft der Figurensymbolik

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Statuen wachen seit Jahrhunderten symbolisch über diejenigen, die sie erschaffen. Was fasziniert so sehr an den kleinen und großen Abbildungen? Und welche Symbolik haben sie? Der Allerhandverein in Qualitz möchte diesen Fragen nachgehen und in dem Projekt „Schutzbefohlen“ selbst zum Werkzeug greifen.

Bei dem Programm „Schutzbefohlen“ geht es um Bildhauerei. Das Projekt solle Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 18 Jahren die Chance geben, sich nach der Schule körperlich zu betätigen und mit den eigenen Händen etwas herstellen zu können, erklärt Barbara Wetzel vom Vorstand des Allerhandvereins. „Wir haben das Programm extra für Jugendliche auf die Beine gestellt, die sonst nicht so schnell an kulturelle Vielfalt gelangen. Wenn ein Kind hier auf dem Dorf Qualitz zum Beispiel kunstvoll Figuren bearbeiten und sich kreativ ausprobieren möchte, müsste es dafür bis nach Rostock fahren“, sagt Wetzel. Sie ist eine von zwei Betreuerinnen, die das Projekt in die Hand genommen haben.


Auseinandersetzung mit Symbolik


Als gelernte Grafikerin verstehe sie das Handwerk. Und auch die zweite Betreuerin, Gabriele Hesse, kommt aus dem Bereich des kreativen Schaffens. „Sie hat Malraumleiterin gelernt. Bei dieser künstlerischen Ausdrucksform steht weniger das Werk, als mehr die Entstehung im Mittelpunkt. Aber eigentlich ist sie Sängerin“, so Wetzel. Das könne natürlich die Arbeitsmoral heben.

Die Teilnehmer sollen aber nicht nur Holzstücken mit Hammer und Hobel zu Leibe rücken, sondern sich auch mit der Symbolik der Figuren auseinandersetzen. „Die Frage ist: Was kann ich mit meiner Figur ausdrücken?“ Dafür sind laut Wetzel Exkursionen geplant. „Wie der Name des Projektes schon sagt, soll es vornehmlich um Figuren gehen, die Schutz symbolisieren. Zum Beispiel Schutzpatrone. Dafür wollen wir uns Kirchen und ihre Heiligenbilder ansehen.“ Auch eine Exkursion nach Schwerin sei angedacht, ebenso wie in die Ernst Barlach-Stiftung Güstrow. „Die Kinder sollen sich dort Inspiration und Wissen herholen können“, erklärt Wetzel. Gemeinsam werden die Ideen dann in der eigenen Holzwerkstatt umgesetzt.


Noch nicht alle Plätze sind besetzt


„Holz ist einfach eine gute Möglichkeit, sich qualitativ auszuarbeiten. Und das ist der Grundgedanke: den Kindern die Chance geben, sich auf ihre eigene Kraft zu besinnen und zu äußern.“ Dabei sei es irrelevant, ob die Teilnehmer schon Vorkenntnisse haben, oder nicht. Eingeladen sei jeder der „kräftig zupacke und nach der Schule noch einmal etwas bewegen und erschaffen will.“

Wer Interesse hat, der könne gerne unverbindlich vorbeikommen. „Wir können insgesamt zwölf Kinder in unserem Kurs unterbringen. Und noch sind nicht alle Plätze besetzt“, sagt Wetzel. Das Projekt läuft dann bis zum Sommer. „Wir halten uns die Möglichkeit offen, die Holzwerkstatt auch danach noch weiterzuführen – sollte das Projekt auf gute Rückmeldungen stoßen. Bisher kommt es bei den Kindern gut an“, so die Betreuerin.

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