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Späte Mutterschaft : Mehr Ü-40-Mütter im Kreis

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

2,6 Prozent der Geburten im Landkreis von Frauen über 40 Jahren / 25- bis 30-jährige mit höchster Geburtenrate

von
erstellt am 29.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Nur wenige Frauen schieben ihren Kinderwunsch über den 40. Geburtstag hinaus. Viele verwirklichen ihn deutlich früher. So ist deutschlandweit der Anteil jener, die mit über 40 Jahren Mutter werden, erneut gesunken, und zwar auf 4,0 Prozent. Minimal gegen den bundesweiten Trend entwickelten sich die Zahlen im Landkreis Rostock. Im Jahr 2015 hatten rund 2,6 Prozent der Neugeborenen (45 Babys) eine Ü-40-Mutter. Im Vorjahr waren es noch 2,5 Prozent. Medizinisch spricht nicht automatisch etwas gegen eine späte Mutterschaft. Doch unter Umständen prallen ein Jahrzehnt später Wechseljahre, Pubertät und pflegebedürftige Großeltern aufeinander.

Den Stempel „späte Mutter“ und „Risikoschwangere“ bekommen alle werdenden Mütter ab 35 Jahren aufgedrückt. Im Kreis Rostock weist die amtliche Statistik für das Jahr 2015 (neuere Zahlen gibt es noch nicht) 279 Neugeborene mit einer 35plus-Mutter aus. Das ist ein Anteil von 16,2 Prozent an allen 1727 Geborenen des Jahres. Dabei zählten die Mütter von 45 Babys (2,6 Prozent) zu den über 40-Jährigen.

Wer spät Mutter wird, hat andere Herausforderungen zu stemmen als jüngere Altersgenossinnen. Schlaflose Nächte mit über 40 sind kein Zuckerschlecken und sich dann noch gleichzeitig um vielleicht pflegebedürftige Eltern kümmern? Rein medizinisch ist die späte Mutterschaft heutzutage kaum noch ein Problem. Frauenärzte bescheinigen den „Risikoschwangeren“ sogar besonders sorgsame Schwangere zu sein, denn sie halten die Kontrolltermine ein, essen gesund, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und meiden Stress. Unter Umständen sind sie gelassener als junge Mütter, weil sie mehr Lebenserfahrung haben, ihre Partnerschaft gefestigt ist und die Karriere läuft. Einen Unterschied macht es auch, ob ältere Mütter bereits Kinder haben oder erstmals Mutter werden. Die eine weiß genau, was auf sie zukommt, die andere springt ins kalte Wasser.

Fakt ist, dass immer mehr Frauen studieren und nicht mit Anfang 30 an Heim, Herd und in der Teilzeitfalle enden wollen. Dass das Bildungsniveau eine Rolle spielt, zeigt die Tatsache, dass ein hoher Akademikerinnenanteil unter den Erwerbstätigen mit einem höheren Anteil älterer Mütter einhergeht. Im bundesweiten Vergleich hat aktuell unter allen Städten und Kreisen der Kreis Altenburger Land in Thüringen den geringsten Anteil von Ü-40-Müttern (1,1 Prozent) und der Kreis Starnberg in Bayern den höchsten (8,0).

Deutschlandweit nimmt der Anteil der Ü-35-Mütter stetig zu: zuletzt kletterte er auf 23,1 Prozent. Doch viele Frauen wollen offenbar nicht bis 40 mit dem Kinderkriegen warten. So hat sich der Anteil der über 40-jährigen Mütter in Deutschland zum vierten Mal in Folge leicht verringert. Er liegt nun bei 4,0 Prozent gegenüber dem Höchstwert aus dem Jahr 2011 (4,3 Prozent). Und das trotz einer erneut gestiegenen Geburtenzahl, die sich von 714 900 (Jahr 2014) auf 737 600 Lebendgeborene (2015) erhöhte. Beeinflusst wird diese Entwicklung nicht zuletzt von der Zuwanderung der vergangenen Jahre. Denn ausländische Frauen werden im Schnitt in jüngeren Jahren Mutter als deutsche. Im Landkreis Rostock gab es zuletzt 2,6 Prozent Ü-40-Mütter.

Die meisten Neugeborenen im Kreis Rostock hatten 2016 übrigens eine 25- bis 30-jährige Mutter, insgesamt war das 622-mal der Fall (36 Prozent). 574 Mütter waren zwischen 30 bis 35 Jahre alt (33,2 Prozent). Und 252 Mütter waren bei der Geburt ihres Kindes unter 25 Jahre alt (14,6 Prozent), darunter 44 jünger als 20 Jahre.

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