Bützow : Maurer rekonstruieren Attika

Die Gerüste ragen über viele Dächer hinaus. Für diesen Arbeitsplatz müssen nicht nur die Maurer schwindelfrei sein.
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Die Gerüste ragen über viele Dächer hinaus. Für diesen Arbeitsplatz müssen nicht nur die Maurer schwindelfrei sein.

Bis Jahresende sollen die wichtigsten Reparaturarbeiten am Rathaus abgeschlossen sein / Viele Turmspitzen fehlen noch

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19. November 2015, 16:24 Uhr

Das Rathaus verändert sich in den vergangenen Wochen sichtbar. Denn die Arbeiten rund um das Dach und an der Attika gehen voran und ermöglichen gleichzeitig Einblicke in die Arbeit früherer Bauherren.

Die obere Mauerwand des Rathauses ging schon nach Fertigstellung des Gebäudes im 19. Jahrhundert über das eigentliche Dach hinaus. Das Regenwasser lief damals zunächst auf der Innenseite ab. Keine gute Lösung, wie die Bauherren bald feststellten. So wurde schon frühzeitig eine neue Dachentwässung angelegt und ein relativ flaches Satteldach aufgesetzt. „Das neue Dach ist praktisch oben draufgelegt worden“, erklärt Architekt Hartmut Böhnke. Das Originaldach ist durch die Arbeiten jetzt wieder sichtbar. Durch die Reparaturen nach dem Tornado – die Attika wurde an einer Seite abgetragen und nun rekonstruiert – wird der Blick auf das dahinter liegende Dach aus 1850 frei.

„An einigen Stellen haben wir sogar noch den originalen Asphaltbelag“, so Böhnke. Das Gebälk verstärkten die Handwerker an einigen Stellen. Ein Stahlbetonbalken hinter der wieder aufgebauten Attika soll dafür sorgen, dass künftig keine weiteren Schäden dieser Größenordnung entstehen können. Die gerissenen Türme werden ebenfalls mit Stahlkonstruktionen gefestigt.

Die Attika zu rekonstruieren fordert die Maurer. Denn hier werden nicht einfach Ziegelsteine hochgezogen. Dass hier jemand Hand angelegt hat, soll später schließlich nicht sichtbar sein. „Jeder Stein muss passend zugeschnitten werden“, erklärt Maurer Ronald Aherns.

„Die Profile der Säulen müssen alle per Hand angepasst werden“, fügt Böhnke an. Eine Herausforderung sind auch die drei Türme, die während des Sturms abstürzten. Gleichzeitig muss der große Riss geschlossen und geklammert werden. Dieser reicht bis in den Rathaussaal und ist auch von innen nicht zu übersehen.

Aktuell fehlen an der Mehrzahl der Türme die Spitzen – alle wurden beim Sturm beschädigt. Kurios ist jedoch, dass jene am Eckturm, der dem Tornado direkt ausgesetzt war, am wenigsten abbekam.

Bis Jahresende sollen die Gerüste größtenteils verschwinden. „Die Maurerarbeiten sind heute unterbrochen worden“, informierte Hartmut Böhnke gestern. Die Witterung ließ ein Weiterarbeiten nicht zu. Ein schlechter Zeitpunkt, schließlich naht der erste Frost. Dennoch sieht er den Zeitplan nicht in Gefahr. Das Loch in der Attika soll in den nächsten Wochen geschlossen, die Dachrinne angebracht und das Dach gedeckt werden. „Das könnte alles noch klappen“, ist der Architekt zuversichtlich.

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