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Bützower grillt auch im Winter : "Man wird nicht als Griller geboren"

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Deutschlands beliebtestes Sommer-Hobby kann auch die kalte Jahreszeit verschönern, wenn die Möglichkeiten richtig genutzt werden. Für Maik Raedisch ist eines klar: es gibt nur eine Grillsaison und diese ist durchgehend.

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erstellt am 05.Feb.2013 | 10:05 Uhr

Bützow | Es ist windstill, die Sonne zeigt sich nur als diesige Scheibe am schneeschwangeren Himmel und der Rauch von Maik Raedischs Grill steigt kerzengerade hinauf. Deutschlands beliebtestes Sommer-Hobby kann auch die kalte Jahreszeit verschönern, wenn die Möglichkeiten richtig genutzt werden. Für Maik Raedisch ist eines klar: es gibt nur eine Grillsaison und diese ist durchgehend. Der Bützower hat wie jedermann einmal angefangen: zur warmen Jahreszeit mit der typischen Bratwurst oder dem heißgeliebten Steak auf die Hand.

Ende 2009 zog Maik mit seiner Familie nach Wiesmoor in Ostfriesland, wo er durch einen Zufall sein Grillhobby zur Leidenschaft und Lebenseinstellung heranwachsen ließ. "Ich stand im verschneiten Garten, als ein großes Stück Alu-Folie zu mir herunter fiel. Dies war kein Müll, sondern etwas frisch Gegrilltes von meinem ehemaligen Nachbarn Marco Greulich, der mich sofort zum Probieren aufforderte", berichtet Raedisch. Dieser Nachbar war nicht nur ein Winter-Griller, sondern auch mehrfacher Gewinner der "World Barbecue Championship" (Grill-Weltmeisterschaften).

Aus einer einfachen Nachbarschaft entwickelte sich von dem Tag an eine enge Freundschaft. "Auf unserer Hochzeit überraschte Marco uns und alle Gäste mit einem speziellen Hochzeitsmenü, welches er frisch vor Ort grillte", erzählt der Heimkehrer. Dies beeindruckte ihn vor allem geschmacklich so sehr, dass er von seinem Standard-Kugelgrill wegkommen und aufrüsten wollte, um in seinem Hobby besser zu werden. "Durch Marco konnte ich mir sehr viel Wissen aneignen. Er hat nie eine Frage von mir abgewiesen, sondern mich als ,Grilllehrling’ mit viel Geduld an seiner Kunst teilhaben lassen."

Das handsignierte Grillbuch von Don Marco ist Raedischs Grillfibel und wichtigstes Nachschlagewerk bei Grillangelegenheiten. "Man wird nicht als Griller geboren, sondern muss hart an der Kunst des Grillens arbeiten, um ein Feingefühl für das Fleisch und den Grill zu bekommen", so Raedisch. Aufgrund dessen grillt er das gesamte Jahr. Egal ob Regen, Sturm, Schnee oder Hagel, "es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung und vor allem gibt es immer etwas zu lernen". Mittlerweile grillt er seit fast drei Jahren "professionell". "Mein Motto lautet: Bratwurstgrill war gestern", so der 25-Jährige. Dabei hat er viel Spaß am Kreieren neuer Gerichte.

Gemüse auf dem Grill gehört einfach dazu

Gemüse auf dem Grill war für ihn früher undenkbar, mittlerweile ist es für eine Vielfalt auf dem Teller kaum noch wegzudenken. Seine Frau musste sich langsam an das ganzjährige Hobby gewöhnen, ist mittlerweile aber immer die erste Testperson: "Wenn ein Gericht die harte Geschmacksprobe meiner Frau bestanden hat, wird es für größere Runden oder auf Feiern genutzt", erzählt Raedisch. Am liebsten grillt der Bützower mit seinem Smoker-Grill. Dieser ist ein relativ großer Grill mit einer Grill- und einer Brennkammer. "Zwar dauert die Zubereitung der Gerichte mit dem Smoker länger als mit anderen Grills, aber die Wartezeit lohnt sich für den einzigartig rauchigen Geschmack sehr", so Raedisch. Für Grill-Anfänger empfiehlt der Bützower einen ganz einfachen Grill, den die meisten Leute sowieso im Garten stehen haben.

Erst einmal müsse man herausfinden, ob man wirklich Spaß an diesem nützlichen Zeitvertreib hat. "Oft wird das Grillen als Männerding abgestempelt, es erfordert jedoch viel Feingefühl, denn das Gericht verzeiht keine Grillfehler", erläutert der Bützower. Außerdem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass nach dem Grillvergnügen sowohl das Arbeitsgerät als auch alle anderen Utensilien abkühlen und sorgfältig gereinigt werden müssen.

"Nicht nur Vorbereitung, sondern auch Nachsorge sind beim Grillen sehr wichtig. Das ist wohl das Härteste am Grillen im Winter, denn wer wagt sich nach einem ausgiebigem Essen schon gerne wieder in die Kälte, um den Grill sauber zu machen?", sagt Maik Raedisch und lacht.

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