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Bützower Zeitung

25. November 2017 | 09:02 Uhr

Baumgarten : Mais: Es geht schleppend voran

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Schlechtes Wetter hat die Ernte nach hinten verzögert / Bauern zudem unter Beobachtung der Polizei

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Eigentlich wollten Landwirt Jens Lötter und seine Mitarbeiter gestern Vormittag schon im vollen Ernteeinsatz sein. Der Häcksler machte ihnen dann aber einen Strich durch die Rechnung, indem er streikte. Da das Ersatzteil erst aus Röbel geholt werden musste, verzögerte sich die – ohnehin schon verspätete – Maisernte um weitere Stunden. „Eigentlich sollte es ja letzte Woche schon losgehen, aber bei dem Wetter war es nicht möglich. Die Felder waren nicht befahrbar“, so Lötter. Abgesehen von den technischen Schwierigkeiten verspricht die Maisernte aber ein Erfolg zu werden. „Das sieht alles vielversprechend aus“, sagt der Baumgartener.

Einen wirtschaftlichen Ausgleich zu den Verlusten, die die Getreideernte dieses Jahr mit sich brachte, kann der Mais allerdings auch nicht schaffen. Jens Lötter: „Wir verfüttern den Mais komplett an unsere Kühe.“ Sei die Qualität gut, sei diese Versorgungsbasis aber schonmal abgedeckt.

Mehr Kopfzerbrechen bereiten dem Landwirt mögliche Verzögerungen durch das wachsame Auge der Polizei. Denn diese kontrolliert genau, wie stark die Feldmaschinen die Straßen verschmutzen. Auch Mais, der während der Fahrt von den Hängern geweht wird, kann ein Bußgeld mit sich bringen. Lötter steht dem kritisch gegenüber. Er sei zwar dafür, dass denjenigen, die ihre Hänger stets viel zu voll beladen, entsprechend auf die Finger geschaut wird, aber wenn von einem normal gefüllten Fahrzeug mal Blätter herunterwehen, sei eine Strafe übertrieben.

Ein solches Szenario sei allerdings schon eine Gefahr, wenn beispielsweise ein Motorradfahrer hinter einem beladenen Hänger unterwegs ist, sagt Dietmar Görlitz, der im Bereich des Bützower Polizeirevier s kontrolliert, ob die Landwirte die Richtlinien der Beladung und Sicherung ernst nehmen. Dabei hält sich der Polizeihauptmeister an Paragraph 22 der Straßenverkehrsordnung, der unter anderem besagt, dass die Ladung so gesichert werden muss, „dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen“ kann.

Um festzustellen, ob die Bauern dem nachkommen, fahre er manchmal gezielt los, sagt Görlitz. Bemerkt er einen Verstoß, suche er in der Regel erst einmal das Gespräch und belehre die Bauern über die Richtlinien, die es einzuhalten gilt. Es komme aber auch vor, dass er hinter einem Fahrzeug herfahre und so viel vom Hänger herunterwehe, dass es regelrecht schneie. „Dann gibt es auch nicht viel zu belehren. Der muss sich dann verantworten.“ Kritisch wird es im Übrigen nicht nur bei extremer Straßenverschmutzung und ungesicherter Ladung, sondern auch, wenn sich außen an den Fahrzeugen etwas verfangen hat. „Das gilt dann auch als Ladung“, sagt Dietmar Görlitz.

Für Jens Lötters Geschmack sind die Kontrollen zu pedantisch. Er sagt: „Im Prinzip ist es so, dass wir unsere Hänger nur noch bis zu drei Vierteln vollmachen dürfen, sodass in der Häckselkette dann zwei bis drei Fahrzeuge mehr nötig wären. Das führt dann natürlich zu einem größeren Kostenaufwand.“ Auch die Abdeckungen, die zur Sicherung von landwirtschaftlicher Ladung empfohlen werden, seien nicht besonders günstig. Das weiß auch Silvio Griepentrog, Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebs in Steinhagen. „Bei den neuen Fahrzeugen achten wir natürlich darauf, dass eine Abdeckung gleich dabei ist. Die alten rüsten wir Stück für Stück nach. Das ist so teuer, das ist auf einen Schlag gar nicht möglich“, sagt der Landwirt.

Trotz der Kritik an den Kontrollen: Die Bauern der Region sind dieses Jahr in Sachen Ladungssicherung besonders vorbildlich. Laut Polizeihauptmeister Görlitz sind die meisten Landwirte im Großraum Bützow darauf bedacht, Verschmutzungen gleich zu beseitigen und sich an die Ladungsrichtlinien zu halten.

Die Maisernte ist Ende der Woche voraussichtlich abgeschlossen – wenn Technik und Wetter mitspielen.

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