Bützow : Märchenhaftes aus Aluminium

Eine neue künstlerische Facette können Besucher des Kunsthauses Bützow ab Sonnabend erleben. Dann wird die neue Sonderschau mit Arbeiten von Udo Richter eröffnet.
Eine neue künstlerische Facette können Besucher des Kunsthauses Bützow ab Sonnabend erleben. Dann wird die neue Sonderschau mit Arbeiten von Udo Richter eröffnet.

Neue Sonderausstellung mit Arbeiten von Udo Richter aus Pepelow wird am Sonnabend im Kunsthaus Bützow eröffnet

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06. Dezember 2019, 05:00 Uhr

Er sei in den vergangenen Jahren schon mehrmals am Haus mit dem Schriftzug „Kunsthaus“ vorbeigefahren. Und er wollte auch immer mal anhalten, erzählt Udo Richter. Das hätte er nie geschafft. Bis er bei einer Ausstellungseröffnung eines Künstlerkollegen zum ersten Mal das Haus betrat. Was er da erfuhr, habe ihn schon beeindruckt. Nun stellt Udo Richter das erste Mal selbst im Kunsthaus aus.

Es ist zum Teil keine leichte Kost, was er seinem Publikum zeigt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Gießereifacharbeiter mit Abitur ist Metallplastiker. Eisen und Aluminium bilden unter anderem die Grundlage für seine Arbeiten. Da stehen zum Beispiel mit abstrakten Gebilden aus Aluminium versehene, mannshohe Eisenrohre in einem der Ausstellungsräume. Davor riesige, silberfarbene Schalen. Als Kunsthaus-Chef Karl-Werner Zießnitz mit einem Holz drauf schlägt, klingen tiefe Töne, die den hölzernen Fußboden, ja den ganzen Raum zum Schwingen bringen. Diese Installation ist eines der Exponate, die Udo Richter unter dem großen Thema „Märchenhaftes“ zeigt.

Nach seinem Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm mit dem Abschluss als Industrieformgestalter blieb der gebürtige Sachse in Norddeutschland. „Ich hatte mich in eine Frau und ein altes Haus verliebt“, erzählt der heute 64-Jährige. Das war 1982. Seitdem lebt und arbeitet er in dem alten Bauernhaus in Pepelow.

Von Hause aus sei er Metallplastiker Richtung Guss. „Und zwar ganz speziell Aluminiumkunstguss. Und das ist so eine Geschichte, da muss man schon ganz weit gucken, wenn sich jemand damit beschäftigt. Ich kenne leider keinen Kollegen“, erklärt der Pepelower.

Warum aber arbeiter er vorrangig mit Aluminium? Die Antwort ist ganz pragmatischer Natur. „Eisen kann ich zuhause nicht schmelzen. Das bekomme ich mit meinem Propanbrenner nicht hin“, so Richter. Denn der Schmelzpunkt bei Eisen liege bei rund 1400 Grad. Bei Aluminium liege dieser Wert bei etwa 700 Grad. „Das reicht völlig aus.“ Zudem sei er Einzelkämpfer. „Aluminium ist ein wenig leichter als Eisen. Da kann ich einfach mehr vergießen, mehr verarbeiten“, erklärt Udo Richter.

Die Schau in Bützow besteht aber nicht nur aus Installationen metallischer Stücke. Udo Richter zeigt auch Collagen aus Papier. „Man muss auch mal was anderes machen. Und das gehört einfach dazu. Es sind teilweise aber auch Vorarbeiten für meine plastischen Geschichten.“ Zudem verarbeite er in den Papiercollagen Themen, die er so in Aluminium nicht umsetzen kann. So hat er zum Beispiel Kriegsfotos seines Vaters vom Afrikafeldzug mit Texten aus seiner Stasiakte hinterlegt. Er habe also ein „Konvolut von zwei Diktaturen“ verarbeitet.

Beide Kunststile haben einen Grundgedanken. Udo Richter verbindet Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. So sind für den Besucher spannende Erkenntnisse garantiert. Die Ausstellung wird am Sonnabend um 15 Uhr eröffnet.

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