Bützow : LRO22_08 soll ans Netz

Die Grafik gibt einen Überblick über den Breitbandausbau im Landkreis Rostock. Die rot markierten Gebiete befinden sich in der Planungsphase, die gelben in der EU-weiten Ausschreibungsphase und der grüne befindet sich in der Bauphase.  Grafik: Landkreis Rostock/www.landkreis-rostock.de/breitband
Die Grafik gibt einen Überblick über den Breitbandausbau im Landkreis Rostock. Die rot markierten Gebiete befinden sich in der Planungsphase, die gelben in der EU-weiten Ausschreibungsphase und der grüne befindet sich in der Bauphase. Grafik: Landkreis Rostock/www.landkreis-rostock.de/breitband

Ausschreibungen für Bauleistungen zum Breitbandausbau des Projektgebiets gestartet /Zehn Gemeinden aus dem Amt Bützow-Land dabei

svz.de von
05. September 2017, 06:00 Uhr

„Der Breitbandausbau im Landkreis Rostock ist einen wichtigen Schritt vorangekommen“. Das teilte der Landkreis Rostock mit. Für drei Projektgebiete laufen derzeit die Ausschreibungen für die Bauleistungen, die den Weg in das word wide web frei machen sollen. An der Ausschreibung beteiligen sich vier Telekommunikationsunternehmen, die bis zum 29. September ihr Angebot unterbreiten müssen. „Anschließend werden die Angebote geprüft und die Zuschläge erteilt“, heißt es vom Kreis weiter. Rund 55,4 Millionen Euro stehen für die Baumaßnahmen bereit. Diese stammen aus der Breitbandförderung des Bundes und Eigenanteilen der Gemeinden.

Im Amt Bützow-Land ist vor allem das sogenannte Projektgebiet LRO22_08 interessant. Zu diesem zählen Baumgarten, Bernitt, Jürgenshagen, Dreetz, Klein Belitz, Rühn, Penzin, Tarnow, Warnow und Zepelin. In diesem Gebiet steht eine Menge Arbeit an, um alle Gemeinden an das schnelle Internet anzugliedern. 295 Kilometer Tiefbauarbeiten sind nötig, um 3754 Haushalte zu versorgen. Allein für dieses Projektgebiet sind 27,24 Millionen Euro veranschlagt.

Eine gute Nachricht, ja. Zeit für Luftsprünge ist für Gunter Brietzke, Bürgermeistster von Dreetz, aber noch nicht. „Ich bin zur Zeit noch mehr als verhalten pessimistisch“, sagt er. Der Grund: Der eigentliche Zeitplan des Kreises sei bereits um mehr als 70 Tage überschritten worden. „Das ärgert mich maßlos.“ Und nach Brietzkes Informationen sollen die Zuschläge für die Tiefbauarbeiten Mitte Januar erfolgen. „Ich bin aber sehr skeptisch, ob sie dann erfolgen.“ In dieser Zeit sei aber im Tiefbau ohnehin nicht allzu viel möglich. „Ich bin aber auch optimistisch“, fügt der Bürgermeister an. „Optimistisch, dass wir im zweiten oder dritten Quartal unser schnelles Internet bekommen.“

Auch Hans Liesegang, Bürgermeister von Zepelin, ist frohen Mutes, dass die Gemeinde endlich Zugang zum schnellen Netz erhält, auch wenn es kleinere Verzögerungen gibt. „Für mich ist entscheidend, dass a der Ausbau kommt und b, dass die Finanzierung ideal ist.“ Es sei nämlich festgelegt worden, dass die Eigenanteile der Gemeinden aus Mitteln aus dem Kommunalen Aufbaufonds entnommen werden. „Das ist gut für die Gemeinden, die sich das sonst nicht hätten leisten können“, so Liesegang. Er hofft, dass der Weg ins Netz noch 2018 frei ist.

Hans Liesegangs Hoffnung ist es zudem, dass die Tiefbauarbeiten gleich damit verbunden werden könnten, die Gasversorgung mit abwickeln zu können. „Die Menschen haben nach der Wende auf moderne Heizanlagen umgestellt, die im Lauf der Zeit erneuert werden müssen.“ Eine solche Überlegung, die Arbeiten gleich zu verbinden, sei nicht nur für Zepelin sinnvoll, sondern auch für viele andere Gemeinden, so Liesegang.

Der aufmerksame Leser wird bereits bemerkt haben: Zehn Gemeinden werden berücksichtigt, da fehlen doch zwei? Bützow und Steinhagen wurden in diesem „Call“, der nun in die Ausschreibung geht, nicht berücksichtigt. Zumindest in Steinhagen hält sich der Neid auf die anderen Gemeinden aber in Grenzen. Bürgermeister Dirk Voß erklärt, dass er bereits jetzt 26 Mbit empfängt. 2010 sei dafür investiert worden. „Wir hatten einen Vorsprung.“ Nur in Neuendorf würden einige nicht ganz glücklich sein. Vor allem hinten raus aus dem Ort, da der Verteilerkasten weiter vorn ist, erklärt Voß. Steinhagen und Bützow bekommen im dritten „Call“ aber die gleichen Bedingungen zum Breitbandausbau, so Voß.

Nur wann dieser schließlich umgesetzt wird, steht noch in den Sternen.

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