Schwaan: Erholungswald vorerst vom Tisch : Lindenbruch bleibt Wirtschaftswald

So zeigte sich der Lindenbruch im Januar 2012. Seinerzeit wurde sehr viel Holz geschlagen. Das sorgte für manche Diskussion.
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So zeigte sich der Lindenbruch im Januar 2012. Seinerzeit wurde sehr viel Holz geschlagen. Das sorgte für manche Diskussion.

Rüdiger Zöllig ist enttäuscht. Der Stadtvertreter wollte den Schwaaner Lindenbruch zu einem Erholungswald umwidmen lassen. Doch ein entsprechender Beschlussvorschlag fand keine Mehrheit.

svz.de von
04. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Rüdiger Zöllig ist enttäuscht. Der Stadtvertreter wollte den Schwaaner Lindenbruch zu einem Erholungswald umwidmen lassen. Doch ein entsprechender Beschlussvorschlag der Fraktion Grüne-SPD fand auf der jüngsten Stadtvertretersitzung keine Mehrheit.

„Die Einbeziehung des Lindenbruchs in die bei Forsten übliche Waldbewirtschaftung und die damit verbundenen Auswirkungen war in der Vergangenheit bei vielen Einwohnern zunehmend auf Kritik gestoßen“, erklärt Rüdiger Zöllig den Vorstoß seiner Fraktion. „Viele wünschten sich einen Wald, in dem man, wie Jahrzehnte zuvor, ganzjährig auf begehbaren Wegen in Familie oder auch einzeln Freizeitaktivitäten nachgehen und sich von den Mühen des Alltags erholen kann.“

Es habe im Vorfeld auch immer wieder Kontakte mit dem Forstamt Bad Doberan gegeben. Das ist die zuständige Forstbehörde. „Diese bewertet das Vorhaben grundsätzlich positiv“, so Zöllig.

Was für Kosten kämen auf die Stadt zu, wollte Gerd Dümmel, Fraktionschef der CDU, von Zöllig wissen. „Keine. Es bleibt alles so, wie es ist“, erwidert der Antragsteller. Wenn es um die Verkehrssicherungspflicht gehe, sei die Stadt ohnehin in der Verantwortung. Egal ob der Wald aktiv bewirtschaftet wird oder nicht. Für die Wegesicherung ist der Eigentümer zuständig. Besteht Gefahr für die öffentliche Nutzung sei so oder so die Stadt gefordert.

Klaus Niemann (CDU) sieht ebenfalls keinen Handlungsbedarf, etwas am Waldstatus zu ändern. Es komme vielmehr darauf an, Firmen einzusetzen, die beim Holzeinschlag fachgerecht arbeiten. Und darauf zu achten, wenn sie bei den Fällarbeiten die Wege erheblich beschädigen, sie aufzufordern, den vorherigen Zustand wieder herzustellen.

Ina Blank (CDU), Mitglied des Finanzausschusses, hat auch den finanziellen Aspekt im Blick. Kämmerin Marion Lippold bestätigt, dass die Stadt allein in diesem Jahr durch Holzeinschlag rund 35 000 Euro Einnahmen erzielt habe.

Bei nur drei Ja-Stimmen (Fraktion Grüne-SPD), sechs Nein-Stimmen (CDU) sowie sieben Enthaltungen wurde der Antrag abgelehnt. „Somit ist vorerst die Chance verpasst, den Schwaaner Lindenbruch zum Erholungswald zu erklären“, so Rüdiger Zöllig. Doch damit scheint sich der Schwaaner nicht zufrieden geben zu wollen. Denn er sagt: „Noch besteht allerdings Hoffnung: Im Mai 2014 finden die nächsten Kommunalwahlen statt.“

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