Usedom-Krimi : Letzte Klappe fällt in JVA Bützow

Das Drehteam  auf dem Parkplatz der JVA.
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Das Drehteam auf dem Parkplatz der JVA.

Ungewöhnlicher Drehort: Der neue ARD-Fernsehfilm „Ein Usedom-Krimi – Mörderhus“ mit Katrin Sass wurde in Bützow abgedreht

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05. März 2014, 17:26 Uhr

Langsam geht die große eiserne Schiebetür der Justizvollzugsanstalt Bützow auf. Eine kleine Frau mit kurzen dunklen Haaren ist zu erkennen. Sie geht aus der Anstalt. Beim genaueren Betrachten ist ein bekanntes Gesicht zu erkennen: Katrin Sass, bekannt aus Kino- und Fernsehfilmen wie „Bis daß der Tod euch scheidet“, „Bürgschaft für ein Jahr“ (Silberner Bär auf der Berlinale 1982) und „Good Bye, Lenin!“. Zuletzt wurde die geborene Schwerinerin in der mehrfach ausgezeichneten Fernsehserie „Weissensee“ gefeiert.

In der einen Hand hat sie eine große Reisetasche, mit der anderen raucht sie eine Zigarette. Ein Mann in Lederjacke und mit einem Blumenstrauß in der Hand geht langsam auf sie zu. Eine junge Frau steigt aus einem anderen Auto aus und geht ebenfalls auf die Anstalt zu. Es ist ein seltsames Bild, „denn eigentlich dürfen durch diese Tür keine Häftlinge durchgehen und von dieser Seite der Anstalt abgeholt werden“, erklärt Jens Kötz, Sprecher der JVA Bützow.

Als sie aufeinander treffen, übergibt der Mann der entlassenen Frau die Blumen und beginnt mit ihr ein Gespräch. Die jüngere Frau bleibt auf Distanz und unterhält sich mit beiden. „Halt stopp“, ruft jemand von hinten. Die Drei drehen sich verdutzt um. „Wir fangen nochmal an. Dieses Mal von einem anderen Blickwinkel“, sagt Oliver Stück, einer der Produktionsassistenten in ein Walki-Talki. Die Dreh-Sequenz ist vorbei. Katrin Sass geht zurück in die Haftanstalt, die anderen beiden zu ihren Autos.

Gedreht wurde gestern auf dem Parkplatz und in der JVA Bützow ein Teil des Filmes „Ein Usedom-Krimi – Mörderhus“. „Der Film spielt zu 99 Prozent auf der Insel Usedom, zu einem Teil im polnischen Swinemünde und ein Drehtag ist in Bützow“, sagt Markus Kadel. Die dort gedrehten Szenen sind zwar die letzten Dreharbeiten für die Crew, aber im Film sind genau sie der Anfang.

Die Protagonistin, Karin Lossow, die von Katrin Sass verkörpert wird, kommt aus dem Gefängnis und wird von ihrer Tochter, Julia Thiel, gespielt von Lisa Maria Potthoff, abgeholt. „Und genau das drehen wir gerade“, erklärt Oliver Stück.

Die beklemmende Umgebung scheint auch die Stimmung von Hauptdarstellerin Katrin Sass zu betrüben: „Es ist komisch, hier zu stehen und zu drehen, schließlich weiß man, wer zu DDR-Zeiten hier verhaftet wurde. Die Leute, die den Mund aufgemacht haben.“ Nach dem kurzen Statement geht sie zu einem der Produktionsassistenten.

In dem Film spielt Sass eine Mörderin, Karin Lossow, die nach der Haftentlassung in ihr Haus auf die Insel Usedom zurückkehrt, das sogenannte Mörderhus. Dort hatte Karin im Affekt ihren Mann erschossen – weil er sie wegen einer Jüngeren verlassen wollte. Die Insulaner und ihre Tochter Julia begegnen Karin mit Ablehnung. Julia muss als Hauptkommissarin den Tod eines ertrunkenen Mannes aufklären. Karin kennt dessen Vater und kommt auf eine sehr gefährliche Idee.

Der Film bildet den Auftakt für eine mehrteilige Fernsehfilm-Reihe. „Für die Mitarbeiter und die Häftlinge der JVA ist so etwas ein besonderes Erlebnis“, sagt Sprecher Kötz. Die Anstalt war bereits Drehort für den Film „Underdogs“ aus dem Jahr 2007 u.a. mit dem Schauspieler Thomas Sarbacher.

„Es ist für uns eine tolle Sache, wenn wir für ein solches Projekt ausgewählt werden, nicht zuletzt finanziell“, so Kötz. Produziert wird der Film von Polyphon Film und Fernsehgesellschaft mbH im Auftrag des NDR und der ARD Degeto für Das Erste. Der Film wird voraussichtlich im Herbst 2014 im Ersten ausgestrahlt.

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