Bützow : Letten lernen Bützow kennen

Gemeinsames Essen in der Badeanstalt: Junge Letten aus Cesis und Jugendliche aus Bützow und Umgebung verbringen den Großteil der nächsten Woche gemeinsam.
Gemeinsames Essen in der Badeanstalt: Junge Letten aus Cesis und Jugendliche aus Bützow und Umgebung verbringen den Großteil der nächsten Woche gemeinsam.

21. Jugendaustausch begann mit einem Grillfest am Rühner See.

svz.de von
09. Juli 2018, 05:00 Uhr

Sehnsüchtige Blicke wandern am Sonnabend Abend zum Grill, von dem bereits kräftige Rauchschwaden zur Gruppe vor dem Festzelt auf dem Gelände der Badeanstalt am Rühner See ziehen. Eine Jugendliche aus Bützow fragt Organisatorin Susanne Schmidt, ob die jungen Letten aus der Stadt Cesis und aus Bützow und Umgebung nicht vielleicht schon Salat essen könnten. Sie haben Hunger, denn das Flugzeug nach Berlin hatte Verspätung und die Straßen waren voller Baustellen.

Susanne Schmidt, die Schulsozialarbeiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und Mitarbeiterin des Bilse-Instituts Güstrow, verspricht, dass es vorher nur kurze Reden geben werde. Und in der Tat: Sie begrüßt schnell den stellvertretenden Landrat Stephan Meyer, Petra Russow und Gabriele Hein vom Jugendamt des Landkreises Rostock und Schulleiterin Birgit Samland, Kristina Schween übersetzt nur das Wichtigste ins Lettische.

Stephan Meyer (CDU) , der zum ersten Mal bei diesem 21. Jugendaustausch des Blise-Instituts ist, lobt den Mut der Jugendlichen, eine Fremdsprache zu lernen und Gewohnheiten in einem anderen Land kennen lernen zu wollen. Er hoffe, „dass die Teilnehmer in dieser Woche viel voneinander lernen“. Auch der Spaß dürfe dabei nicht zu kurz kommen, denn dann bleibe vom Gelernten am meisten hängen.

Erstmals ist unter den lettischen und deutschen Jugendlichen nur ein Junge. „Das ist Zufall“, sagte Susanne Schmidt. Allerdings sei sie im Vorfeld des Austauschs durch alle Klassen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gegangen – und die Resonanz sei bei den Mädchen einfach viel größer. Der Austausch ist aber kein Schulprojekt, sondern ist im Rahmen der Jugendarbeit der Stadt auch für andere Jugendliche offen. Dass sich eine Teilnahme lohnt, ist an diesem Abend im Festzelt der Badeanstalt am Rühner See zu bemerken. Es dauert gar nicht lange, da sitzen lettische und deutsche Jugendliche an einem Tisch und essen gemeinsam. „Geredet wird auf Deutsch, Englisch und Lettisch“, weiß Kristina Schween vom Bilse-Institut Güstrow. Sie stammt aus Lettland und ist bereits zum fünften Mal dabei. „Das Wesentliche kriegen sie mit“, sagt sie aus Erfahrung. Und zur Not würden eben Hände und Füße benutzt, wie es so schön heißt.

„Die ganze Woche ist immer schön“. schwärmt Kristina Schween. Ihr fällt deshalb auch nicht der schönste Moment ein, den sie bei diesen Veranstaltungen erlebt hat.

Dass nun Grillgut auf dem Teller liegt, genießen alle Jugendlichen. Maik Kellert und Andreas Hass legen eifrig Bratwürste sowie marinierte Nackensteaks auf den Rost, löschen auflodernde Flammen mitunter mit Bier. Maik Kellert berichtet, seine Familie habe vor vielen Jahren zwei schwedische Jugendliche für eine Woche aufgenommen. Nun haben sie eine junge Lettin zu Gast.

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