Sommertour : Leser stellen kritische Fragen

Bei einem Rundgang durch das Unternehmen Bützower Wärme erklärt Geschäftsführer Peter Dethloff (links) den SVZ-Lesern den Ablauf eines Heizwerkes.  Fotos: Nicole Groth
Bei einem Rundgang durch das Unternehmen Bützower Wärme erklärt Geschäftsführer Peter Dethloff (links) den SVZ-Lesern den Ablauf eines Heizwerkes. Fotos: Nicole Groth

Teilnehmer der SVZ-Sommertour erhalten Einblicke in die Arbeitsabläufe innerhalb des Bützower Heizkraftwerkes

svz.de von
22. August 2016, 21:00 Uhr

Bei der gestrigen SVZ-Sommertour besuchten unsere Leser das Heizkraftwerk der Bützower Wärme GmbH in der Kühlungsborner Straße. Vor dem Rundgang durch die Anlage erfuhren die Teilnehmer von Geschäftsführer Peter Dethloff, wie sich das Unternehmen von seinen Anfängen bis heute entwickelt hat. Dabei ging er sowohl auf Veränderungen in der technischen Ausstattung als auch auf das Leistungsvermögen ein. Die Männer und Frauen nutzten die Möglichkeit, kritische Fragen zu stellen und ihre Bedenken zur Produktion loszuwerden.


Mais ist energiereichstes Material


1978 wurde das Heizwerk in Betrieb genommen. Wurde damals hauptsächlich auf Kohle und Briketts zur Energiegewinnung zurückgegriffen, erzeugt die Biogasanlage heute die meiste Wärme . „50 Prozent erhalten wir über die Anlage und je 25 Prozent durch Erdgas und Kohle“, erzählt der Geschäftsführer.

Das energiereichste Material sei der Mais. Ob die Landwirte den ausschließlich für das Werk anbauen, wollte Sigrid Bastubbe aus Bützow wissen. „In Afrika ist Mais ein Grundnahrungsmittel der Menschen, doch dort hungern sie und hier wird der Mais tonnenweise abgeladen,“ sagte die Bützowerin. Den Gedanke verstehe Dethloff, doch sei er nicht wirtschaftlich. „Die Bauern verschenken ihren Mais nicht. Sie müssen schauen, dass sie ihre Einnahmen bekommen“, sagte der Geschäftsführer.

Der Bützower Frank Dahl brachte ein weiteres Anliegen zur Sprache – Geruchsbelästigung. „Ich denke, in der damaligen Planung der Anlage ist etwas schief gelaufen. Ich sehe es als falsch an, so etwas hier hinzusetzen, wenn nur knapp 300 Meter entfernt ein Wohngebiet liegt“, sagte er. Der schubweise wahrnehmbare Gestank sei noch schlimmer geworden durch den trockenen Hühnermist, der seit zwei Jahren in der Anlage verarbeitet wird.


Geruchsbelästigung ist wichtiges Thema


Darauf eingehend erklärte der Geschäftsführer, dass der Mist nur dann stinke, wenn er nass wird. „Um das zu verhindern, stellte der Betreiber einen Antrag für den Bau einer Halle, um das Material geschlossen lagern zu können. Der wurde aber von der Stadtvertretung abgelehnt“, berichtete Dethloff. Doch den Anwohnern sei versichert, dass damit das Thema nicht vom Tisch ist. „Als Alternative werden nun Betonsteine übereinandergestapelt und ein flexibles Dach aufgesetzt. Dafür braucht man keinen extra Baugenehmigung“, sagte der Geschäftsführer.

Von dieser Lösung konnten sich die SVZ-Leser bei der Führung durch das Unternehmen selbst ein Bild machen. Auf dem Areal lagerten bereits die verschiedenen Brennmaterialien zwischen Betonsteinen – bisher noch ohne Dach. „Damit der Hühnermist nicht stinken kann, decken wir ihn zurzeit mit Mais-Silage ab“, erklärte Dethloff.

Neben der Geruchsproblematik brannte Dahl noch ein weiteres Thema unter den Nägeln, das bei den Umstehenden ebenfalls auf Interesse stieß: „Ist die Feuerwehr auf einen Katastrophenfall vorbereitet?“

Die Frage konnte Dethloff mit einem „Ja“ beantwortete. „Einmal im Jahr mache ich mit den Feuerwehrleuten einen Rundgang über die Anlage. Außerdem hat die Wehr einen eigenen Zufahrtsweg“, berichtete der Geschäftsführer.

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