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Bützower Zeitung

18. Oktober 2017 | 09:42 Uhr

Bützow : Leitungswirrwarr verzögert Bau

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bei der Sanierung der Kreisstraße 6 in Bützow behindern unvernünftige Kraftfahrer und veraltete Planungsunterlagen die Arbeiten.

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Anfang Dezember sollen die umfangreichen Bauarbeiten am ersten Bauabschnitt der Kreisstraße 6 zwischen Gartenstraße und Warnoweg abgeschlossen sein. Das war das ehrgeizige Ziel des Landkreises Rostock und auch der bauausführende Firma. Doch ob das zu realisieren ist, steht noch nicht fest, scheint eher unwahrscheinlich.

Nico Dreyer von der Firma Bohlen und Doyen steht in einer tiefen Baugrube. Für die Eon Hansegas verlegt das Unternehmen neue Gasleitungen. Einige Meter weiter wühlen sich die Mitarbeiter der Firma Groth durch das Erdreich. Das Rostocker Unternehmen ist Hauptauftragnehmer für dieses kreisliche Bauvorhaben. Rund 90 Prozent der Straßenentwässerungsleitung auf dem 700 Meter langen Teilstück sei verlegt, jetzt sind die letzten 40 Meter dran, informiert der verantwortlichen Bauleiter. In der kommenden Woche sollen dann auch die neuen Wasserleitungen angeschlossen werden. Die mussten teilweise neu verlegt werden. Denn was die Bauarbeiter im Erdreich fanden, sei ein einziges Leitungswirrwarr gewesen, sagt Kreissprecher Michael Fengler. Das treffe auf alle Versorger zu, sei es nun die Gas- oder die Trinkwasserleitung oder die der Telekom. „Die meisten Leitungen stammen aus dem Jahr 1974, als das Wohngebiet hier entstanden ist. Wer hat damals die Leitungen ordentlich eingemessen? Keiner“, gibt der baubegleitende Ingenieur André Kohl selbst die Antwort. Er habe in dem Bereich Leitungen von 26 verschiedenen Versorgern registriert, sagt Kohl.

Deshalb seien die Baupläne und die Bauablaufplanung teilweise über den Haufen geworfen und neu aufgestellt worden. Nicht nur wegen des Leitungswirrwarrs, sondern auch weil die Lieferung eines Ölabscheidesystems für die Straßenentwässerung nicht pünktlich gelieferte wurde. „Das alles hat zu Verzögerungen geführt“, sagt Kreissprecher Michael Fengler.

Und immer wieder werden die Bauarbeiter auch durch Autofahrer behindert, die rechtswidrig in die Baustelle hineinfahren. Die Bauleute sorgen rund um die Uhr dafür, dass die Anwohner ihre Häuser erreichen und das zum Beispiel auch die Postautos durch die Baustelle kommen. Jedoch würden ständig auch Einwohner von Rühn und Pustohl durch die Baustelle fahren. „Mittwoch hat ein Mann sein Auto einen halben Tag lang in der Zufahrt zur Baustelle geparkt“, erzählt der Bauleiter. Das alles behindert den Bauablauf zusätzlich. Dennoch versuchen die Bauleute den Zeitverlust aufzuholen. Rund 40 Prozent des Straßeneinbaus seien schon erfolgt. Der soll in der kommenden Woche ebenfalls fortgesetzt werden.
Dazu gehöre dann auch der Einbau der Borde und Gossen, also des gepflasterten Seitenstreifens, in dem das Straßenwasser abfließen kann.

„Unser Ziel ist es natürlich, die Bauarbeiten noch in diesem Jahr abzuschließen“, sagt Dierk Schröder, Sachgebietsleiter Straßenbau beim Landkreis Rostock. „Wenn das nicht klappen sollte, wird zumindest die Asphalt-Tragschicht eingebracht. Die ist nicht so witterungsabhängig“, erklärt Schröder. So wollen Kreis und Baufirma gewährleisten, dass zumindest die Straße zum Winter wieder regulär befahren werden kann. Die abschließende Deckschicht könne nur bei über fünf Grad aufgebracht werden. „Wir haben schon das ganze Jahr mit schlechtem Wetter gelebt“, sagt André Kohl. Doch man wisse nie, der November halte immer Wetterkapriolen bereit.

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