zur Navigation springen

Neue Tagespflege Bröbberow : Lebensfreude durch die Gemeinschaft

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In der „Hartlich Stuuv“ werden bereits 13 Tagesgäste betreut

Erst das Horoskop für jeden, dann Anekdoten aus der Kindheit, Meinungsaustausch zu aktuellen Fernsehsendungen, Witze und spontanes Anstimmen des Schlagers „Am Tag, als Conny Kramer starb“ – wenn die Tagesgäste und Pflegekräfte der „Hartlich Stuuv“ in Bröbberow sich in großer Runde zusammenfinden, geht es lustig zu. „Wir sitzen gern zusammen und unterhalten uns über lustige Sachen“, sagt Pflegedienstleiterin Annegret Gaulke.

Erst Anfang Mai eröffnete die Tagespflege im alten Gutshaus der Gemeinde, seitdem vergrößert sich die Gruppe immer mehr. „Wir sind gleich mit zehn Tagesgästen gestartet, jetzt sind es 13 und wir bekommen immer neue Anfragen“, berichtet Annegret Gaulke. Die Kapazitäten sehen eine Auslastung mit bis zu 19 Tagesgästen vor, das solle auch genutzt werden.

Die meisten der Tagesgäste sind an Demenz erkrankt. Das Konzept der Tagespflege ist speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Im Mittelpunkt steht dabei die Biographie. Zentrales Element ist der Biographiebogen, den die Tagesgäste gemeinsam mit den Senioren ausfüllen und den Pflegekräften zur Verfügung stellen. Darin sind alle Informationen zum Gesundheitszustand, Verhaltensweisen sowie Interessen enthalten. „Für uns ist zum Beispiel wichtig zu wissen, was sie früher gemacht haben. Wenn wir das wissen, können wir damit gezielt arbeiten. Wenn zum Beispiel jemand in einem Chor war, können wir ihn oder sie zum Beispiel über das Singen abholen“, erklärt Annegret Gaulke. „Es kann aber auch sein, dass jemand mal einen Hund hatte, dann arbeiten wir mit Hundebildern. Wer immer gern im Garten gearbeitet hat, bekommt bei uns auch die Möglichkeit dazu.“ Prinzipiell gehe es darum, den Tagesgästen das zu bieten, was sie ihr Leben lang gern gemacht haben.

Teil des biographischen Konzeptes ist auch ein Buch, das jeder der Tagesgäste mit nach Hause nehmen kann. Es enthält einen Steckbrief zur eigenen Person und Tagebucheinträge, in denen die Pflegekräfte den Tagesablauf wiedergeben. Es gebe einige, die am Abend nicht mehr wissen, was sie tagsüber gemacht haben. Für sie sei das Buch hilfreich, erzählt Annegret Gaulke.

Mittlerweile ist die Gruppe schon eine eingeschworene Gemeinschaft. „Das Zusammensein ist sehr schön“, sagt Hildegard Bohnsack. Die 89-Jährige hat sich selbst in der „Hartlich Stuuv“ angemeldet, weil es ihr, wie sie sagt, zu Hause zu langweilig war. „Wir machen hier viel, zum Beispiel kreative Sachen. Wir malen und singen, alles Dinge, für die früher nie genug Zeit war. Dabei vergeht der Tag ziemlich schnell“, erzählt die Seniorin. Auch Roland Waldera aus Schwaan freut sich über das Gemeinschaftsgefühl, das er in der Tagespflege erlebt. „Zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf. Ich bin richtig glücklich, dass ich hier sein kann.“

Für Annegret Gaulke und ihr Team ist die Begeisterung der Tagesgäste und die rege Nachfrage nach Plätzen Lohn für viele Monate harte Arbeit, in denen das alte Gutshaus grundhaft auf Vordermann gebracht wurde. Um genügend Personal für die Betreuung zu haben, will die Pflegedienstleiterin noch eine weitere Stelle besetzen. „Dann sind wir insgesamt sieben.“ Zusätzlich zu den Festangestellten seien Praktikanten aber auch jederzeit willkommen.

Auszubildende sollen erst einmal nicht zum Team stoßen. Prinzipiell sei es möglich, aber erst einmal müsse alles andere laufen, sagt Annegret Gaulke. Komplett ausgeschlossen sei es aber nicht, dass in der „Hartlich Stuuv“ auch irgendwann zukünftige Pflegekräfte ausgebildet werden.

Die Tagesgäste der „Hartlich Stuuv“ können sich auch in Zukunft über viel Abwechslung freuen. Denn zu ihnen gesellt sich bald ein besonderer Neuzugang: Ein Kaninchen wird demnächst im Garten sein Domizil beziehen – neben Schildkröte „Otto“ bereits das zweite Haustier der „Hartlich Stuuv“.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen