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Bützower Zeitung

23. September 2017 | 14:59 Uhr

Landwirtschaftsamt vor dem Aus?

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2010 | 07:12 Uhr

Bützow | Die Bützower werden langsam nervös. Denn die Sorge wächst, dass die Kleinstadt im Rennen um den endgültigen Sitz des Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU) gegenüber Rostock den Kürzeren ziehen könnte.

In aller Eile fassten die Stadtvertreter deshalb am Montagabend den Beschluss, den Bebauungsplan für den Schlossplatz zu ändern, damit das StaLU dort einen Erweiterungsbau errichten könnte. Musste doch die Bauvoranfrage des Landwirtschafts- und Umweltamtes erst einmal vom Landkreis abgelehnt werden, weil sie nicht mit dem vorliegenden B-Plan in Übereinstimmung zu bringen war.

Mit der Änderung des B-Planes wolle man ein Signal setzen, dass Bützow entschlossen ist, alle Voraussetzungen für den Verbleib des Behörden standortes in der Stadt zu schaffen, so Bürgermeister Sebastian Constien (parteilos).

Immerhin geht es um 160 Arbeitsplätze, die bisher auf die beiden Standorte in Rostock und Bützow verteilt sind. Und um ein riesiges Amtsgebäude auf dem Bützower Schlossplatz, von dem man sich gar nicht vorstellen mag, das es vielleicht einmal leer stehen könnte.

Heute auf den Tag genau vor 13 Jahren wurde das Landwirtschaftsamt in Bützow in Betrieb bezogen (siehe Faksimile). Die Ansiedlung dieses Amtes in Bützow sollte damals auch ein Ausgleich für den Verlust des Kreisstadt-Statusses von Bützow und des Amtsgerichtes sein.

Jetzt fürchten Stadt und Landwirte der Region, dass dieses einstige Trostpflaster mit einem schmerzhaften Ruck aus der Stadt entfernt werden könnte.

Ende Oktober, also schon in zwei Wochen, sollte im Land ursprünglich die Entscheidung über den endgültigen Standort des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU) fallen. Die Grundlage dafür soll eine Wirtschaftlichkeitsberechnung über die Standorte Rostock und Bützow sein.

Er habe gehört, die Endplanung solle schon fertig sein. "Vielleicht sollte man das Land langsam zu einer Entscheidung drängen", meinte Stadtvertreter Karsten Thiemann (CDU). Man halte noch hinter dem Berg mit seiner Entscheidung, aber "es ist wohl tatsächlich so, dass es schlecht aussieht für den Standort Bützow", fürchtet Bürgermeister Sebastian Constien. Auch Wolfgang Wehrmann (EB/FDP) hatte gehört, sagt er, "dass es so günstig nicht aussieht für Bützow." Doch wiegelt das Schweriner Landwirtschaftsministerium ab. Es liegen inzwischen zwar die Berechnungen vor, "die müssen aber noch ausgewertet werden", meint Pressesprecherin Marion Zinke. "Das dauert noch gut vier Wochen." Was bedeutet, dass mit einer Entscheidung noch im Oktober kaum zu rechnen sein dürfte.

In welche Richtung sich die Waage neigt, könne man jetzt noch nicht sagen, versucht Zinke etwas den Druck herauszunehmen.

"Es ist bisher weder ein Trend zu erkennen noch eine Entscheidung getroffen", sagt SPD-Fraktionschef des Landtages Dr. Norbert Nieszery. Das Entscheidende sei jetzt die wirtschaftliche Auswertung der Analyse.

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