Steinhagen : Landwirtschaft ist cool

Er hat seinen Wunschberuf vor Ort gefunden: Jonas Selke lernt im Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog in seiner Wahlheimat Steinhagen.
Er hat seinen Wunschberuf vor Ort gefunden: Jonas Selke lernt im Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog in seiner Wahlheimat Steinhagen. Fotos: Ralf Badenschier / Karikatur: Thomas Znoyek

Seit einem halben Jahr ist Jonas Selke Auszubildender im Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog

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30. Januar 2018, 05:00 Uhr

„Ja, wir betreiben konventionelle Landwirtschaft“, sagt Geschäftsführer Silvio Griepentrog. Das familiengeführte Unternehmen steht dazu, und steht auch zu seiner Verantwortung als Teil der Region. „Wir geben jungen Leute eine Chance, sichern Arbeitsplätze, nicht nur bei uns, sondern auch in der verarbeitenden Industrie“, ergänzt Ausbilder Eberhard Tschirner. Deshalb sei die Ausbildung des eigenen Berufsnachwuchses eine Schlüsselstellung.

Für Jonas Selke ist das ein Glücksfall. Der gebürtige Schweriner ist seit August vergangenen Jahres Auszubildender in der Steinhäger Firma. „Mein Onkel hatte selbst Rinder und betrieb auch Ackerbau“, erzählt der 17-Jährige. „Ich fand das schon immer cool so mit den Traktoren und alles drumherum.“ Als Jonas Selke vor knapp einem Jahr mit seiner Mutter von Schwerin nach Steinhagen zog, bot sich die Chance, den Berufswunsch zu verwirklichen.

Auch wenn er wusste, auf was er sich da einlässt, sei er doch erstaunt gewesen, wie viele Tiere es hier gibt, wie groß eine Gruppe ist. Doch mittlerweile hat er sich längst eingelebt. „Die Arbeit mit den Tieren macht Spaß, finde ich zumindest; und das Melken.“ Auch wenn er erst seit einem halben Jahr dabei ist, dürfe er schon vieles alleine machen. Das geht bei der Erstversorgung der neugeborenen Kälber los, geht weiter mit dem Tränken, aber auch das Stallausmisten und das Einstreuen gehören dazu, erzählt der 17-Jährige. Dabei kommt moderne Technik ebenso zum Einsatz wie Forke und Mistgabel.

Jetzt im Herbst und Winter falle eher die Arbeit im Stall an, im Frühjahr gehe es dann raus aufs Feld, ergänzt Eberhard Tschirner. Der Beruf habe schon eine Vielfalt zu bieten. „Und ohne moderne Technik geht heute nichts mehr, weder im Stall noch auf dem Trecker. Alles ist vernetzt“, erklärt der Ausbilder.

Das schätzt auch Jonas Selke. Die Aussicht auf Schichtbetrieb und längeres Arbeiten im Sommer schrecke ihn da nicht ab. „Das habe ich gewusst.“ An freien Wochenende fährt er mit dem Motorrad auch mal nach Schwerin, um seine alten Kumpels zu besuchen, wie er sagt. Dennoch könnte er sich vorstellen, auch nach der Ausbildung auf dem Dorf zu bleiben. „Wir haben früher schon mal auf dem Dorf gewohnt. Das ist in Ordnung“, sagt Jonas Selke.

Für Geschäftsführer Silvio Griepentrog ist gerade diese enge Verflechtung mit dem lokalen Umfeld wichtig. „Wir unterstützen bewusst Sportvereine und die Feuerwehr, geben der Gemeinde Hilfe oder laden auch Kindergartengruppen und Klassen zu uns in den Betrieb ein.“ Es gehe einerseits um die Akzeptanz unter Nachbarn, aber auf der anderen Seite auch darum, junge Menschen aus der Region neugierig auf die Landwirtschaft zu machen. Denn Silvio und Andy Griepentrog möchten, dass der Betrieb das bleibt, was er immer war. Ein Unternehmen, das eng mit der Region verbunden ist.

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