Bandow : Landwirtschaft auf solidarische Art

Praktikantin Fiona Bahr erläutert anlässlich der jüngsten Bio-Landpartie die Gemüseproduktion auf dem Kastanienhof in Bandow.
Praktikantin Fiona Bahr erläutert anlässlich der jüngsten Bio-Landpartie die Gemüseproduktion auf dem Kastanienhof in Bandow.

Der Kastanienhof Bandow vertreibt sein Obst und Gemüse über spezielle Verteilstellen in der Region

svz.de von
23. September 2015, 16:56 Uhr

Moritz Isensee und seine Familie leben auf dem Kastanienhof Bandow vom biologischen Anbau von Gemüse, Obst und Kräutern. Würden sie diese Produkte auf Märkten verkaufen, wäre das ein zu hoher finanzieller Aufwand. Stattdessen propagierte Moritz Isensee  2013 eine ganz andere Form der Vermarktung:  über die Solidarische Landwirtschaft. Prinzip: Mehrere Privathaushalte tragen die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten.

„Wir legen unsere sämtlichen Kosten auf den Tisch, wie für das Saatgut, die Pacht, unser Einkommen, die Versicherungen. Die Summe wird dann durch die Anzahl der Leute geteilt, die sich an bestimmten Verteilstellen wöchentlich ihr frisches Gemüsepaket abholen“, so Isensee. Wenn das für die Produktion des Betriebes reicht, die Kosten also gedeckt sind und das Einkommen gesichert ist, würde versucht, möglichst bodenschonend und ökologisch tätig zu werden.

Begonnen hatte der Kastanienhof in Bandow damit  2014 mit 30 Leuten. Inzwischen sind es bereits 80, die auf die Bioprodukte des Kastanienhofes schwören und sich auf einer der derzeit 13 Verteilstellen, die vom Hof wöchentlich beliefert werden, ihre Gemüsepakte abholen.

 Derzeit bauen Isensee und seine Lebensgefährtin Susanne Ewert insgesamt  39 verschiedene Produkte an, von Basilikum bis Zuckererbsen. Anhand eines Ernteplans wissen die Bezieher, was in etwa geliefert wird. „Es gibt natürlich auch Leute, die dieses und jenes nicht so mögen. Zum Beispiel mag nicht jeder Topinambur. Aber da wird einfach untereinander getauscht“, so der Bio-Bauer. Auch weiß er, dass Beerenobst sehr stark gefragt ist. Daraufhin hat er mit dem Anbau von Johannisbeersträuchern und Erdbeeren sein Angebot aufgestockt. Allerdings, sei Beerenobst pflegetechnisch sehr aufwendig, besonders das Pflücken. „Das schaffen wir nicht. Deshalb sind die Konsumenten angehalten, es selbst zu ernten.“

Dazu kommt, dass der Kastanienhof etwa alle drei Wochen einen Mitmachtag anbietet. Dazu werden Kunden eingeladen,  auf dem Hof auf freiwilliger Basis selbst tätig zu sein. „Da geht es darum, dass die Leute sehen, wo das Gemüse wächst. Sie lernen Zusammenhänge kennen, beispielsweise über Bodenfruchtbarkeit, Düngung, Saatgut, Ernährungsfragen – also Themen, die uns als Gärtner auch interessieren. Beim Miternten lernen sie die Gemüsequalität einschätzen, welche Kulturen Erfolg haben, welche weniger. Sie können dann mitreden und das macht den Leuten Spaß.“

Die Solidarische Landwirtschaft wird aber nicht nur vom Kastanienhof Bandow gespeist. Im Verbund der Bunten Höfe hat sich Moritz Isensee noch einen weiteren Partner dazu geholt. Auf dem Hof Hugoldsdorf in der Nähe von Tribsees produziert Daniel Triebel mit seiner Familie als Landwirt im Nebenerwerb für den Verbund. Dazu hält er etwa 75 Schafe und 45 Lämmer sowie eine kleine Hühnerzucht mit etwa 60 Hühnern, zwei kleine Rinder und ein Pferd für Pflegearbeiten. Eier, Lamm- und Rindfleisch, und nach Bedarf auch Geflügel sind die Produkte, die er zur Solidarischen Landwirtschaft beisteuert.

Wer sich selbst auch für den wöchentlichen Bezug dieser Bioprodukte interessiert, kann sich gern persönlich an den Kastanienhof in Bandow wenden. Verteilstellen in der Bützower Region sind im Kindergarten Groß Grenz, in Hucksdorf bei Schwaan und auf dem Kastanienhof selbst zu finden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen