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Bauernverband Bützow : Landwirte wollen Image aufpolieren

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Beim Bauerntag in Steinhagen wurde viel diskutiert – auch Öffentlichkeitsarbeit war ein Punkt

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Der Erfolg auf der Mela 2016, die Milchkrise und die Lockerung der Stallpflicht wegen der Geflügelgrippe – all diese Themen wurden auf dem gestrigen Bauerntag in Steinhagen, der vom Bauernverband Bützow organisiert wurde, besprochen. Ein weiteres Kernthema war auch der Umgang mit den Medien. Denn diese berichten in den Augen vieler Landwirte zunehmend schlecht über den Berufsstand.

„Natürlich lässt sich in manchen Fällen schnell eine negative Schlagzeile schreiben“, sagt Claudia Kerber, Sprecherin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Allerdings sollten die Journalisten auch an die Folgen ihrer Berichte für eine ganze Berufssparte denken.“ In ihrer etwa 20-minütigen Präsentation lobte Kerber jedoch auch das positive Medienecho auf der Mela 2016. Aber nicht immer hätten die Bauern die Chance, sich so gut wie auf der Messe für die Öffentlichkeit zu präsentieren. „Ich rufe daher die Bauern dazu auf, den Medien gegenüber offen zu sein. Allerdings appelliere ich auch an die Medien, fundiert und nicht einseitig zu berichten.“

Viele der anwesenden Landwirte sind mit der Darstellung ihres Berufsstandes in den Medien unzufrieden. So auch Harald Krey, Milchbauer aus Kurzen Trechow. Er sagt, dass das Bild der Bauern in der Bevölkerung oft negativ geprägt sei. „Es ist falsch, alle Bauern über einen Kamm zu scheren und gegen alle zu wettern“, sagt Krey. Denn die Landwirtschaft sei ein komplexer Wirtschaftszweig.

Allerdings versuchten die Teilnehmer auch, Vorschläge zur Verbesserung einzubringen. So bietet der Bauernverband MV dieses Jahr ein Medientraining für seine Mitglieder an. Bei diesem sollen die Bauern lernen, wie sie sich präsentieren können und ihre Arbeitsweisen möglichst verständlich erklären. „So werden unsere Mitglieder geschult, wie sie sich im Umgang mit der Presse zu verhalten haben“, so Kerber.

Um nicht nur mit der Presse, sondern auch mit der Öffentlichkeit mehr ins Gespräch zu kommen und ein Bild über die moderne Landwirtschaft zu entwickeln, plant der Verband zudem die Gestaltung von einem „Infomobil. Mit dem Fahrzeug sollen die Mitglieder dann zu Veranstaltungen fahren und die Verbraucher über die Landwirtschaft informieren können.

Daneben sehen sowohl Kerber als auch Gerd Göldnitz, Vizepräsident des Bauernverbandes MV, die Notwendigkeit, an die Schulen und Kinder heranzutreten. „Auch für uns im Verein ist der Nachwuchs sehr wichtig“, sagt Göldnitz. Darum will sich der Verband auch bemühen, bei den Kindern ein Verständnis für die Landwirtschaft zu wecken. „Immerhin werden sie später Verbraucher sein. Und für sie ist es dann auch wichtig zu wissen, woher die Waren im Supermarkt kommen.“ Daher möchte der Verband seine Mitglieder auch dazu animieren, mehr Schulklassen für einen Besuch auf dem Bauernhof zu begeistern.

Zum Ende hin nutzten die Gäste der Veranstaltung die Chance, einige Dankesworte an die Landwirte auszusprechen. Es dankten unter anderem Stephan Meyer, Dezernent vom Landkreis Rostock, der Seniorenverein des Bauernverbandes und Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka (SPD). „Die Bauern tragen auch einen großen Anteil am kulturellen Leben bei. Ob sie nun im Winter unentgeltlich Schnee schieben, oder ob sie das Erntedankfest ausrichten. Dafür gebührt ihnen Dank“, so Czarschka.

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