Bauern tagen in Steinhagen : Landwirte blicken nach vorne

Landwirte bleiben im Dialog mit der Landesregierung: Dr. Peter Sanftleben, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft (Mitte), im Gespräch mit Detlef Kurreck, Vizepräsident des Bauernverbandens Mecklenburg-Vorpommern (links), und Manfred Bissa, Vorstandvorsitzender des Bützower Bauernverbandes.
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Landwirte bleiben im Dialog mit der Landesregierung: Dr. Peter Sanftleben, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft (Mitte), im Gespräch mit Detlef Kurreck, Vizepräsident des Bauernverbandens Mecklenburg-Vorpommern (links), und Manfred Bissa, Vorstandvorsitzender des Bützower Bauernverbandes.

Mitglieder des Bützower Bauernverbandes sprechen auf ihrer Jahrestagung Probleme der aktuellen Lage in der Landwirtschaft an

svz.de von
11. März 2016, 21:00 Uhr

Eine Ende der Krise ist noch nicht in Sicht: Viel Bürokratie, die schlechte Marktlage und ein negatives Bild der Landwirtschaft in der Gesellschaft – das sind Themen, die Mecklenburger Bauern beschäftigen. Auf der gestrigen Jahrestagung des Bützower Bauernverbandes wurden Probleme offen angesprochen und Veränderungsmöglichkeiten diskutiert. Ein Appell zur Unterstützung der Bauern ging dabei auch an Schwerin. Zu Gast war Dr. Peter Sanftleben, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern.

Die Krise in der Landwirtschaft macht auch vor den Mitgliedern des Bauernverbandes nicht Halt. „Die Preise sind eingebrochen und zum heutigen Zeitpunkt ist noch nicht abzusehen, wann eine Besserung eintritt“, sagt Manfred Bissa, Vorstandsvorsitzender des Verbandes. Die Schweine- und Milchproduktion habe besonders mit der schwierigen Situation zu kämpfen, so Bissa. Der Bützower Bauernverband reagierte nun auf die angespannte Situation. Bissa stellte den Antrag, einmalig für 2016 die Beitragserhebung für Mitglieder mit Tierbetrieb auszusetzen. Der Antrag wurde von den 48 Mitgliedern einstimmig beschlossen.

Der schwierigen Lage in der Landwirtschaft sei sich auch Staatssekretär Sanftleben bewusst. Er informierte die anwesenden Bauern darüber, dass Gespräche mit den Verantwortlichen auf Bundesebene geführt und Maßnahmen zur Gegensteuerung der Krise diskutiert werden. So stellte Sanftleben geplante Förderprogramme vor wie etwa das Sommerweideprogramm zu Unterstützung und Aufzucht von Milchkühen oder die Förderung bei dauerhafter Umwandlung von Acker- zu Grünland. „Das Preistief ist gegebenenfalls noch nicht erreicht. Ich rate Ihnen, sich frühzeitig Beratung zu suchen und Maßnahmen anzustreben“, so der Staatssekretär.

Doch liege es auch an den Bauern selbst, sich der Situation zu stellen. „Wir brauchen als Bauernverband ein selbstbewussteres Auftreten“, sagt Detlef Kurreck, Vizepräsident des Landesverbandes. Ehrlichkeit und Transparenz müssen angestrebt werden, um der Gesellschaft ein konkretes Bild über die Arbeit der Landwirte zu geben – das sei das Ziel, das verfolgt werden müsse, so Kurreck.

Neben den anhaltenden Problemen konnte der Bützower Bauernverband auch mit freudigen Themen aufwarten. Allen voran steht das diesjährige 25-jährige Bestehen des Verbandes. „Der Vorstand hat beschlossen, nach zehn Jahren wieder einen Bauernmarkt am Tage und einen Bauernball am Abend durchzuführen. Halten Sie sich den 28. Mai frei“, sagt Bissa. Der Veranstaltungsort des „Tages des offenen Hofes“ am 12. Juni steht ebenfalls fest. Der Mühlenhof in Zeppelin öffnet seine Türe unter dem Motto „Landwirt schafft Leben“.

Auch 2015 war der Verband in vielen Bereichen aktiv: ob Scheunenfest bei Martin Vorbeck, Kinderveranstaltung in der Bützower Miniaturstadt oder Bäume pflanzen in Bützow. Öffentlichkeitsarbeit solle auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Verbandsarbeit sein. „Denn was nicht verstanden wird, kann nicht auf Verständnis hoffen“, zitiert Manfred Bissa die Worte Roman Herzogs.

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