Benitz : Landwirt erhält „Ritterschlag“

Ein Leben für die Landwirtschaft: 40 Jahre lang war Rainer Tschirner Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Groß Grenz. Seine Nachfolgerin ist Tochter Kathrin Naumann.
Ein Leben für die Landwirtschaft: 40 Jahre lang war Rainer Tschirner Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Groß Grenz. Seine Nachfolgerin ist Tochter Kathrin Naumann.

Rainer Tschirner aus Benitz mit Landesverdienstorden ausgezeichnet

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18. Januar 2018, 05:00 Uhr

„Ich bin ja nun schon ein etwas älteres Semester. Doch in den letzten Tagen davor war ich schon mächtig aufgeregt“, gesteht Rainer Tschirner. Beim großen Neujahrsempfang von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Montagabend erhielt der Benitzer den Verdienstorden des Landes. Der scheidende Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Groß Grenz in Benitz war damit einer von drei Einwohnern des Landes, die für „herausragende Leistungen“ geehrt wurden (SVZ berichtete kurz).

In Güstrow geboren, wuchs Rainer Tschirner in Katelbogen auf. Gleich nach dem Studium kam er 1977 nach Benitz, wurde dort zwei Jahre später LPG-Vorsitzender. Nach der Wende führte Rainer Tschirner den Betrieb in die Marktwirtschaft.

Als Stratege mit Rundumblick habe sich der Landwirt – im Ehrenamt wie im eigenen Betrieb – für eine moderne Landwirtschaft stark gemacht, für sie geworben und die anspruchsvollen Berufsbilder vorgestellt, erklärte die Ministerpräsidentin in ihrer Laudatio. „Und er hat zusammen mit seiner Familie, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Verantwortung für die Menschen im Umfeld übernommen.“

Er selbst sei sehr erstaunt gewesen, dass gerade er mit dieser Auszeichnung bedacht wurde. Andererseits habe es ihn natürlich auch sehr gefreut, sagt Rainer Tschirner. „Man hat ja sein Leben lang immer versucht, etwas zu schaffen, sowohl im Betrieb als auch im Ehrenamt. Wenn das dann so gewürdigt wird, ist es schon schön.“

Nachdem 1990 der staatliche Tiergesundheitsdienst geschlossen wurden, habe Tschirner maßgeblich dazu beigetragen, die Beratung der Tierhalter wieder einzurichten. „Zunächst für Schweine und Rinder, später für Bienen“, so Manuela Schwesig. Mit seiner Arbeit in der Tierseuchenkasse habe er einen großen Beitrag für eine funktionierende Solidargemeinschaft unter den Tierhaltern des Landes geleistet. „Als engagiertem Landwirt war ihm immer klar: Das Tierwohl ist entscheidend für den Erhalt der Bestände. Und damit auch für eine ökonomisch erfolgreiche Landwirtschaft“, erklärte Manuela Schwesig.

Doch nicht nur in der Tierseuchenkasse hat sich Rainer Tschirner jahrzehntelang engagiert. Ebenso zeigt er Einsatz im Rinderzuchtverband des Landes, sagt Katrin Kauer, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Bützow. „Er gehört nicht nur zu den Gründungsmitgliedern unseres Verbandes, sondern ist seit dem der stellvertretende Vorsitzende.“ Und sie hofft, „dass er es noch eine Weile lang bleib“, so die Geschäftsführerin.

Denn Rainer Tschirner übergibt jetzt zum Monatsende endgültig den Staffelstab als Geschäftsführer an seine Tochter Dr. Katrin Naumann. In den zurückliegenden Jahren agierten sie gemeinsam als Doppelspitze. Doch von einer Verabschiedung in den Ruhestand möchte der Benitzer nichts wissen. „Die Verbindungen brechen ja nicht ab. Ich werde sicherlich immer mal wieder einschauen“, sagt der 65-Jährige.

Rainer Tschirner wurde bereits 2013 mit der Ehrennadel des Bauernverbandes MV für seine landwirtschaftlichen Verdienste und sein ehrenamtliches Engagement im Bauernverband, im Verwaltungsrat der Tierseuchenkasse und im ländlichen Raum ausgezeichnet.

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