Bützow : Land unter an Warnow und Beke

Wasser ohne Ende: Diese Aufnahme zeigt die Warnow vom Hafen flussabwärts. Die Wiesen am Kaffeekrug (hinten links) sind komplett geflutet
Wasser ohne Ende: Diese Aufnahme zeigt die Warnow vom Hafen flussabwärts. Die Wiesen am Kaffeekrug (hinten links) sind komplett geflutet

Die Pegel an den Flüssen in der Region Bützow und Schwaan erreichen in diesen Tagen Höchstwerte und fallen teilweise nur langsam.

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11. April 2018, 05:00 Uhr

Diese beeindruckende Luftaufnahme stammt vom Bützower Konrad Fischer. Sie zeigt die derzeitige Situation an Warnow und Nebel. Wasser über Wasser und vielerorts kein Land in Sicht. „Viele Leute, so auch ich, fragen sich, wo kommt das ganze Wasser her?“, schreibt SVZ-Leser Klaus Rambow. Und weiter: „Viele Wiesen sind regelrecht zu großen Seen geworden. Selbst am ,Alten Hafen’ steht das Wasser in der Warnow bis kurz vor dem Übertritt auf die Promenade.“

Was Klaus Rambow beobachtet, hat sicherlich jeder in seinem unmittelbaren Wohnumfeld festgestellt. Die Beobachtungen werden gestützt durch Zahlen. Das Schweriner Umweltministeriums veröffentlicht von allen Flüssen die Pegelstände. Und die Zahlen belegen: Für die Warnow und die Nebel wurden in den zurückliegenden Tagen Höchstmarken registriert. Ebenso für die Beke in Schwaan. Dort wurde am vergangenen Freitag sogar mit einem Pegelstand von 702 der bisherige Höchstwasserstand in einem April von 701 übertroffen. Gestern betrug der Pegel in der Beke noch 664. Ein Grund der hohe Abfluss unterhalb in Rostock. Bürgermeister Mathias Schauer, erklärt, dass noch alles gut sei, die Wohnbebauungen noch auf dem Trockenen stünden. „Natürlich kommt das Wasser im hinteren Bereich der Fritz-Reuter-Allee ziemlich dicht ran.“

Auch für die Warnow in Bützow wurden in den zurückliegenden Tagen der „Mittlere höchste Wasserstand“ (MHW), also der Wert aus der Summe des jeweils im April gemessenen höchsten Wasserstandes seit der Datenerfassung, deutlich überschritten. Dieser Mittelwert liegt am Unterpegel der Warnow, also am Umflutkanal bei 616. Am Montag betrug der Pegel 632. Am Ziegelhofweg betrug dieser Wert am Sonntag 643 (MHW 634). Spitzenwerte gab es schließlich auch am Pegel an der Nebel in Wolken mit 642 am Sonntag (MHW 624).

Diese ganze Situation sei einerseits schon extrem, überrasche aber auch nicht, heißt es in der Landesbehörde. Sie verweist auf die vielen Niederschläge, die seit Juni vergangenen Jahres mit nur wenigen Wochen Unterbrechung niedergegangen seien. Nun komme das Schmelzwasser des viele Schnees zu Ostern hinzu. Ein Glück sei, das am Oberlauf der Warnow bei Groß Görnow anscheinend nicht so viel Schnee gefallen sei, so dass von dort weniger Wasser in Bützow ankomme. Dennoch werde sich der Pegel in der Warnow noch einige Tage halten. Die Flüsse sind voll und die Böden gesättigt. Zunächst müsse das Wasser in der Nebel fallen, dann gebe es auch eine Entlastung für die Warnow. Die Nebel fließe schließlich bei Bützow in die Warnow, deshalb sei die Situation dieser Tage so angespannt. Und da die Warnow nur ein geringes Gefälle aufweise, dauere es seine Zeit, bis das Wasser sinkt. Der Scheitelpunkt sei aber überschritten.

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