Streit um Dorfstrasse : Laaser drohen mit Gericht

Alleen in Mecklenburg-Vorpommern und ihre Bedeutung, darüber sprach Katharina Brückmann (r.) vom BUND beim 2. Dorfgespräch in Laase.
Alleen in Mecklenburg-Vorpommern und ihre Bedeutung, darüber sprach Katharina Brückmann (r.) vom BUND beim 2. Dorfgespräch in Laase.

Bürgerinitiative lud zum zweiten Dorfgespräch ein / Strategien zum Erhalt der Dorfstraße diskutiert

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13. April 2017, 05:00 Uhr

Die Laaser Bürgerinitiative (BI), die sich für den Erhalt der Kopfsteinpflasterstraße in ihrem Dorf einsetzt, sucht nach weiteren Möglichkeiten, den Status quo für ihre Dorfstraße zu erhalten. Dafür würde sie auch vor Gericht ziehen. Eine solche Option sei jedenfalls möglich, wie Katharina Brückmann erklärte. Die Referentin für Baum- und Alleenschutz beim BUND in Mecklenburg-Vorpommern war Gast beim 2. Laaser Dorfgespräch, zu dem die BI am Dienstagabend eingeladen hatte.

Brückmann gab in einem Vortrag einen kurzen geschichtlichen Abriss über das Entstehen und den Umgang mit Alleen in den verschiedenen Jahrhunderten. Sie spannte dabei einen Bogen von den ersten Allen, die im 17. Jahrhundert auch in MV entstanden sind, bis zur Gegenwart. Sie seien Kulturgut, Lebensraum für Tiere und Orte für die Artenvielfalt, sagte Brückmann. Und sie ging auf den Schutzstatus für Alleen in Mecklenburg-Vorpommern ein.

In der anschließenden Diskussion richtete Katharina von Stralendorff, Mitglied der Bürgerinitiative, den Fokus auf das konkrete Anliegen der der BI. Was könne man tun, um eine Asphaltierung der Dorfstraße zu verhindern? Darüber wird seit Herbst vergangenen Jahres kontrovers diskutiert, nachdem die Gemeindevertreter von Baumgarten – Laase ist ein Ortsteil, – eine mögliche Sanierung der Straße in Betracht zogen. Daraufhin regte sich Widerstand, die BI wurde gegründet und es kam zum ersten Laaser Dorfgespräch (SVZ berichtete). Schon damals erklärte Bürgermeisterin Astrid Peters (SPD), dass eine Asphaltierung der Dorfstraße zu keinem Zeitpunkt festgestanden habe, andere Varianten unter Einbeziehung der Kopfsteinpflaster möglich seien.

Doch die BI will sich darauf nicht verlassen. Nun überlegt sie sogar, Laase mit der historischen Kirche, der alten Schule, dem Kopfsteinpflaster und der Allee als ein Denkmalensemble einstufen zu lassen. Katharina Brückmann machte der BI Mut und außerdem darauf aufmerksam, dass auch ein Planfeststellungverfahren möglich sei, das „Zeit und Geld kostet“. Schließlich sei auch eine Klage möglich, sollte die BI mit möglichen Bauvorhaben nicht einverstanden sein, zeigte Brückmann weitere Wege auf.

Dabei steht überhaupt noch nicht fest, ob und wann etwas passiert. Darauf hatten sowohl Peters als auch Landrat Sebastian Constien (SPD) beim ersten Laaser Dorfgespräch hingewiesen. Mittlerweile hätten die Gemeindevertreter auf der Sitzung im März den Antrag auf Fördermittel zurückgezogen, sagt die Bürgermeisterin. Auch das könne jeder in den Protokollen der Gemeindevertretung lesen. Die werden am Amtsanzeiger veröffentlicht, so Astrid Peters. Sie hatte sich übrigens vom zweiten  Dorfgespräch abgemeldet. Beim Auftakt der Veranstaltung im Gutshaus hatte Katharina von Stralendorff erklärt, dass alle Gemeindevertreter eingeladen worden wären, aber sich nur einer abgemeldet habe.

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