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Bützower Zeitung

17. Dezember 2017 | 22:46 Uhr

Laase : Laase bittet zum Gespräch

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bürgerinitiative lädt am Sonnabend, 7. Januar, zum Dorfgespräch e. Kampf um Erhalt der Kopfsteinpflasterstraße geht weiter.

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2017 | 06:00 Uhr

Ärger und das Unverständnis reißen in Laase nicht ab. Die jüngst ins Leben gerufene Bürgerinitiative (BI), die sich für den Erhalt der Kopfsteinpflasterstraße einsetzt (SVZ berichtete), ist irritiert über den aktuellen Stand der Dinge. Es gibt Redebedarf. Um diesen wird es am Sonnabend, 7. Januar, ab 14 Uhr gehen, wenn die BI zum 1. Laaser Dorfgespräch in die Kirche lädt. Doch auch bis dahin wird sich in dem kleinen Dorf bei Baumgarten alles nur um ein Thema drehen, wie Dokumente belegen, die der Redaktion vorliegen.

Ein Ingenieurbüro aus Bützow wurde von der Gemeinde Baumgarten beauftragt, eine Kostenschätzung zu erstellen, für eine asphaltierte Buswendeschleife sowie 110 Meter Kopfsteinpflaster, die ebenfalls asphaltiert werden sollen. Die weiteren Bereiche der Straße werden im Zuge der Sanierungsarbeiten zwischen Wendorf und Laase durch den Landkreis erneuert.

In der Kostenschätzung ist von einem „desolaten Zustand“ der Natursteinpflasterstraße die Rede. Verwerfungen würden auf einen unzureichenden Unterbau schließen lassen, was bereits zu Beschwerden von Anliegern wegen einlaufendem Wasser geführt habe. „Eine Entwässerung existiert nicht“, heißt es weiter. Auch mit der Buswendeschleife verhalte es sich so. Die Kosten wurden auf 87 000 Euro geschätzt.

Anhand dieser Kostenschätzung fasste die Gemeindevertretung den Beschluss, dass die Straße saniert werden soll, in Abhängigkeit von Fördermitteln vom Landkreis. Laut Bürgermeisterin Astrid Peters sollte die Schätzung lediglich Zugang zu möglichen Fördermitteln bereiten. Über die Art und Weise der Straßenerneuerung hätten sich die Gemeindevertreter noch keine Gedanken gemacht. Dies wiederum glaubt die BI nicht. Der „mitdenkende Bürger“ mache sich Sorgen – und mehr als das, sagt Katharina von Stralendorff von der Initiative skeptisch. Sie stellt die Fragen in den Raum: „Wenn nicht asphaltiert werden soll, warum gibt es keine Kostenkalkulation für eine Umpflasterung und Sanierung? Die Dorfstraße führt auf Wald- und Landwege zu, für wen soll also asphaltiert werden?“

Die BI wandte sich daraufhin an Burkhard Krause, Leiter des Amtes für Straßenbau und Verkehr. Er antwortete, die „Sanierung der Ortsdurchfahrt Laase ist nicht Bestandteil der derzeitigen Prioritätenliste Straßenbau des Landkreises Rostock“. Es habe einen Vororttermin gegeben, auf dem „lediglich sachlich festgestellt wurde, dass sich die Ortsdurchfahrt in keinem guten Zustand aus straßenbaulicher Sicht befindet und partielle Umpflasterungen erforderlich sind“.

Im Schreiben heißt es weiter: „Woher die Bürgerinitiative Informationen entnimmt, dass die Dorfstraße asphaltiert werden soll, entzieht sich meiner Kenntnis!“ Genau an dieser Stelle wird die BI skeptisch, denn in der Beschlussvorlage der Gemeindevertretung heißt es „gemäß vorliegender Kostenschätzung“, die wiederum eine Asphaltierung als Berechnungsgrundlage vorsieht.

Des Weiteren widerspricht die BI der Kostenschätzung in dem Punkt, dass keine Entwässerung vorzufinden ist. „Ein Entwässerungssystem wurde bereits installiert, es wird aber durch Sedimenteintrag der von Schwerlast beschädigten Landwege zugeschwemmt“, erwiderte Burkhard Krause. Des Weiteren fordern die Laaser Informationen darüber, welche Fahrzeugführer an Unterböden Schäden erlitten haben, da sie etwa die Hälfte der Anwohner in der Bürgerinitiative vereinen. Zudem hält die BI dem Landkreis vor, im Falle einer Asphaltierung und der in der Kostenschätzung vorgesehenen Verbreiterung der Straße auf 5,50 Meter nicht seiner Rolle als Träger des Naturparks Sternberger Seenland nachzukommen und dass der Alleen- und Baumschutzverordnung zuwidergehandelt würde.

Was die Mitglieder der Bürgerinitiative aber mitunter am meisten auf die Palme bringt, ist eine Formulierung in der Begründung zur Beschlussvorlage.Dort heißt es, dass sich im Zuge der angepeilten Sanierungsarbeiten für alle Bewohner die Situation verbessern könnte und die Attraktivität des Ortsbildes wesentlich gesteigert wird. Für die Bürgerinitiative ist dieser Passus ein Nackenschlag. „Wir sind hergezogen, weil es hier eben einen anderen Charakter des Dorfes gibt“, sagt Katharina von Stralendorff. Mit einer Asphaltierung die Verkehrsdichte und die Geschwindigkeit der Autos zu erhöhen, entspreche nicht dem Gusto der Laaser. „Wir leben hier anders.“ Die BI schätzt das Ensemble von der alten Straße, der alten Kirche und den alten Gebäuden. Auch durchziehende Pilgerer würden dies immer wieder anmerken.

Bürgermeisterin Astrid Peters und den Gemeindevertretern war das Ansinnen der BI so nicht bewusst. „Wir haben im Vorfeld gedacht, dass wir etwas Gutes tun. Es hieß immer nur, ,wir wurden vernachlässigt’.“ Sie merkt aber auch an, dass im Vorfeld der starke Wille nach dem Erhalt des jetzigen Zustands nicht kommuniziert wurde. „Es gab vorher keine Gespräche diesbezüglich.“

Astrid Peters mahnt an, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und betont noch einmal, dass trotz des Beschlusses längst noch nichts in Stein gemeißelt ist. Wenn der Fördermittelbescheid kommt, werden erst einmal Angebote eingeholt – auch für eine Umpflasterung. Schließlich sei alles auch eine Kostenfrage – sowohl für die Gemeinde als auch für die Anlieger. Sie fährt fort: „Eine Entscheidung gegen das Dorf wird es nicht geben. Aber man kann es auch nicht allen Recht machen.“ Das bedeute jedoch auch, dass vielleicht rein gar nichts geschieht.

Nun will sie erst einmal das Laaser Dorfgespräch am Sonnabend abwarten. Zu dieser Runde sind alle interessierten Bürger eingeladen. Denn, und das betont Katharina von Stralendorff, die BI will mit offenen Karten spielen. Dabei verschränke sich niemand vor einer sachlichen Pro- und Kontra-Diskussion und einer eventuellen Kompromissfindung. „Wir wollen uns ja auch nicht dem Fortschritt verschließen.“

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