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Rostock: Brüderpaar mit großer krimineller Energie : Kupferkabel aus Windkraftanlage gestohlen

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Das Amtsgericht verurteilte am Dienstag zwei Brüder aus der Hansestadt wegen Diebstahls in vier Fällen, zwei davon im besonders schweren Fall. Sie hatten u. a. aus einer Windkraftanlage Kupferkabel gestohlen.

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erstellt am 01.Nov.2013 | 10:46 Uhr

Rostock/Mistorf | Das Amtsgericht Rostock verurteilte am Dienstag zwei Brüder aus der Hansestadt wegen Diebstahls in vier Fällen, zwei davon im besonders schweren Fall, zu Bewährungsstrafen. Sie hatten im April und im Juli 2013 u. a. aus einer Windkraftanlage in Mistorf Kupferkabel und in Schwaan einen großen Anhänger gestohlen. Beide legten ein Geständnis ab.

In der Nacht vom 25. auf den 26. April 2013 machte sich Michael K. (25), gelernter Einzelhandelskaufmann aus Rostock, mit seinem Auto auf den Weg nach Schwaan. In der Laager Straße stahl er einen Hänger im Wert von 3 700 Euro und koppelte ihn an sein Fahrzeug an. Gegen 3 Uhr fuhren er und sein Bruder Martin K. (30), ebenfalls gelernter Verkäufer, zur Windkraftanlage in Mistorf. Für die beiden Brüder war es ein leichtes, in die Anlage und an das Kupfer zu kommen. Als Söhne eines Elektromeisters im Solarbereich waren sie dem Vater schon oft zur Hand gegangen. Sie schnitten das Kupferkabel ab, dann alles zum besseren Verladen in 16 Stücke von je 20 Metern Länge.

Sie wollten die Kabelstücke schälen und dann an einen Schrotthändler verkaufen. 3 000 Euro Gewinn hatten sie sich ausgerechnet.

Drei Monate später, in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 2013, brachen sie in Gelbensande in eine Garage ein und stahlen wertvolles Handwerkszeug, darunter Schlagbohrer, Schweißgeräte, Hochdruckreiniger, Schraubendreher, Lautsprecher im Wert von 6 000 Euro. Das Diebesgut wollten sie im Internet verkaufen. Noch in der selben Nacht, gegen 2 Uhr, stahlen sie eine Satellitenanlage, die sie für sich selbst gebrauchen wollten.

Bereits im April 2013 fand in ihrer Garage eine Hausdurchsuchung statt, bei der das Kupferkabel gefunden wurde. Seitdem lief ein Ermittlungsverfahren gegen die Diebe. Das hinderte sie jedoch nicht daran, im Juli erneut auf Diebeszug zu gehen. Es störte beide auch nicht, dass sie bereits einschlägig vorbestraft waren. Michael K. zwar nur einmal wegen Hehlerei, dafür wies das Bundeszentralregister für Martin K. 14 Eintragungen auf. Darunter mehrere schwere Diebstahlsdelikte und sogar Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Und Martin K. störte es auch nicht, dass er wegen einer Strafe aus dem Jahre 2012 noch unter Bewährung stand. Außerdem hatte er von der damaligen Geldauflage von 600 Euro bis Dienstag erst 100 Euro bezahlt.

Bewährungsstrafen ja oder nein, das war die Frage. Der Vertreter der Rostocker Staatsanwaltschaft konnte außer dem Geständnis kaum strafmildernde Gründe für die Brüder finden. Alle Taten seien mit einer großen kriminellen Energie ausgeführt worden.

Es sei durch ihre Tat großer Schaden entstanden. Dem Windkraftanlagenbetreiber allein ein Schaden von 20 000 Euro. Die Unverfrorenheit der Angeklagten wertete er als strafverschärfend.

Für Michael K. beantragte er eine Bewährungsstrafe von elf Monaten, für Martin K. eine eineinhalbjährige Haftstrafe. Die Verteidigung plädierte auf Bewährungsstrafen für beide Angeklagten. Sie argumentierte mit der großen Haftempfindlichkeit der Brüder. Das Schöffengericht verurteilte Michael K. zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und Martin K. zu einem Jahr und sieben Monate. Die Strafen für beide wurden zur Bewährung ausgesetzt. "Es war eine schmale Gratwanderung. Wir haben möglicherweise falsch entschieden. Sie können jetzt beweisen, dass unsere Entscheidung richtig war", sagte der Vorsitzende Richter. Die Angeklagten nahmen das Urteil an. Der Staatsanwalt wollte zum Urteil für Martin K. noch keine Erklärung abgeben.

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