Ausstellung in Bützow : Kunstwerke mit Knitterfalten

Tausende Plastiktüten hat Dieter Luchs über die Jahre gesammelt.
Tausende Plastiktüten hat Dieter Luchs über die Jahre gesammelt.

Morgen Abend wird im Kunsthaus in Bützow eine weitere Schau eröffnet. Dieter Luchs stellt bis 29. September aus

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24. August 2016, 08:00 Uhr

Das Kunsthaus lädt in dieser Woche erneut zu einer Vernissage ein. Am Sonnabend erst eröffnete die Ausstellung „Helmut Schröder – Malereien und Collagen“. Morgen um 18 Uhr heißt Kunsthausleiter Karl-Werner Zießnitz Gäste zu einer weiteren Eröffnung willkommen.

Doch in der ersten Etage hängen keine Malereien, sondern Plastiktüten an den Wänden. Der Bützower Dieter Luchs gibt in der neuen Schau einen Einblick in seine Sammlung kunterbunter Einkaufstüten aus mehreren Jahrzehnten.

Welche es in die Ausstellung schaffen, darüber diskutierten Karl-Werner Zießnitz und Dieter Luchs gestern ausgiebig. Denn die Auswahl ist riesig. „Heute Nacht werde ich von Tüten träumen“, kommentierte Zießnitz scherzhaft.

Gut 30  000 Plastiktüten zählt Dieter Luchs in seiner Sammlung. Eine unvorstellbare Menge, die feinsäuberlich gestapelt in Kartons gelagert wird. „Die Älteste ist etwa von 1969“, berichtet er. Die jüngsten Tüten in seinem Archiv sind etwa fünf Jahre alt. Die Mehrzahl der gezeigten Stücke hat etwa drei Jahrzehnte auf dem Buckel.

„Die Ausstellung soll zeigen, dass sehr viele Tüten ausgezeichnet gestaltet wurden“, sagt Luchs. Er findet einige sogar so gelungen, dass sie genauso gut als Kunstwerke einen Platz an der Wand verdient hätten. „Ich bewundere die Kreativität der Designer und Grafiker“, sagt Luchs und fügt begeistert an: „Auf was für Ideen sie kommen.“

Denn auch wenn die Einkaufstaschen hübsch gestaltet wurden, so sind sie doch dafür vorgesehen Gegenstände und auch eine Botschaft zu transportieren. „Die Tüten sollen uns als Kunden ansprechen“, bringt es Dieter Luchs auf den Punkt. „Ich komme aus der Druckindustrie, da interessiert mich vor allem die Gestaltung und Typografie“, erklärt der Sammler weiter. Trotz Werbecharakter würden die Grafiker ihn immer wieder mit neuen Gestaltungsansätzen überraschen.

Deshalb gibt es auch für ihn nicht die eine Tüte, sondern viele Stücke, die er besonders gern zeigt. Beispielsweise eine Abbildung mehrerer Hilfsorganisatoren, auf der zwei mit Hände, die sich umfassen zu sehen sind. Beide Hände sind mit farbigen Punkten coloriert. „Da denkt man direkt an ein Pflaster“, kommentiert Dieter Luchs und hat schon die nächste Tüte in der Hand. Zu seinen Lieblingsstücken gehören jedoch Tragetaschen von Jeans-Geschäften. „Die haben so ein bisschen Pfiff“, meint der Bützower.

„Das zweite, was mich interessiert, sind die Slogans.“ Diese reichen von neckischen Wortspielen bis zu aggressiven Aufforderungen. Die Ausstellung kann bis 29. September im Kunsthaus besichtigt werden.

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